Mars-Staubsturm (Fast) alles auf Rot

Der gigantische Staubsturm auf dem Mars hat inzwischen große Teile des Roten Planeten erfasst. Ein Nasa-Rover meldet sich schon länger nicht mehr - und ein anderer sieht, wie sich der Himmel verdunkelt.

"Opportunity" (hier ein Archivbild) meldet sich nicht
AFP

"Opportunity" (hier ein Archivbild) meldet sich nicht


"Der Mars-Staubsturm ist gewachsen", heißt es beim Jet Propulsion Laboratory, das für die Nasa Satelliten und Raumsonden steuert. Der Sturm sei nun offiziell ein "planetenumspannendes" Staubereignis. Vom Rover "Opportunity", der durch den Sturm vorübergehend lahmgelegt ist, gebe es bislang noch kein Lebenszeichen.

Eine aktuelle Analyse habe aber ergeben, dass die Elektronik und die Batterien des Rovers trotz der Eiseskälte auf dem Roten Planeten so warm bleiben könnten, dass sie weiter funktionierten.

Ein Signal von "Opportunity" wird erst erwartet, wenn sich der Staub lichtet. Der Sturm lässt so gut wie keine Sonne mehr durch, um die per Sonnenenergie betriebenen Batterien des Rovers aufzuladen. "Opportunity" rollt schon seit fast 15 Jahren über den Mars - und das, obwohl seine Mission ursprünglich nur auf 90 Tage angesetzt war. 2015 knackte der Rover die 42-Kilometer-Marke auf dem Mars. Er hat also mehr als einen Marathon hinter sich.

So verdunkelt sich die Mars-Atmosphäre bei einem Sturm (Simulation)
AFP / Nasa / JPL-Caltech / TAMU

So verdunkelt sich die Mars-Atmosphäre bei einem Sturm (Simulation)

Der mit einer Radionuklidbatterie betriebene Rover "Curiosity", der sich auf der anderen Marsseite im Gale-Krater befindet, ist hingegen weiterhin in Betrieb. Auch über ihm verdunkelt sich der Himmel mehr und mehr. Mit Hilfe von "Curiosity" erhoffen sich die Nasa-Forscher Antworten auf wichtige Fragen wie: Warum werden manche Staubstürme riesig und dauern Monate lang an, während andere klein bleiben und nur kurz wüten?

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Fotos vom Mars: Gesichter, Personen, Löffel

Im Grundsatz sind die Stürme auf dem Mars nicht ungewöhnlich. Vor allem, wenn auf der Südhalbkugel des Planeten Frühling und Sommer herrschen. Durch die stärkere Sonneneinstrahlung erwärmt sich der Boden und der Temperaturunterschied zur Atmosphäre führt zur Entstehung von Wind. Dieser reißt dann feine Staubpartikel mit sich.

Verstärkt wird das Problem dadurch, dass in der Polarregion des Mars gleichzeitig gefrorenes Kohlendioxid durch die stärkere Sonneneinstrahlung gasförmig wird - und die Atmosphäre dicker macht. So schweben die Staubpartikel länger, in manchen Fällen bis 60 Kilometer hoch.

Video: Rover Curiosity - Inside Mission zum Mars

chs/dpa



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