Nasa-Sonde zeichnet erstmals Geräusche auf So klingt der Mars

Erstmals ist es einem Roboter gelungen, Geräusche des Mars aufzuzeichnen. Wie der Planet klingt, kann sich jeder anhören.

REUTERS

Die Nasa-Sonde "Insight" hat erstmals Winde des Mars aufgezeichnet. Wie die US-Raumfahrtbehörde mitteilte, wurde der über die Solarmodule des Roboters wehende Wind von Sensoren aufgenommen. "Diese Audio-Aufzeichnung war ein ungeplanter Leckerbissen", sagte der Nasa-Experte Bruce Banerdt.

Nach Angaben der Nasa hatten die aufgezeichneten Windböen eine Geschwindigkeit von fünf bis sieben Metern pro Sekunde. Der Wind wehte demnach zunächst aus nordwestlicher und dann aus südöstlicher Richtung.

Die Nasa sendete die Geräusche live im Netz. Die "New York Times" hat einen Audiomitschnitt veröffentlicht, auf der Webseite der Nasa können die Audiodateien heruntergeladen werden.

Ein tiefes Grollen

Das tiefe Grollen klinge "ein bisschen wie eine Fahne, die im Wind weht", sagte der Wissenschaftler Thomas Pike vom Imperial College London. "Es klingt wirklich außerirdisch, und genau das ist es ja auch."

"Insight" war Ende November auf dem Mars gelandet. Sieben Monate war die Sonde zu dem rund 485 Millionen Kilometer entfernten Planeten unterwegs. Mit "Insight" wollen die Wissenschaftler in den kommenden zwei Jahren erstmals das Innere des Mars und seinen Aufbau untersuchen (lesen sie hier ein Interview darüber).

Dabei sollen mögliche Erschütterungen und Beben des Planeten gemessen werden. Die Wissenschaftler hoffen auf Erkenntnisse unter anderem darüber, wie der Mars vor Milliarden von Jahren entstand. Zu den Experimentiergeräten an Bord der gehört auch eine in Deutschland gebaute Rammsonde, die ein bis zu fünf Meter tiefes Loch in den Mars hämmern soll.

"Insight" ist ein 360 Kilogramm schwerer Roboter, der nicht rollt, sondern an einem Ort bleibt. Die insgesamt rund 650 Millionen Euro teure Mission ist auf zwei Jahre angelegt.

jpz/dpa/AFP



insgesamt 8 Beiträge
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bacillus.maximus 08.12.2018
1. Toll, dass wir wieder eine funktionierende Sonde da haben
Trotzdem sind Meldungen "wie klingt der Mars" nachdem wir die Frequenz verdoppelt und achtfach quadratur-amplituden-moduliert haben ziemlich sinnlos. Abgesehen von manchen tollen Bildern ist Forschung nunmal häufig sehr trockenes unspektakuläres Material, auch im astronomischen Bereich. Viele Ergebnisse bringen nur in Falschfarbendarstellung wissenschaftlichem Erkenntnisgewinn oder liegen gar nicht in visueller Form vor. Nicht zu vergessen dass man evtl. ein Leben lang auf ein Ziel hinarbeitet, welches dann schlechtestenfalls in letzter Sekunde aufgrund einer Jahrzehnte zurückliegenden Lapalie verfehlt wird. Und ob man Menschen die sich nicht dafür interessieren mit einem vermeintlichen Marsklang auf einmal zu begeisterten Naturwissen machen kann?
danielc. 08.12.2018
2.
Immer wenn ich Nachrichten oder Erkenntnisse vom Mars lese, bemerke ich, wie sehr ich in meiner Jugend von Wells oder etwas romantischer von Burroughs und Farmer beeinflusst wurde. Natürlich auch spätere Science-Fiction-Literatur oder Filme und Serien hatten ihre Auswirkung darauf, dass ich speziell auf Nachrichten vom Mars reagiere. Wahrscheinlich erwarte ich, trotz reiferen Jahren, irgendwie auch heute noch, dass unsere Schwestern und Brüder auf dem Mars entdeckt werden. Während mein Kopf die wissenschaftlichen Fakten zur Kenntnis nimmt, erwartet mein Bauch trotzdem insgeheim, dass bisher etwas wichtiges übersehen wurde und wir nicht die einzigen in unserem Sonnensystem sind.
yoerc_mueller 08.12.2018
3. ♫
Klingt wie zu hause.
heptax 08.12.2018
4. @danielc
Danke! Es ist beruhigend zu wissen, dass es nicht nur mir so geht.
günter1934 08.12.2018
5. Richtig!
Zitat von heptaxDanke! Es ist beruhigend zu wissen, dass es nicht nur mir so geht.
Haben wir nicht alle gespanntauf die Lösung des Rätsels "Gesicht auf dem Mars" gewartet? http://atlantisforschung.de/index.php?title=Bild:Martian_face_viking_cropped.jpg
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