Mars-Sonde Nasa-Pfadfinder in Position

Sie trägt die größte Digitalkamera, die Menschen je zu einem anderen Planeten geschossen haben. Die Mars-Sonde "Reconnaissance Orbiter" hat ihre Umlaufbahn erreicht. Von dort aus soll sie nach Wasser, Eis und Landeplätzen suchen - als Pfadfinder für künftige Mars-Astronauten.


Der Pfadfinder eierte sechs Monate um den roten Planeten und kam seinem Ziel in enger werdenden Ellipsen immer näher. Nun ist die Sonde "Mars Reconnaissance Orbiter" in jener Umlaufbahn um den Mars angekommen, aus der sie Ausschau halten soll.

Am 10. März dieses Jahres war die Sonde in die Umlaufbahn des Mars eingetreten. Inzwischen fliegt sie in einer nahezu kreisförmigen Umlaufbahn nur wenige Hundert Kilometer über der Oberfläche des Planeten - so nah wie noch nie.

Am Montag (Ortszeit) wurden für zwölf Minuten ihre Schubdüsen gezündet, um ein halbes Jahr nach der Ankunft am Mars ihre endgültige Position zu erreichen. Sie sei zwischen 250 und 315 Kilometer von der Oberfläche des Planeten entfernt, teilte die US-Weltraumbehörde Nasa mit. Das sei ein "großer Erfolg", sagte der stellvertretende Manager der Mission, Dan Johnston.

Dabei stellt die Mission selbst nur eine Vorhut dar, einen Kundschafterflug für die ambitionierten Pläne der USA, Menschen auf den Mars zu schicken.

"Mars Reconnaissance Orbiter" (Zeichnung): Pfadfinder für Mars-Besucher
NASA/JPL

"Mars Reconnaissance Orbiter" (Zeichnung): Pfadfinder für Mars-Besucher

Die Sonde ist mit hochempfindlichen Kameras und Messgeräten ausgerüstet, die den Mars erkunden und analysieren werden. So soll die größte hochauflösenden Kamera, die jemals zu einem anderen Planeten geschickt wurde, Landeplätze für künftige Mars-Missionen erkunden.

Ein Spektrometer soll die mineralische Zusammensetzung der Mars-Oberfläche erforschen. Ein Radiometer soll atmosphärischen Staub, Wasserdampf und Temperaturen messen. Mit Hilfe eines Radarsystems soll bis zu einer Tiefe von einem Kilometer unter der Oberfläche nach Eis und Wasser gesucht werden.

Im November wird die "Mars Reconnaissance" beginnen, diese Pläne in die Tat umzusetzen. Bis dahin fährt die Sonde ihre fast zehn Meter langen Antennen aus, mit denen die gesammelten Daten dann gen Erde geschickt werden können - und die Menschen mitbekommen, auf was ihrer ferner Pfadfinder stößt.

fba/AP

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