Meteor: Astronomen sagen erstmals Asteroiden-Treffer voraus

Zum ersten Mal ist es Astronomen gelungen, die Kollision eines Asteroiden mit der Erde vorherzusagen. Das Geschoss mit einem Durchmesser von rund zwei Metern ist laut den Berechnungen in der Nacht zum Montag über dem Sudan zerbrochen und verglüht.

Auf den ersten Blick wirkt die Wucht des kosmischen Brockens beeindruckend: Wenn er die Erde trifft, wird der Asteroid eine Sprengkraft von rund tausend Tonnen TNT entwickeln, hatten Astronomen berechnet. Klar war allerdings auch, dass es nicht zu einem nennenswerten Kontakt mit der Erdoberfläche kommen würde: Das Objekt mit der wenig eingängigen Bezeichnung 8TA9D69 werde in der Erdatmosphäre verglühen, so die Prognose der Himmelsforscher.

Meteor (1999 über Norwegen): Erstmals wurde ein Bolide vorhergesagt
Arne Danielsen

Meteor (1999 über Norwegen): Erstmals wurde ein Bolide vorhergesagt

Asteroiden dieser Größenordnung kollidieren statistisch gesehen etwa ein- bis zweimal pro Jahr mit der Erde. Doch nun ist es erstmals gelungen, ein solches Ereignis vorherzusagen - wenn auch nur mit einem Vorlauf von wenigen Stunden. Nach Berechnungen von Steven Chesley vom Jet Propulsion Laboratory der Nasa in Pasadena hat der Meteor gegen 2.46 Uhr deutscher Zeit die Atmosphäre über dem Sudan getroffen. Wahrscheinlich ist er dabei in mehrere Teile zerbrochen und als sogenannter Bolide verglüht.

"Der Schaden am Boden wird unseren Erwartungen zufolge gleich Null sein", schrieb Andrea Milan von der Universität in Pisa in der Minor Planet Mailing List, auf der sich Asteroiden- und Kometenexperten austauschen. Allenfalls kleine Stücke hätten es bis zur Erdoberfläche schaffen können.

"Das ist das erste Mal, dass ein Asteroideneinschlag vorhergesagt wurde", schwärmte der Astronom David Morrison vom Ames Research Center der Nasa. Dies zeige, dass die Fähigkeit, potentiell gefährliche Objekte in der Nähe der Erde zu verfolgen, inzwischen beachtlich gestiegen sei. In diesem Fall hatte das Minor Planet Center der International Astronomical Union in Cambridge die Koordinierung übernommen.

Unter Astronomen kursieren inzwischen Witze über den Asteroiden. So solle das Objekt zusätzlich zu den bisher verwendeten Bezeichnungen 8TA9D69 und 2008 TC3 noch einen weiteren, griffigeren Namen bekommen. Alain Maury, einer der in Fachkreisen bekanntesten Asteroiden- und Kometenexperten, zitierte in der Minor Planet Mailing List einen Kollegen: "Ich würde diesen Asteroiden nach Alaskas Gouverneurin Sarah Palin benennen. Warum? Er ist klein, nicht besonders hell und wird keine besonders großen Spuren hinterlassen."

Außerdem könne sich der Präsidentschaftskandidat John McCain, dessen Stellvertreterin Palin werden soll, wahrscheinlich daran erinnern, wann der Asteroid entstanden ist. Diese Himmelskörper stammen übrigens in der Regel aus der Frühzeit des Sonnensystems und sind damit etwa viereinhalb Milliarden Jahre alt.

mbe/Reuters

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