McNaught: Hellster Komet seit Jahrzehnten passiert die Sonne

Astronomen glauben, dass der Komet McNaught der hellste in der Geschichte werden könnte. Doch ausgerechnet während er sich der Erde nähert, fliegt der kosmische Reisende so durch das Sonnenlicht, dass er unsichtbar wird. Forscher warten gespannt darauf, dass seine Schweife sich spalten.

Er näherte sich lange unbemerkt - und selbst nach seiner Entdeckung war er schwer zu beobachten. Nur wenige Tage war der Komet McNaught für Sternengucker, Hobbyastronomen und Forscher auf der nördlichen Erdhalbkugel zu sehen. Aber ausgerechnet jetzt, wo er der Erde am nächsten kommt, fliegt der kosmische Reisende so ungünstig vor die Sonne, dass man ihn von der Erdoberfläche aus gar nicht mehr verfolgen kann - der Komet wird für rund drei Tage im gleißenden Sonnenlicht verschwinden.

Für die europäische Weltraumbehörde und die Forscher des "Soho"-Projekts hingegen steht ein spannendes Wochenende bevor: Vier Tage lang kann der Sonnenerkundungssatellit "Soho" (die Abkürzung steht für Solar and Heliospheric Observatory) nun McNaught ins Visier nehmen.

Am heutigen Freitag wird das Objekt C/2006 P1 - so die astronomische Bezeichnung für den Kometen - der Sonne am nächsten sein. Bis auf 25,5 Millionen Kilometer nähert er sich dabei. Für die Wissenschaftler ist dies die Gelegenheit, ein nur selten beobachtbares Phänomen unter die Lupe zu nehmen: Die Trennung der Kometenschweife.

"Nahe der Sonne rücken der Staub- und der Ionenschweif auseinander", sagte Jeff Morrill vom Naval Research Laboratory in Washington D.C.. Der Staubschwanz ist der hellere von beiden und besteht aus kleinen Körnchen, die vom starken Sonnenlicht fortgetragen werden. Außerdem verliert der Komet auf seinem Flug durchs All auch Gasionen, die der Sonnenwind mit sich reißt. Aus der Beobachtung der beiden Schweife wollen die Wissenschaftler neue Erkenntnisse über die Stärke des Sonnenwindes erhalten.

Himmelsgucker in der südlichen Hemisphäre können McNaught ab dem 15. Januar wieder in der Dämmerung sehen. Dann wird seine Bahn der Erde auch am nächsten kommen. Bis dahin soll seine Helligkeit noch einmal zunehmen. "Soho"-Projektwissenschaftler Bernhard Fleck spricht von einem "wirklich hellen Objekt". Fleck glaubt, dass McNaught der hellste Komet werden dürfte, den "Soho" je beobachtet hat. Der Nasa-Astronom Tony Phillips geht noch weiter. "Es könnte der hellste Komet werden, der je in der Geschichte aufgezeichnet worden ist", sagte er.

Erst im vergangenen August war C/2006 P1 von dem australischen Astronom Robert McNaught entdeckt worden. Seitdem hatte er sich wegen seiner für Beobachter ungünstige Flugbahn weitgehend Blicken neugieriger Erdbewohner entzogen. Ausgerechnet dieser eisige Schmutzball - Kometen bestehen unter anderem aus Wassereis, Kohlenstoff, Methan, Ammoniak, Metallen und Silikaten - wird nun als der hellste Komet in Jahrzehnten in die Geschichte eingehen.

stx/AP/dpa


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