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Milchstraße: Jeder sechste Stern könnte Planetensystem haben

Die Erde könnte Millionen Zwillinge im All haben. Neuen Berechnungen zufolge dürfte jeder sechste Stern in der Milchstraße ein Planetensystem wie das unsere besitzen. Damit gäbe es allein in unserer Galaxie mehrere hundert Millionen Sonnen mit großen Gas- und kleinen Gesteinsplaneten.

Exoplaneten beim Stern Gliese 581 (Zeichnung): Wie viele Erden enthält die Milchstraße? Zur Großansicht
dpa

Exoplaneten beim Stern Gliese 581 (Zeichnung): Wie viele Erden enthält die Milchstraße?

Washington - "Nun kennen wir unseren Platz in der Galaxis", sagte Scott Gaudi auf der Jahrestagung der American Astronomical Society (AAS). Etwa 15 Prozent der Sterne in der Milchstraße bildeten ähnliche Systeme mit mehreren großen Gasplaneten in den Außenbezirken, berichtete der Forscher von der Ohio State University in Columbus. Sein Fazit: "Sonnensysteme wie unseres sind nicht einzigartig - aber auch nicht weit verbreitet."

Gaudis internationales Team hat über mehrere Jahre die Galaxis nach Planeten außerhalb unseres Sonnensystems abgesucht. Dabei stützten sich die Forscher auf den sogenannten Mikrogravitationslinseneffekt. Dieser setzt dann ein, wenn aus Sicht der Erde die Bahn eines Sterns die eines anderen kreuzt. Der Himmelskörper, der näher an der Erde ist, verstärkt durch seine Schwerkraft wie mit einer Lupe das Licht des hinter ihm liegenden Sterns. Umkreisen Planeten den sogenannten Lupenstern, erhöhen sie diese Verstärkung kurzzeitig.

Mit dieser Technik spürten Forscher in den vier Beobachtungsjahren nur ein einziges Sonnensystem wie unseres auf, das große Gasplaneten in den Außenbezirken besitzt. Die Entdeckung datiert aus dem Jahr 2006 und wurde 2008 im Fachblatt "Science" verkündet. "Hätte jeder Stern ein Sonnensystem wie unseres, hätten wir etwa sechs finden müssen", erläuterte Gaudi, der für seine Forschung den Helen-B.-Warner-Preis für Astronomie bekommen hat.

Mit der niedrigen Entdeckungsrate hat der Forscher zusammen mit Kollegen ein statistisches Modell gefüttert - und das lieferte die Wahrscheinlichkeit von 15 Prozent. Gaudi räumte allerdings ein, dass die bisherige Annahme nur auf dem Fund eines Planetensystems basiere - und die tatsächliche Wahrscheinlichkeit möglicherweise stark von der berechneten abweichen könnte. "Doch unsere Studie zeigt, dass wir mit unseren heutigen Experimenten diese Messungen beginnen können."

Forscher rechnen mit regelmäßigen Funden erdähnlicher Planeten

Große Gasplaneten in den Außenbezirken eines Planetensystems gelten als günstig für die Entwicklung von Leben auf möglichen inneren Gesteinsplaneten. Dank ihrer enormen Schwerkraft fangen sie herumtrudelnde Bruchstücke, Kometen und Asteroiden ein und mildern so das tödliche kosmische Bombardement innerer Planeten.

Auch wenn die Forscher ursprünglich auf mehr Planetensysteme wie das unsere gehofft hatten, ist ihr Ergebnis keine Enttäuschung. Denn es gibt 100 bis 300 Milliarden Sterne allein in der Milchstraße, die wiederum nur eine von rund hundert Milliarden Galaxien im bekannten Universum ist. "Selbst wenn die Chance nur zehn Prozent beträgt, blieben noch mehrere hundert Millionen Planetensysteme wie das unsere übrig", sagte der Astronom Andrew Gould, der mit Gaudi an der Ohio State University arbeitet.

Für die Zukunft rechnen die Forscher mit einer wahren Flut von Planetenentdeckungen. Mit der bisherigen Strategie, schreiben Gaudi und seine Kollegen in ihrem Fachbeitrag, seien nicht mehr als einige Funde pro Jahr möglich. Die nächste Generation der Microlensing-Experimente aber werde auf völlig anderen Prinzipien basieren.

