"Opportunity" Staubsturm legt Mars-Rover lahm

Der Mars-Rover "Opportunity" muss pausieren. Wegen eines heftigen Sturms auf dem Planeten droht Energiemangel. Es ist nicht das erste Mal, dass ein Unwetter den Rover bedroht.

Mars-Rover "Opportunity"
Nasa/dpa

Mars-Rover "Opportunity"


Wegen eines gigantischen Staubsturms hat der Mars-Rover "Opportunity" seine wissenschaftlichen Aktivitäten vorübergehend eingestellt. Der Sturm wüte auf einer Fläche größer als Nordamerika und lasse so gut wie keine Sonne durch, um die per Sonnenenergie betriebenen Batterien des Rovers aufzuladen, teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa mit.

Am Sonntag habe "Opportunity" noch einmal ein kurzes Signal zur Erde schicken können, das sei ein gutes Zeichen.

2007 hatte der Rover einen noch viel größeren Sturm überstanden. Die damals damit einhergehende Kälte trug nach Einschätzung der Nasa-Wissenschaftler wohl zum Verlust des "Opportunity"-Zwillings "Spirit" bei. Die Nasa hatte "Spirit" letztlich im Mai 2011 aufgegeben. Nach dem Sturm übertrug der Rover Daten nicht mehr sicher in den Speicher. Zuvor lief bereits eines seiner sechs Räder nicht mehr und 2009 fuhr sich der Rover im Mars-Sand fest. 2010 brach der Kontakt zur Erde ganz ab.

Sandsturm auf dem Mars, aufgenommen vom Mars Reconnaissance Orbiter Raumschiff
NASA/JPL-Caltech/MSSS/dpa

Sandsturm auf dem Mars, aufgenommen vom Mars Reconnaissance Orbiter Raumschiff

Seit 2004 auf dem Mars

Bei "Opportunity" sind die Forscher nun dennoch zuversichtlich, dass der Rover den neuen Sturm überstehen kann - schließlich rollt er schon seit fast 15 Jahren über den Mars. Und das, obwohl seine Mission ursprünglich nur auf 90 Tage angesetzt war. 2015 knackte der Rover die 42-Kilometer-Marke auf dem Mars. Er hat also mehr als einen Marathon hinter sich.

"Opportunity" war im Juli 2003 an Bord einer Trägerrakete vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral gestartet und rund ein halbes Jahr später, am 25. Januar 2004, auf dem Mars gelandet.

2012 war der deutlich größere Rover "Curiosity" dazugekommen. Er ist mit etwa 900 Kilogramm fünfmal so schwer wie "Opportunity" und hat die Ausmaße eines Kleinwagens. Im Mai hatte die Nasa einen weiteren Lander, "Insight", zum Mars geschickt. Dieser wird allerdings nicht auf dem Planeten herumfahren, sondern fest stationiert sein. Mit feinen Messgeräten soll er unter anderem Temperaturunterschiede im Boden und Erschütterungen dokumentieren.

jme/dpa



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