Rover "Opportunity" Blaubeeren-Gestein kündet von Säurewasser auf dem Mars

Zehn Jahre tuckert der Rover "Opportunity" über den Mars - zum Jubiläum sendet er Fotos einer besonderen Entdeckung: Blaubeeren-Gestein zeigt, dass früher säurehaltiges Wasser floss. Es könnte einst kleine Lebewesen beherbergt haben.

"Blaubeeren" auf dem Mars: Die Gebilde sind Hinweise auf früher fließendes Wasser
Science/ Nasa/ JPL

"Blaubeeren" auf dem Mars: Die Gebilde sind Hinweise auf früher fließendes Wasser


Sie sind weder essbar, noch sind sie wirklich blau. Trotzdem könnten die sogenannten Blueberries - auf Deutsch also Blaubeeren - ein weiteres Indiz dafür sein, dass der Mars einst gute Bedingungen für Leben bot. Wie Nasa-Forscher um Raymond Arvidson in einer im Fachmagazin "Science" erschienenen Studie zeigen, lassen sich die Gesteinsformationen auf dem Mars direkt in Verbindung bringen mit fließendem Wasser. Zusammen mit anderen Steinanalysen zeigen die Forscher, dass wahrscheinlich Wasser Formationen im Gestein ausgewaschen hat und auch Ablagerung hinterließ.

Ähnliche Formationen wie die Mars-Blaubeeren sind auch auf der Erde zu finden. Zahlreiche Faktoren begünstigen solch eine Kugelstruktur von Gestein. Erst "Opportunity"-Analysen bestätigen nun, dass saures Wasser zu den besonderen Gebilden beigetragen hat. Allerdings herrschten auch Bedingungen auf dem Mars, in denen das Wasser pH-neutral war und "sogar noch günstiger für Mikroorganismen", schreiben die Forscher.

Vieles hatte schon im Vorfeld und durch andere Untersuchungen auf Wasser auf dem Mars hingedeutet. Pünktlich zum zehnjährigen Jubiläum der Mars Exploration Rover Mission (MER) veröffentlicht die Nasa aber mit den Messungen ihres äußerst erfolgreichen Rovers "Opportunity" nun ein weiteres Puzzlestück. Um den Endeavour Krater gab es "eine Wasser-Stein-Interaktion", erklären sie in ihrer aktuellen Studie.

Linien im Marsgestein: Wasser hat die Spuren reingefressen, vermuten Forscher.
Science/ Nasa/ JPL

Linien im Marsgestein: Wasser hat die Spuren reingefressen, vermuten Forscher.

Seinen Auftrag hat Opportunity schon mehr als erfüllt. Denn mit genau dieser Fragestellung schickten die Nasa-Forscher die Zwillingsrover "Spirit" und "Opportunity" vor Jahren auf den Planeten. Sie sollten endgültig klären, ob der Mars überhaupt Bedingungen bot, unter denen sich hätte einfaches Leben entwickeln können.

Die ursprünglichen 90 Marstage, die die Mission dafür haben sollte, sind mittlerweile auf über zehn Jahre gewachsen. Die Daten die Opportunity noch immer sendet, versorgen Wissenschaftler noch für Jahre der Forschung mit geologischen und chemischen Analysen der Mars-Zusammensetzung.

Seit Monaten fährt der Rover "Opportunity" in und um den Endeavour Krater, der einen Durchmesser von 22 Kilometern hat, und analyisiert Proben. Jüngst kreuzte dort sogar unverhofft ein Stein in Donut-Form seinen Weg, der Stoff für viele Spekulationen bietet.

Früher fließendes Wasser - heute trockene Wüste

Damit komplettiert "Opportunity" das Bild, dass auch der später gestartete Rover "Curiosity" vom Mars liefert. Auch er entdeckte Hinweise auf Wasser auf dem früheren Mars. Heute hingegen scheint der Planet eine Wüste zu sein.

Starke Strahlung, Temperaturen und Trockenheit sind nicht gerade lebensfreundliche Umstände an seiner Oberfläche. Nur weil dort einst Umstände herrschten, in denen sich Leben entwickeln konnte, heißt dies nicht, dass es zwangsläufig passiert ist. Trotzdem suchen die Forscher weiter nach Hinweisen, dass auch unser Nachbarplanet Leben beherbergt hat.

Mit gleich sechs in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins "Science" erschienenen Arbeiten feiert die Nasa die Aufenthalte von "Opportunity" und dem mittlerweile nicht mehr sendenden Rover "Spirit" auf dem Mars. Denn am 25. Januars 2004 landete das noch immer fleißig umherfahrende Mars-Auto "Opportunity" - "Spirit" war schon Tage vorher auf dem roten Planeten angekommen.

Die online einsehbaren Artikel geben einen Einblick in die bisherigen Ergebnisse der Missionen. Darunter sind nicht nur Nachweise von chemischen Elementen, aus denen sich Leben bilden könnte, dabei, sondern auch Strahlungsmessungen, Altersbestimmung der Mars-Oberfläche, mineralogische und geologische Analysen sowie Umweltstudien. Die Botschaft ist: Die Nasa-Gefährte haben einen großen Wissensschatz auf unserem Nachbarplaneten gehoben.

kpg

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insgesamt 8 Beiträge
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Seite 1
jacktoast 24.01.2014
1. nur mal gesponnen
Nehmen wir mal an, es würden unleugbare Beweise für früheres Leben auf dem Mars oder auch ganz woanders im Universum gefunden: was würden dann die Religionsfanatiker aller Couleur dazu sagen ?
michael1998 24.01.2014
2. dann wird einfach weiter gesponnen
Gott liebt alle Völker! Generell ist an dies sehr wohl zu glauben und wenn es kraft gibt, warum nicht?! Das Problem sind in der Tat die Fanatiker, Tea Party Olè!
brille000 24.01.2014
3. Also doch ...
Ich hab's schon immer gewusst, dass es auf dem Mars Leben gibt. Donuts mit Blaubeermarmelade ... die Geschmäcker der Marsbewohner sind halt eiwas speziell.
OliverKönig 24.01.2014
4. das war der Rest vom übersäuerten Ozean
wird hier auf der Erde auch mal so aussehen. Auf dem Mars kann man sich schon mal anschauen, wie die Erde in 10.000 Jahren aussieht, wenn die Menschheit nicht die Kurve kriegt.
Der_Widerporst 24.01.2014
5.
Zitat von jacktoastNehmen wir mal an, es würden unleugbare Beweise für früheres Leben auf dem Mars oder auch ganz woanders im Universum gefunden: was würden dann die Religionsfanatiker aller Couleur dazu sagen ?
Denen fällt schon was ein, um ihren Kinderglauben am Leben zu erhalten, da machen Sie sich mal keine Sorgen! Sind etwa die Zeugen Jehovas verschwunden, nur weil sie ein paar mal mit dem Weltuntergang daneben gelegen haben?
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