Weitwinkelkameras auf Spiegelteleskopen sollen künftig rund um die Uhr große Bereiche des Himmels absuchen. Auf diese Weise werde man 900 bis mehrere tausend Gravitationslinseneffekte pro Jahr entdeckten, haben Gaudi und seine Kollegen berechnet. "Und alle diese Ereignisse werden automatisch nach Störungen durch Planeten abgesucht", so die Forscher.

Zwei Wissenschaftlerteams hätten derartige Suchaktionen bereits simuliert. Beim Einsatz von drei Teleskopen, so das Ergebnis, sei mit der Entdeckung von durchschnittlich 1,6 erdähnlichen Planeten und zehn sogenannten Super-Erden pro Jahr zu rechnen.

mbe/hda/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 24 Beiträge
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1. Prima
mavoe 06.01.2010
Zitat von sysopDie Erde könnte Millionen Zwillinge im All besitzen. Neuen Berechnungen zufolge dürfte jeder sechste Stern in der Milchstraße ein Planetensystem wie das unsere besitzen. Damit gäbe es allein in unserer Galaxie mehrere hundert Millionen Sonnen mit großen Gas- und kleinen Gesteinsplaneten. http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/0,1518,670219,00.html
Jetzt wird es aber Zeit für den Warp-Antrieb, um wenigstens Klasse-M-Planeten zu erkunden. Erstmal hier im Alpha-Quadranten. Vielleicht finden wir dabei auch ein bajoranisches Wurmloch, welches uns auch den Gamma-Quadranten erschließt. Nur sollten wir uns vor dem Delta-Quadranten hüten, denn da sind die Borg! Mit den meisten anderen Spezies werden wir uns wohl arrangieren können. Dies schaffen wir aber nur, wenn Wachstum und Wohlstand für Alle erreicht ist und Geld überflüssig wird. Dann wird es bei uns keine Kriege mehr geben und wir können eine weltweite Regierung mit einer Sternenflotte zu friedlichen Zwecken aufbauen. Aber wir müssen immer die Oberste Direktive beachten! Das wird ne geile Zeit in 300 Jahren. Live long and prosper :)
2. Vulkanier, Klingonen und Andere
clemi44 06.01.2010
Die Annahme, es gebe Millionen Planeten mit Leben und Zivilisationen ist völlig falsch. Im Artikel wird völlig vernachlässigt, dass neunzig Prozent aller Sterne eine 'Lebenserwartung' von höchstens zehn Millionen Jahren haben. In dieser Zeit hat ein möglicher Planet noch keine feste Oberfläche entwickelt, erst recht kein Leben an der Oberfläche. Vor Jahren hatte die NASA eine mögliche Zahl von 25.000 denkbaren Zivilisationen errechnet. Dabei ist man von den Planetentypen ausgegangen, die wir aus unserem Sonnensystem kennen. Die völlig anderen Planeten, die seitdem gefunden worden sind, haben die Erwartung reduziert. Glühend heisse Gasplaneten die ihre Sonne in unmittelbarer Nähe in wenigen Tagen umkreisen werden sicher kein Leben entwickeln. Auffallend ist doch wohl eher, dass unter den hunderten entdeckter Planeten nur ein einziger ist, der unserer Erde zu gleichen scheint. Wer annimmt, dass 25.000 Zivilisationen auch ganz schön sind, irrt. Das wäre eine Zivilisation je 10 Millionen Sterne. Ein weiter Weg bis dahin. Und zu glauben, dass man wie die Enterprise mit vielfacher Lichtgeschwindigkeit durch ein Wurmloch fliegen kann ist falsch. Auch dort gilt Einstein. Es wird nie einen Kontakt zu einer anderen Zivilisation geben - leider.
3. Titel für den Beitrag
Faust007 06.01.2010
