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Spektakulärer Feuerball: Ein Winzling lässt die Schotten staunen

REUTERS

Es war ein beeindruckendes Himmelsschauspiel: Ein hell leuchtender Meteor hat die Menschen in Schottland in Aufregung versetzt.

Es war ein Winzling, zehn Zentimeter im Durchmesser vielleicht. So jedenfalls schätzt Keith Horne, Forscher von der University of St. Andrews, die Sache ein. Doch trotz seiner geringen Maße hat ein Meteor viele Menschen in Schottland beschäftigt. Der Feuerball wurde von zahlreichen Augenzeugen gesehen. Auch die Aufnahmen von Dashcams schottischer Autofahrer sowie Sicherheitskameras zeigen das Phänomen.

Manche Beobachter erklärten, sie hätten neben einem hellen, an einen Blitz erinnernden Leuchten auch einen Knall gehört. Die britische Wetterbehörde Met Office erklärte, es habe sich nicht um ein meteorologisches Phänomen gehandelt, in der Region habe es zu dieser Zeit keine Gewitter gegeben.

Dass kleinere kosmische Brocken die Erde erreichen und in der Atmosphäre verglühen, ist im Prinzip nichts Besonderes. Forscher Horne schätzt, dass wir jedes Jahr von etwa einer halben Million Brocken dieser Größe getroffen werden. Der Meteor vom Montag sei mit einer Geschwindigkeit von 30 Kilometern pro Sekunde unterwegs gewesen. Vermutlich sei er mehr als 30 Kilometer über der Erdoberfläche verbrannt.

Europäisches Beobachtungsnetzwerk

Zur Beobachtung ähnlicher Phänomene betreibt das Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt zusammen mit tschechischen Kollegen das Europäische Feuerkugelnetz. Dazu gehören 25 Kamerastationen in fünf Ländern. Sie sind so konstruiert, dass sie jeweils den gesamten Himmel im Blick haben können. Durchschnittlich werden auf diese Weise 50 hellere Meteore pro Jahr beobachtet.

Besonders spektakulär war zuletzt eine Feuerkugel am Halloween-Wochenende, Ende Oktober vergangenen Jahres. Dieser war hoch über dem westlichen Polen verglüht. In Süddeutschland hatte ein Meteor zuletzt im März 2015 die Menschen fasziniert.

Solche Himmelserscheinungen sind eine spektakuläre Erinnerung daran, dass die Erde immer wieder auch von größeren Objekten getroffen wird. Funktionierende Technik zur Abwehr eines Asteroiden hat die Menschheit noch nicht, doch viele Studien laufen. Ein russischer Ingenieur machte zuletzt mit dem Vorschlag Furore, Asteroiden notfalls mit Interkontinentalraketen aus dem Weg zu räumen - vor allem weil diese ohnehin dauerhaft in Einsatz gehalten würden und notfalls sehr schnell abgefeuert werden könnten.

chs

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