Mars-Rover: Schlaffe Airbags blockieren "Spirit"

Der US-Roboter "Spirit" hat mit ersten Problemen zu kämpfen. Der Beginn der Fahrt über den Mars verzögert sich um drei Tage. Zudem scheint der Landeplatz nicht, wie zuvor erhofft, ein ausgetrockneter See zu sein - was die Suche nach Spuren von Wasser erschweren dürfte.



Leere Airbags von "Spirit": Luftsäcke blockieren die Startrampe
NASA/ JPL

Leere Airbags von "Spirit": Luftsäcke blockieren die Startrampe

Wie die Nasa mitteilte, soll der 90-tägige Ausflug von "Spirit" auf der Oberfläche des Roten Planeten am kommenden Mittwoch beginnen, drei Tage später als geplant. Derzeit versperren die Airbags, die "Spirit" vor einem zu harten Aufprall auf dem Planeten beschützt haben, den Weg. Zwei der mittlerweile luftleeren Kissen verhindern, dass die Rampe, über die der Roboter seine Erkundungsreise antreten soll, den Boden erreicht.

Sollte sich die Rampe nicht räumen lassen, stehen "Spirit" zwei weitere Rampen zur Verfügung. Allerdings müsste der Roboter dafür eine schwierige Pirouette vollführen. Auch die Hauptantenne für die direkte Datenübertragung zur Erde konnte zunächst nicht richtig in Stellung gebracht werden, wie die US-Raumfahrtbehörde mitteilte. Mittlerweile aber ist das Problem, (O-Ton Nasa: "Schluckauf") gelöst.

Zweifel an feuchter Vergangenheit des Landeplatzes

Die Bilder, die "Spirit" am Mittwoch zur Ende sandte, deuten unterdessen darauf hin, dass es sich beim Landungskrater nicht - wie erhofft - um einen ausgetrockneten See handelt. Das könnte die Aufgabe von "Spirit", auf dem Mars Spuren früherer Wasservorkommen zu finden, deutlich erschweren.

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Mars in Farbe: "Spirit"-Bilder faszinieren Wissenschaftler
Die Wissenschaftler hatten den Gusev-Krater als Landeplatz ausgesucht, weil sie gehofft hatten, dass dort einst ein großer See schwappte, der möglicherweise Leben beherbergte. In diesem Fall aber hätte "Spirit" eine flache Ebene mit feinkörnigen Sedimenten vorfinden müssen, wie Nasa-Forscher Ray Arvidson erklärte.

Spekulationen um Beschaffenheit des Kraters

"Leider sehen wir etwas anderes", sagte Arvidson. "Sollte der Landeplatz jemals ein See gewesen sein, wurde er durch geologische Prozesse stark verändert." Um welche Vorgänge es sich dabei gehandelt haben könnte, wird von den Wissenschaftlern derzeit heiß diskutiert.

Ehrung für tote Astronauten: An "Spirit" befestigte "Columbia"-Plakette
NASA/ JPL

Ehrung für tote Astronauten: An "Spirit" befestigte "Columbia"-Plakette

Arvidson etwa spekuliert, dass ein Vulkanausbruch den Boden des ausgetrockneten Sees mit einer Lavadecke überzogen hat, die dann durch Einschläge von Asteroiden oder Kometen zerschlagen wurde. Später könnten Wind, Wasser oder sogar Gletscher weiteres Felsmaterial in den Krater befördert haben.

"Die Frage ist, wie weit wir gehen müssen, um einen unumstößlichen Beweis dafür zu finden, dass der Mars einst eine feuchtere Welt war", sagte Arvidson. Sollte sich der Landeplatz von "Spirit" als ungeeignet für die Suche nach Wasser erweisen, kann die Nasa auf die baugleiche Schwestersonde "Opportunity" hoffen, die am 24. Januar an einer anderen Stelle auf dem Planeten landen soll.

Die Nasa nutzte die erfolgreiche Landung von "Spirit" auch dazu, der Opfer des "Columbia"-Absturzes zu gedenken. Die US-Raumfähre war im vergangenen Februar beim Eintritt in die Atmosphäre verglüht; die gesamte Besatzung kam ums Leben. Zum Andenken an die sieben Opfer benannte die Nasa die Landestelle von "Spirit" symbolisch als "Columbia Memorial Station".

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