Zitat von clemi44Die Annahme, es gebe Millionen Planeten mit Leben und Zivilisationen ist völlig falsch. Im Artikel wird völlig vernachlässigt, dass neunzig Prozent aller Sterne eine 'Lebenserwartung' von höchstens zehn Millionen Jahren haben. In dieser Zeit hat ein möglicher Planet noch keine feste Oberfläche entwickelt, erst recht kein Leben an der Oberfläche. Vor Jahren hatte die NASA eine mögliche Zahl von 25.000 denkbaren Zivilisationen errechnet. Dabei ist man von den Planetentypen ausgegangen, die wir aus unserem Sonnensystem kennen. Die völlig anderen Planeten, die seitdem gefunden worden sind, haben die Erwartung reduziert. Glühend heisse Gasplaneten die ihre Sonne in unmittelbarer Nähe in wenigen Tagen umkreisen werden sicher kein Leben entwickeln. Auffallend ist doch wohl eher, dass unter den hunderten entdeckter Planeten nur ein einziger ist, der unserer Erde zu gleichen scheint. Wer annimmt, dass 25.000 Zivilisationen auch ganz schön sind, irrt. Das wäre eine Zivilisation je 10 Millionen Sterne. Ein weiter Weg bis dahin. Und zu glauben, dass man wie die Enterprise mit vielfacher Lichtgeschwindigkeit durch ein Wurmloch fliegen kann ist falsch. Auch dort gilt Einstein. Es wird nie einen Kontakt zu einer anderen Zivilisation geben - leider.
Nie würde ich nicht sagen.
4. Was für eine Überaschung!
Bluecher59, 06.01.2010
die Tatsache das es Leben im Universum gibt - und sogar bedingt intelligentes - kann ich jeden morgen im Spiegel sehen - ok - nicht besonders hübsch und intelligent? - Aber wir sind der Beweis das es grundsätzlich funktioniert. Da muß man schon ziemlich ignorant sein um anzunehmen, dass dies eine einmalige Ausnahme gewesen sein soll. Einen Kontakt wird es allerdings HOFFENTLICH!!! niemals geben denn: 1. reichen schon weniger als 100.000 Jahre Zeitversatz damit sich unsere Kulturen verpassen 2. sind die Entfernungen viel zu groß (auch in Zukunft - für alle Treckies) 3. bleibt die Frage, ob wir uns gegenseitig als intelligentes Leben erkennen würden 4. würden wir uns gegenseitig alleine durch die unterschiedlichen und nicht kompatiblen Umweltsysteme entweder vergiften oder mit Viren und Bakterien töten (siehe die Urvölker in Südamerika nach dem Eintreffen der Spanier) 5. wäre es für die von uns entdeckte Rasse vielleicht nicht sehr angenehm, wenn bei denen reichlich Öl oder Gold vorkomt (nur als Beispiel) wir erklären dann ja gerne schonmal einen Krieg 6. könnte es vielleicht sein, dass die noch übler drauf sind als wir - und uns überlegen - dann hätten wir die Arschkarte :-) Also - besser weiter träumen und im Kino schön gemachte Sience-Fiction Filme à la Avatar kucken und ansonsten mal lieber nicht so laut in den Orbit rufen - am Ende finden sie uns noch!
5. \\//_
sample-d 06.01.2010
Zitat von mavoeJetzt wird es aber Zeit für den Warp-Antrieb, um wenigstens Klasse-M-Planeten zu erkunden. Erstmal hier im Alpha-Quadranten. Vielleicht finden wir dabei auch ein bajoranisches Wurmloch, welches uns auch den Gamma-Quadranten erschließt. Nur sollten wir uns vor dem Delta-Quadranten hüten, denn da sind die Borg! Mit den meisten anderen Spezies werden wir uns wohl arrangieren können. Dies schaffen wir aber nur, wenn Wachstum und Wohlstand für Alle erreicht ist und Geld überflüssig wird. Dann wird es bei uns keine Kriege mehr geben und wir können eine weltweite Regierung mit einer Sternenflotte zu friedlichen Zwecken aufbauen. Aber wir müssen immer die Oberste Direktive beachten! Das wird ne geile Zeit in 300 Jahren. Live long and prosper :)
Ja.. bloss blöd, dass wir noch den Dritten Weltkrieg zwischen den Vereinigten Staaten und der östlichen Koalition von 2026 - 2053 vor uns haben, bevor Cochrane den WARP zum ersten mal startet... \\//_
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