Astronomie So nah kam der Mars uns lange nicht

Die Erde fliegt am Dienstag in einer Entfernung von 57,6 Millionen Kilometern am Mars vorbei. Das klingt weit, ist aber die größte Annäherung seit 15 Jahren.

NASA

Haben Sie am 27. Juli die Mondfinsternis beobachtet? Sie war allein aufgrund ihrer Länge von etwa 103 Minuten außergewöhnlich, es gab aber noch eine Besonderheit: Neben dem verdunkelten Mond war auch der Mars gut am Himmel zu sehen.

Der Planet ist uns derzeit besonders nah und erreichte am Dienstagvormittag gegen 9 Uhr deutscher Zeit die größte Nähe zur Erde seit 15 Jahren. Ungefähr 57,6 Millionen Kilometer liegen derzeit zwischen der Erde und ihrem äußeren Nachbarplaneten. Leider haben wir in Europa wenig davon, denn hier ist es Tag und hell. In den USA begleitet die Nasa das Spektakel mit einem Kommentatoren-Team.

Minimalabstand von 54,6 Millionen Kilometern

Durch seine rötliche Färbung ist der Mars aber seit Freitag auch in Europa bei Nacht deutlich am Himmel zu erkennen. Je näher der Höhepunkt der Annäherung in den vergangenen Tagen voranschritt, desto besser war die Sicht. Von nun an wird sich der Planet wieder von der Erde entfernen - und ist dann nach und nach wieder schlechter zu erkennen.

Der mögliche Minimalabstand zwischen Erde und Mars liegt bei etwa 54,6 Millionen Kilometern. Diesen erreicht der Planet aber nur sehr selten. Weil Erde und Mars elliptische Umlaufbahnen haben, die leicht geneigt zueinander stehen, ist keine Annäherung der Planeten wie die andere.

Derzeit befindet sich der Mars in etwa auf einer Linie mit der Sonne und der Erde, wobei die Erde zwischen Sonne und Mars steht. Astronomen bezeichnen das als Oppositionsstellung. Sie kommt alle zwei Jahre vor. Das ist auch der Grund, warum die meisten Mars-Missionen mindestens in diesem Zeitabstand stattfinden - sie nutzen die Stellung, in der der Mars der Erde vergleichsweise nahe ist.

Zu einem so nahen Vorbeiflug wie jetzt kommt es allerdings nur alle 15 bis 17 Jahre.

Mars
NASA

Mars

Staub lässt den Mars besonders hell leuchten

Wer sich den Planeten in den vergangenen Tagen durch ein Teleskop angeschaut hat, war möglicherweise dennoch enttäuscht. Auf dem roten Planeten wütet ein Sturm, der Details auf der Oberfläche verschleiert, die sonst zu erkennen sind.

Das hat auch Folgen für Mars-Rover "Opportunity". Weil die Marsatmosphäre so staubig ist, fehlt dem Roboter die Sonnenstrahlung, um seine Batterien aufzuladen. Er sendet deshalb seit dem 10. Juni kein Signal mehr. Nasa-Experten sind unsicher, ob sich das 14 Jahre alte Gerät überhaupt wieder melden wird.

Für alle, die den Mars in den vergangenen Tagen mit bloßem Auge beobachtet haben, hat der Sturm dagegen Vorteile: "Die gute Nachricht ist, dass der Marsstaub Sonnenlicht reflektiert und der Planet dadurch noch heller scheint", sagt Harry Augensen von der Widener University in Chester, Pennsylvania. "Der Planet scheint nicht ganz so hell wie die Venus, mit seiner rötlichen Färbung kann man ihn aber kaum verfehlen."

Noch näher als jetzt war der Mars der Erde zuletzt im Jahr 2003 - mit einer Entfernung von 55,6 Millionen Kilometern. Es war die größte Annäherung in 60.000 Jahren, berichtet die Nasa. Das nächste Mal wird der Mars der Erde im Jahr 2287 so nah kommen. Den nächsten nahen Vorbeiflug erwarten Astronomen aber schon im Jahr 2020. Dann kommt der Mars auf 63,12 Millionen Kilometer an die Erde ran.

Video: Rover Curiosity - Inside Mission zum Mars

jme/AP



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