Sierra Nevada: Meteor verursacht enorme Explosion über Westen der USA

Schwankende Häuser und ein riesiger Feuerball: Ein gewaltiger Knall hat am Sonntag viele Menschen in Teilen der US-Staaten Nevada und Kalifornien beunruhigt. Grund war vermutlich die Explosion eines Meteors.

Reno/Sacramento - Im Westen der Vereinigten Staaten wurden am Sonntag viele Einwohner von einem lauten Knall aufgeschreckt. Astronomen teilten mit, vermutlich sei ein Meteor über der Erde im Luftraum über der Sierra Nevada südwestlich von Reno explodiert. Beobachter berichteten von schwankenden Häusern von Reno bis Winnemucca in Nevada und von Sacramento bis Bakersfield in Kalifornien. Einige sagten, sie hätten einen riesigen Feuerball gesehen. Berichte über Erdbeben gab es zum Zeitraum der Explosion gegen 8 Uhr Ortszeit nicht.

"Unser Hund drehte völlig durch," berichtet eine Einwohnerin der Kleinstadt Dayton im US-Bundesstaat Nevada laut dem lokalen US-Fernsehsender KTVN Channel 2, der in der Region um Reno und im kalifornischen Lake Tahoe ausgestrahlt wird. "Wir hörten einen lauten Knall, er erschütterte das Haus. Unser Hund bellte und rannte hin und her," schreibt die Hundebesitzerin Jena Bailey auf der Facebook-Seite des Senders. Bislang seien allerdings keine seismologischen Aktivitäten vermeldet worden, berichtet KTVN Channel 2.

Laut dem Nachrichtendienst United Press International (UPI) habe nach Angaben des Nationalen Wetterdienstes ein Meteor über Nordkalifornien den Knall verursacht. Der Meteorologe Craig Shoemaker begründete die Explosion dem Dienst zufolge mit einem Meteoritenschauer über den Gebirgszügen der Sierra Nevada - einem alljährlichen Phänomen, das vom Trümmerschutt des Kometen Thatcher verursacht werde.

Mehr als 20 Augenzeugen wollen die Lichtshow gesehen haben

"Den Berichten nach zu urteilen, habe ich keinen Zweifel daran, dass es ein Feuerball war," sagte Robert Lunsford von der New Yorker American Meteor Society laut Nachrichtenagentur AP. Dass ein Feuerball aber einen Knall verursache, sei ziemlich selten, erklärte der Experte. Wenn man eine laute Explosion höre, sei dies ein guter Hinweis darauf, dass Bruchstücke des Meteoriten in den Boden eingeschlagen sein könnten.

Lunsford sagte weiter, mehr als 20 Personen hätten sich gemeldet, die von dem Phänomen am Morgen berichteten. "Ich beobachte den Himmel seit 30 Jahren," sagte etwa der Augenzeuge Matthew Neal aus San Francisco, "aber ich habe noch niemals etwas so Erstaunliches gesehen. Der Hauptkörper war leuchtend grün, und der Kopf war strahlend rot und weiß."

Die Helligkeit der Feuerkugel habe den Berichten zufolge zwischen der der Sonne und der des Mondes gelegen, schreibt Lunsford auf der Website der American Meteor Society. "Ein Feuerball ist ein Meteor, der größer ist als normal," heißt es dort. Ein Meteor, der so groß sei, wie ein kleiner Ball, könne einen kurzen Moment lang ein Licht erzeugen, das dem des Vollmonds entspreche. Der Grund dafür sei die extrem hohe Geschwindigkeit, mit der diese Objekte auf die Atmosphäre träfen.

In den vergangenen Jahren wurden auch andere Menschen Zeugen von Meteoritenereignissen: Im Oktober 2011 schoss ein 88 Gramm schwerer Meteorit in das Dach eines Wohnhauses in Paris. Ein am 18. Juli 2011 in Marokko eingeschlagener Meteorit stammte Analysen zufolge vom Erdnachbarn Mars, wie US-Wissenschaftler im Januar bekanntgaben. Im Juni 2004 schlug ein 1,3 Kilogramm schwerer Brocken in ein Haus in Neuseeland ein.

Im März 2003 beschädigte ein Steinschauer ein Gebäude in Chicago. Im Jahr zuvor war der Britin Siobhan Cowton auf der Straße ein faustgroßer, glühender Brocken vor die Füße gefallen. "Das passiert nicht sehr oft in Northallerton", kommentierte die damals 14-Jährige ihren Fund. Über Deutschland zerplatzte im April 2002 der Neuschwanstein-Meteoritin 22 Kilometern Höhe - und ließ bei Füssen Steinchen regnen.

bos/dapd/AP

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