Milchstraße Neue Karte zeigt 1,7 Milliarden Sterne

Eine so detaillierte Karte unserer Galaxie gab es bislang nicht: Der Satellit "Gaia" hat etwa 1,7 Milliarden Sterne abgelichtet, Forscher haben die Aufnahmen zu einem riesigen Bild zusammengesetzt.

ESA/Gaia/DPAC

Ende 2013 war das Weltraumteleskop "Gaia" ins All gestartet. Aus den über Jahre gesammelten Daten haben Esa-Forscher nun die bislang detaillierteste Karte der Milchstraße erstellt. Sie enthält 1,7 Milliarden Sterne.

Die Daten stammen aus dem Zeitraum vom 25. Juli 2014 bis zum 23. Mai 2016. Die Auflösung ist enorm. Laut Esa ist sie vergleichbar mit einer Euro-Münze, die auf dem Mond liegt und trotzdem von der Erde aus erkannt wird.

Die Astronomen konnten die genaue Bewegung von 1,3 Milliarden Sternen erfassen. Das war möglich durch die Eigenbewegung der Sterne oder durch die unterschiedliche Blickposition des Teleskops je nach Position der Erde in ihrer Umlaufbahn um die Sonne.

"Die mit 'Gaia' gesammelten Beobachtungen definieren die Grundlagen der Astronomie neu", sagte Günther Hasinger, wissenschaftlicher Direktor der Europäischen Weltraumagentur Esa.

Größte Digitalkamera, die je für den Weltraum gebaut wurde

Im September 2016 hatten die Forscher die erste große Karte der Milchstraße vorgestellt, die auf "Gaia"-Daten beruht. Der Katalog umfasste damals 1,15 Milliarden Sterne. "Gaia" vermisst seit Juni 2014 dreidimensional die Milchstraße - aus einer Position eineinhalb Millionen Kilometer von der Erde entfernt.

Weltraumteleskop "Gaia"
DPA/ Astrium

Weltraumteleskop "Gaia"

Der Satellit verfügt über die größte Digitalkamera, die je für den Weltraum gebaut wurde. Sie hat eine Auflösung von fast einer Milliarde Pixel. Von dem dreidimensionalen Abbild unserer Galaxie erhoffen sich die Forscher neue Erkenntnisse über Entstehung, Ursprung und heutiges Aussehen der Milchstraße.

"Gaia" soll unter anderem die Fragen beantworten, wie genau die Spiralarme unserer Galaxie entstanden sind und welche Materieströme die Milchstraße durchziehen.

Gebaut wurde "Gaia" vom Raumfahrtunternehmen Airbus Defence and Space. Die von "Gaia" gesendeten Daten werden in den Esa-Bodenstationen im spanischen Cebreros und im australischen New Norcia über Parabolantennen empfangen.

hda/AFP



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