Saturnmond Titan: Methanseen trocknen aus

Der Mond Titan ähnelt der Erde - aber die Flüssigkeiten unterscheiden sich: Statt Wasser tropft auf Titan Methan vom Himmel und sammelt sich in Seen. Doch der Stoff scheint sich zu verflüchtigen.

Seen auf Titan: Methanvorräte auf Saturnmond könnten zur Neige gehen Zur Großansicht
NASA/ JPL-Caltech/ UC of Arizona

Seen auf Titan: Methanvorräte auf Saturnmond könnten zur Neige gehen

Berlin - Der Saturnmond Titan interessiert Astronomen und Geologen ganz besonders. Denn es gibt einige frappierende Ähnlichkeiten zur Erde. Hier wie da gibt es Seen und Meere an der Oberfläche - und immer mal wieder fallen Tropfen vom Himmel. Nur die Flüssigkeiten unterscheiden sich: Auf der Erde ist es Wasser, auf Titan der Kohlenwasserstoff Methan.

Nasa-Forscher berichten nun, dass der Methankreislauf womöglich nur ein vorübergehendes Phänomen ist. "Die aktiven chemischen Prozesse auf Titan könnten in einigen Dutzend Millionen Jahren enden", sagt Christophe Sotin, der gemeinsam mit Kollegen Aufnahmen der Sonde "Cassini" ausgewertet hat. Eines Tages könnten die Methanvorräte auf dem Saturnmond zur Neige gehen, heißt es in einer Nasa-Mitteilung.

Sotins Team hatte die Ausdehnung von Seen auf Titan im Abstand mehrerer Jahre untersucht und mit einem Modell die Größe der Methanreservoirs auf dem Mond und in seiner Atmosphäre abgeschätzt. Die Forscher kamen dabei zu dem Schluss, dass es keinen Methannachschub gibt.

Zugleich ergaben die Beobachtungen, dass sich die Ausdehnung der Seen kaum ändert. Weil die Niederschlagsmenge auf Titan eher gering ist, folgerten Forscher daraus, dass die Verdampfung aus den Gewässern ebenfalls nur gering sein kann. Da Methan selbst aber relativ leicht verdampft, müssen die Seen nach Angaben der Forscher aus dem Kohlenwasserstoff Ethan besehen, das sich nicht so leicht in die Atmosphäre verflüchtigt.

Die Forscher glauben, dass das Methan von einem gigantischen, schon lange zurückliegenden Ausbruch stammt. Bei einem gewaltigen Crash könnte der Saturnmond quasi in Methan getränkt worden sein, heißt es in der Nasa-Mitteilung. Oder aber die Verbindung wurde bei Vulkanausbrüchen freigesetzt.

Im Laufe der Zeit werde Methan durch das Sonnenlicht zerstört, prognostizieren die Forscher. Die Gesamtmenge des Kohlenwasserstoffes verringere sich dadurch. Gleichzeitig reicherten sich aus Methan entstandene Reaktionsprodukte an.

hda

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insgesamt 21 Beiträge
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1. Wir brauchen eine Methanabgabe
muttisbester 16.04.2013
Wir müssen den Klimawandel auf Titan stoppen!! Darf ja wohl nicht wahr sein, dass es einen Klimawandel gibt den wir nicht zu verhindern versuchen!
2. Theorie
mori1982 16.04.2013
Die Theorie zur Entstehung von Methan außerhalb der Erde ist ja mal wieder herrlich :( Blos keine naheliegende Erklärung nutzen, es könnten ja Weltbilder zerstört werden und damit gewisse Rohstoffpreise in den Keller gehen.
3. ah ja!!!
besso 16.04.2013
Bei einem gewaltigen Crash könnte der Saturnmond quasi in Methan getränkt worden sein. Abgesehen vom wohlbekannten "könnte" eine der lustigsten Erklärungen zur Methanatmosphäre.
4. Seen trocknen aus!!
hansulrich47 16.04.2013
und was trinken dann die Titan-Tiere? Da muss der WWF was machen! Aber ernsthaft: das ist wieder so'n Artikel, was soll der? Methan hat nen Siedepunkt von -189°C, Ethan einen von -89°C. Klar, dann ist Ethan eher flüssig. Wo diese beiden Kohlenwasserstoffe herkommen, dafür gibt es keine Erklärung. Vulkanausbruch? Wie ist es dann zuvor entstanden? Diese Berichte sind so wirr, da frag ich mich was ich daraus lernen soll. Ich hab 'ne andere Theorie: Die Seen verschwinden, weil die Russen von dort ihr Erdgas abpumpen! ;-)))))
5.
kurtliberal 16.04.2013
Zitat von mori1982Die Theorie zur Entstehung von Methan außerhalb der Erde ist ja mal wieder herrlich :( Blos keine naheliegende Erklärung nutzen, es könnten ja Weltbilder zerstört werden und damit gewisse Rohstoffpreise in den Keller gehen.
Welche naheliegende Erklärung soll das denn sein? Und warum sollte eine Erklärung zur Entstehung von Methan auf Titan gleich Weltbilder zerstören? Sehr rätstelhafter Kommetar.
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