Nasa-Rover "Curiosity" fotografiert Flusskiesel auf dem Mars

Das Weltraumauto "Curiosity" hat neue Hinweise dafür geliefert, dass es auf dem Mars einmal Wasser gegeben hat. Der Rover rollte durch ein ausgetrocknetes Flussbett und fotografierte dabei Kiesel, die nach Meinung der Wissenschaftler einst auf dem Grund eines flachen Wasserlaufs lagen.

REUTERS/ NASA

Washington - Auf seiner Rundfahrt durch die karge Marslandschaft hat das Weltraumauto "Curiosity" neue Bilder geschossen, die die Fachwelt in Aufregung versetzen: In einem ausgetrockneten Flussbett fotografierte das Forschungsfahrzeug zum ersten Mal von Wasser geformte Kiesel.

Die runden und eckigen Kiesel - manche so groß wie ein Sandkorn, andere so groß wie ein Golfball - seien zu großen mehrlagigen Steinen zusammengebacken, teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa mit. Zwar hätten schon frühere Marsmissionen Anzeichen für Wasser auf dem Roten Planeten entdeckt, diese Fotos seien aber die ersten ihrer Art. Wissenschaftler untersuchten die Aufnahmen der zwei einzeln stehenden Steine im Gale-Krater. "Curiosity" machte die Bilder während der ersten 40 Tage nach der Landung.

"Die Größe der Kiesel lässt uns vermuten, dass das Wasser des Flusses ungefähr einen Meter pro Sekunde zurückgelegt hat und etwa knöchel- bis hüfttief war", sagte William Dietrich, Forscher an der University of California, der sich gemeinsam mit anderen um die Auswertung der wissenschaftlichen Experimente des Rovers kümmert. "Wir sehen hier zum ersten Mal von Wasser transportierte Kiesel auf dem Mars. Bisher haben wir nur über die Größe des Flussbetts spekuliert, jetzt können wir Beobachtungen machen."

Die "Curiosity", zu deutsch Neugier, ist der bisher teuerste und technisch fortschrittlichste Mars-Rover. Das Roboterauto war vor rund zwei Monaten auf dem Mars gelandet und soll dort nach Spuren von Leben suchen. Die jetzt fotografierten Flussbettkiesel seien "die Versicherung, dass wir schon unsere erste Umgebung gefunden haben, die potentiell einst bewohnbar war", sagte Nasa-Manager John Grotzinger.

nck/dpa

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insgesamt 75 Beiträge
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abominog 28.09.2012
1. Baut lieber noch mehr Wolkenkratzer
und noch mehr SUV, anstatt euch noch für den Mars zu interessieren. Ist sowieso schon längst zu spät, diesen Planeten werden wir mit Sicherheit niemals kolonisieren. Ich befürchte, dieses Zeitfenster hat sich bereits ganz diskret erledigt. Entschuldigt bitte meinen Pessimismus, aber diesbezüglich bin ich mir echt 100% sicher.
Torfkopp 28.09.2012
2. Hmmm, na ja
Zitat von sysopREUTERSDas Weltraum-Auto "Curiosity" hat neue Hinweise dafür geliefert, dass es auf dem Mars einmal Wasser gegeben hat. Der Rover rollte durch ein ausgetrocknetes Flussbett und fotografierte dabei Kiesel, die nach Meinung der Wissenschaftler einst auf dem Grund eines flachen Wasserlaufs lagen. http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/mars-sonde-curiosity-schickt-bilder-von-flusskieseln-zur-erde-a-858435.html
das ist zweifelsfrei sehr interessant, spannend und mag, mich eingeschlossen, zu mancherlei Visionen inspirieren....... Dennoch : Selbst wenn wir in 3 Tagen wüssten : Dort war es mal grün, da haben intelligente Wesen ganze Zivilisationen errichtet - WAS tun wir, FÜR UNS im Hier und Jetzt damit ??? Welche Erkenntnisse können wir daraus ziehen, die uns helfen, die Probleme auf unserem Planeten für die nächsten 50 bis 100 Jahre zu bewältigen ?? Wollen wir den Mars kolonisieren in dem Zeitraum - so wie es da aussieht ? Dann könnten wir auch Siedlungen in der Sahara anlegen, oder in der Wüste Ghobi, in der Mojave-Wüste oder in Dasht-e Lut.... Platz wäre da genug zum kolonisieren und es wäre weitaus näher und kostengünstiger.....nebst allen anderen "Hemmnissen" die es auf dem Mars erst einmal zu überwinden gilt : Transport, Atmosphäre usw. usw.
_bernhard 28.09.2012
3. Möglich, aber nicht eindeutig....
Die Bilder scheinen aus der Sicht eines gewissen Wuschdenkens interpretiert. Zwar kann man eine gewisse Sortierung und Rundung, wie sie auch an Steinchen aus fliessenden Gewässern vorkommt, nicht abstreiten. Abererseits enstehen sedimentologisch sehr ähnliche Formen auch im äolischen Bereich (Wüste, Dünen, etc), wobei dort das dignostische Merkmal typische Kanten sind, die durch Windschlifff entstehen. Es geht also auch ohne Wasser - und dann wäre die Meldung keine Sensation mehr! Eine dritte genetische Möglichkeit ist die der vulkanischen Ejekta und deren Transportprodukten (Volkaniklastika), aber dazu müßte man wissen aus welchem Metrial die Steinchen genau sind. Bis das genauer untersucht ist, täten die extraterrestrischen Geologenkollegen gut daran, die wissenschaftliche Methode der "multiple working hypothesis" (Chamberlin, 1890) mehr zu verinnerlichen.
Altesocke 28.09.2012
4. optional
"Der Rover rollte durch ein ausgetrocknetes Flussbett und fotografierte dabei Kiesel, die nach Meinung der Wissenschaftler einst auf dem Grund eines flachen Wasserlaufs lagen. " Das haetten Flussbette so an sich, der Grund eines zumindest flachen Wasserlaufes zu sein! Oder ist 'vermutliches Flussbett' gemeint?
christian0061 28.09.2012
5. optional
ich bin gespannt, wann die erste aufnahme der ruine der freiheitsstatue gezeigt wird? :-)
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