Mars-Rover "Curiosity": Wasserverstecke auf dem Roten Planeten
Auf Fotos präsentiert sich der Mars als gigantische Wüste. Dennoch schlummern im Boden wohl Wasservorkommen. Rover "Curiosity" hat Spuren der kostbaren Flüssigkeit entdeckt. Forscher frohlocken: Eine Mars-Mission könnte das verborgene Wasser nutzen.
Die Frage, ob es Wasser auf dem Mars gibt, hat Planetenforscher lange umgetrieben. Inzwischen ist die Antwort klar. In der Vergangenheit rauschten riesigen Fluten über den Planeten. Und auch heute findet sich Wasser an der Oberfläche des Roten Planeten. Der im August 2012 im Gale-Krater gelandete Rover "Curiosity" hat in Bodenproben Spuren der lebenswichtigen Verbindung nachgewiesen. In mehreren Fachartikeln im Wissenschaftsmagazin "Science" berichten Forscher über die Arbeit des Rovers in den vergangenen Monaten.
"Eines der spannendsten Ergebnisse der allerersten festen Probe, die 'Curiosity' sich einverleibt hat, ist der hohe Wasseranteil", sagt Laurie Leshin vom Rensselear Polytechnic Institute in Troy, New York. Der Rover hatte eine Schaufel voll Marsboden in einer Analysekammer ("Sample Analysis at Mars", SAM) auf 835 Grad Celsius erhitzt. Dabei lösten sich flüchtige Verbindungen aus der Probe - außer Wasser auch Kohlendioxid, Schwefeldioxid und Sauerstoff. Leshin und Kollegen beziffern den Wasseranteil auf rund zwei Prozent.
Das sei nicht nur wissenschaftlich interessant, sondern auch eine bemerkenswerte Ressource. "Wir wissen jetzt, dass es reichlich und leicht zugängliches Wasser auf dem Mars geben sollte", betonte Leshin. "Wenn wir Menschen dorthin schicken, könnten sie den Boden irgendwo auf der Oberfläche aufsammeln, erhitzen und hätten Wasser."
Aus den gewonnenen Daten schließen die Forscher zudem, dass der lose Marsboden über den ganzen Roten Planeten verweht wird. Der Mars besitze eine Art globale Schicht, die von den häufigen Staubstürmen gemischt und verteilt worden sei, sagt Leshin.
Auf Wasservorkommen deuten auch andere von "Curiosity" gewonnene Daten: Der erste Stein, den der Rover auf dem Roten Planeten untersucht hatte, unterscheidet sich von allen anderen bislang bekannten Marsgesteinen, wie ein anderes Forscherteam in "Science" berichtet. Der pyramidenförmige, vulkanische Brocken, "Jake_M" genannt, wurde dem sogenannten Mugearit zugeordnet.
"Wir wissen, wie sich Mugearit auf der Erde bildet", sagt Martin Fisk von der Oregon State University. "Der Prozess beginnt mit Magma tief in der Erde, das in Gegenwart von ein bis zwei Prozent Wasser kristallisiert. Die Kristalle trennen sich vom Magma. Der Teil, der nicht kristallisiert, kommt irgendwann später bei einem Vulkanausbruch an die Oberfläche" - und das ist Mugearit. Die Entdeckung von ähnlich aufgebautem Gestein auf dem Mars deutet also auf Wasservorkommen tief unter der Planetenoberfläche. Auch wenn der Beweis noch nicht wasserdicht ist, wie die Forscher betonen.
wbr/dpa
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