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"Curiosity": Mars-Rover schickt Selfie vom roten Planeten

Foto auf dem Mars: Curiositys kurioser Selfie Fotos
REUTERS

Von seiner Reise über den Nachbarplaneten hat Mars-Rover "Curiosity" ein Selfie zur Erde geschickt. Die Aufnahmetechnik unterscheidet sich allerdings drastisch von einem Selbstporträt per Handy.

Am Tag Nummer 1065 seiner Reise über den Mars hat der Rover "Curiosity" ein bislang einzigartiges Bild von sich geknipst. Wie von einem ausgestreckten Arm aus fotografiert, machte der Forschungsroboter ein Selbstporträt, das ihn aus einem ungewöhnlichen Blickwinkel zeigt. Leicht von unten aufgenommen kann man der Maschine erstmals unter den Bauch schauen. Das Bild ist so detailliert, dass sogar ein kleiner Stein erkennbar ist, der sich in einem der mittleren Räder verfangen hat.

Entstanden ist das bemerkenswerte Selfie am 5. August in einer geologischen Kontaktzone, die "Curiosity" mehrere Wochen lang untersucht hat. Das Gerät hatte dort Gesteinsproben genommen und in seinem eingebauten Labor untersucht. Die Analysen hätten ungewöhnlich hohe Anteile an Silizium und Wasserstoff gezeigt, erklärt die Nasa. Die Werte deuten demnach auf an Minerale gebundenes Wasser im Untergrund hin.

"In einem Meter Tiefe enthält der Boden unter dem Rover hier drei- bis viermal mehr Wasser als an irgendeinem anderen Ort, den Curiosity in den vergangenen drei Jahren durchfahren hat", sagt Igor Mitrofanov vom Weltraum-Forschungsinstitut in Moskau.

Fotostrecke

8  Bilder
Roter Planet: Hinweise auf flüssiges Wasser auf dem Mars
Das Selfie entstand nun, nachdem der Rover einen als "Buckshin" betitelten Stein angebohrt hatte. Es war das erste Mal, dass "Curiosity" seinen Steinbohrer verwendet hat, nachdem ein Kurzschluss das System im Februar beschädigt hatte. Das dabei aufgenommene Gesteinspulver wird nun im Labor des Rovers untersucht.

Aufgenommen wurde das Foto, das den Roboter von vorne zeigt, mit dem Mars Hand Lens Imager (MAHLI). Das von Malin Space Science Systems in San Diego gebaute Gerät ist auf einen Roboterarm montiert und in erster Linie nicht für Selbstporträts, sondern für Nahaufnahmen von Marsoberfläche und Gesteinsproben gedacht. Man könnte sie als marstaugliches Hightech-Gegenstück zur Geologenlupe ansehen.

Dass der Roboterarm selbst auf dem Selfie nicht zu sehen ist liegt daran, dass "Curiosity" seine Selbstporträts nicht wie ein Handy-Nutzer mit einem Klick aufnimmt. Stattdessen bringt er die MAHLI-Kamera in einer Reihe exakt berechneter Positionen, von denen aus sie eine Vielzahl von Teilaufnahmen macht, die erst später am Computer zu einem Gesamtbild zusammengesetzt werden. Der Arm wurde dabei so positioniert, dass er auf den Einzelbildern nicht zu sehen ist.

mak

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insgesamt 52 Beiträge
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1. Cool!
felix1756 22.08.2015
Es gibt sie noch, die schönen Dinge bzw. Nachrichten!
2. klasse
erwin dunn 22.08.2015
Wir sind zu so viel mehr fähig, als die momentanen Geschehnisse auf unserem Planeten vermuten lassen. Wir brauchen eine echte Globalisierung, nicht dieses Wirtschaftskonstrukt, unter dem wir jetzt zu leiden haben. Es gibt doch diese theoretische Skala, ich hab sie jetzt nicht so genau im Kopf. Auf dieser sind wir bei 0.Wir könnten aber auf die nächsten Stufen aufsteigen, erst unser Sonnensystem und dann andere Systeme erkunden, wenn wir endlich unsere bescheuerten Probleme auf der Erde lösen würden. Die Ressourcen sind (noch) vorhanden, das schlimmste Problem sind unsere Ideologien, egal welcher Art. Geistig befinden wir uns quasi noch im finsteren Mittelalter. Hoffentlich wachen wir auf, bevor wir uns irgendwann doch die Lebensgrundlage komplett entziehen.
3. putzig
kugelsicher 22.08.2015
Schön zu sehen, dass es dem kleinen Racker WALL-E gut geht und er putzmunter ist. Aber wo steckt EWWWWA?
4. :
toxic 22.08.2015
Das erste intelligente Selfie der Menschheitsgeschichte wurde von einem Roboter auf dem Mars geknipst...
5. Die Mission Curiosity
musca 22.08.2015
Diese Mission ist ein voller Erfolg und kann noch lange dauern, auch der zweite Mars Rover, "Opportunity", schon seit Anfang 2004 auf dem Mars, fährt immer noch, hat schon weit über 40 Kilometer auf der Marsoberfläche hinter sich. Energieversorgung von Opportunity anders als bei Curiosity mittels Solarzellen, Opportunity muss auch "überwintern" aber funktioniert noch immer - auch diese Mission läuft weiter, nun schon seit über 11 Jahren. Im Orbit um den Mars kreisen Nasa Sonden wie auch Sonden der ESA. Mars wird weiterhin erfolgreich erforscht und so selbstverständlich ist das nicht, etliche Missionen ( ob Orbiter oder Rover) sind in der Vergangenheit auch gescheitert, ob nun von der Esa, Nasa oder auch russische Missionen. Auch andere Nationen sind in der unbemannten Marserforschung sehr aktiv. Eine schöne Sache für alle Menschen welche sich für Raumfahrt interessieren.
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