Mars "Curiosity" absolviert erste Testfahrt

Erneut hat Mars-Rover "Curiosity" ein Etappenziel erreicht. Das Forschungsfahrzeug hat seine erste Testfahrt auf dem Mars erfolgreich zurückgelegt. Knapp fünf Meter fuhr es - das Manöver funktionierte trotz ausgefallenen Windmessers.


Washington - Der Rover "Curiosity" ist erstmals ein kleines Stück über den Mars gefahren. "Das könnte für uns gar keine größere Bedeutung haben", sagte Pete Theisinger, Manager bei der US-Raumfahrtbehörde Nasa, am Mittwoch bei einer Pressekonferenz im kalifornischen Pasadena. "Wir haben einen Rover gebaut, aber wenn der Rover nicht fahren kann, haben wir nichts erreicht."

Das Forschungsfahrzeug wendete nach Nasa-Angaben zuerst die vier beweglichen seiner insgesamt sechs Räder hin- und her. Dann rollte es rund drei Meter nach vorne, drehte sich um 90 Grad und rollte etwa zwei Meter zurück. Das Ganze habe ungefähr eine Viertelstunde gedauert.

Zuvor hatte die Wetterstation der "Curiosity" erste eisige Temperaturdaten vom Mars geschickt. Seit das Roboterfahrzeug auf dem Roten Planeten gelandet sei, habe die Lufttemperatur dort durchschnittlich zwischen -2 und -75 Grad Celsius gelegen, teilte die Nasa mit. Die Bodentemperaturen hätten sich vom Nachmittag bis zur Morgendämmerung zwischen 3 und -91 Grad Celsius bewegt.

Bei weiteren Tests der Instrumente musste die Nasa einen Rückschlag hinnehmen: Eines der beiden Windmess-Geräte des Rovers funktioniere nicht mehr, sagte Nasa-Wissenschaftler Ashwin Vasavada. Möglicherweise sei es beim Flug oder bei der Landung beschädigt worden, eventuell durch aufgewirbelte Steine. "Aber das werden wir nie ganz aufklären können." Die beiden Geräte sollten gemeinsam Richtung und Stärke des Windes messen. Mit nur einem Sensor sei das schwieriger, aber auch möglich, sagte Vasavada.

Der bislang teuerste und technisch anspruchvollste Marsrover war vor mehr als zwei Wochen auf dem Roten Planeten gelandet. Am Mittwoch sollte er zum ersten Mal losrollen - allerdings vorerst nur testweise.

pad/dpa

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heavenlycreature 22.08.2012
1.
Tolle Meldung. Curiosity fährt 5 Meter. Und das Mondauto ist ca. 90 km weit gefahren auf 3 Missionen. In knapp einer Woche Zeit auf dem Mond, zusammengerechnet. Für Curiosity sind so um die 20km vorgesehen insgesamt, wahrscheinlich wird es aber natürlich etwas mehr. Aber halt in einem Zeitraum von mehreren Jahren. Das ist nur ein Beispiel von vielen das zeigt wie weit die unbemannte Raumfahrt noch hinterherhängt. Einen Roboter per Fernsteuerung mit derartiger Zeitverzögerung auf einem unbekanntem Gelände zu steuern ist nun einmal ein ziemlich schwieriges Unterfangen. Ein Mensch auf dem Mars wäre ein gewaltiger Fortschritt in der Qualität der Untersuchungen die dadurch ermöglicht würden. Fraglich ist aber natürlich inwieweit man in der Lage wäre diese Herausforderung zu stemmen. Aber das Ziel ist lohnenswert. So toll Curiosity und seine Vorgänger auch sind, über kurz oder lang wäre ein Mensch auf dem Mars sinnvoller.
tylerdurdenvolland 23.08.2012
2. Das erinnert mich an was....
Zitat von sysopAPErneut hat Mars-Rover "Curiosity" ein Etappenziel erreicht. Das Forschungsfahrzeug hat seine erste Testfahrt auf dem Mars erfolgreich zurückgelegt. Knapp fünf Meter fuhr es - das Manöver funktionierte trotz ausgefallenen Windmessers. http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/0,1518,851576,00.html
Der erste Marsrover... fuhr der nicht auch ein paar Meter, bevor er gegen einen Felsen knallte?
franz-burbach 23.08.2012
3. Etwas zu viel kurios mit Curiosity?
Also langsam ist es schon eine Kuriosität mit wie viel Bedächtigung der Marsrover sich auf den Weg macht. Werden uns da möglicherweise noch andere Pannen außer dem kaputten Windmesser verschwiegen? Klar man möchte sich ja nicht blamieren, aber Curiosity verhält sich langsam aber schon etwas kurios. Oder bin ich nur etwas verwöhnt durch die beiden Supervorgänger?
sysyphos77 23.08.2012
4. drehte sich um 90 Grad?
denke 180 Grad war gemeint...
Kunerich 23.08.2012
5. Wahnsinn
>"Erneut hat Mars-Rover "Curiosity" ein Etappenziel erreicht. Das Forschungsfahrzeug hat seine erste Testfahrt auf dem Mars erfolgreich zurückgelegt. Knapp fünf Meter fuhr es - das Manöver funktionierte trotz ausgefallenen Windmessers. " Das teuerste Spielzeug der Welt in einem rießigen Sandkasten. Und dann konnte es tatsächlich trotz ausgefallenem Windmesser knapp 5 Meter fahren. Was der Windmesser mit den Fahreigenschaften des Gerätes zu tun hat, erschließt sich mir leider nicht so ganz. Aber ich muss ja nicht alles verstehen... Die USA scheinen trotz gegenteiliger Presseberichte geradezu in Geld zu schwimmen, dass sie sich ein derart teures und nutzloses Spiekzeug leisten können. Hat eigentlich jemals eine Ökobilanz für diesen Blödsinn aufgestellt?
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