Raumfahrt und Mythos Warum es die "dunkle Seite des Mondes" nicht gibt

Erstmals ist eine Sonde auf der Rückseite des Mondes gelandet, die oft irrtümlich die "dunkle Seite" genannt wird. Licht bekommt sie schon - nur ist eine Mondhälfte von der Erde aus nie sichtbar. Eine kurze Erklärung.

Mondrückseite (mit Erde im Hintergrund): Dieses Bild hat der Nasa-Satellit "DSCOVR" im August 2015 gemacht
DPA / Nasa / DSCOVR

Mondrückseite (mit Erde im Hintergrund): Dieses Bild hat der Nasa-Satellit "DSCOVR" im August 2015 gemacht


Mit der chinesischen Raumsonde "Chang'e 4" ist erstmals ein menschengemachtes Gerät auf der Rückseite des Mondes gelandet. Mit Rückseite ist die von der Erde abgewandte Hälfte des Erdtrabanten gemeint.

Von der Erde aus ist stets dieselbe Hälfte des Mondes sichtbar, weil der Mond für eine Drehung um sich selbst genauso lange braucht wie für einen Umlauf um die Erde.

Diese sogenannte gebundene Rotation hat sich in der Anfangszeit des Sonnensystems eingestellt, weil die Anziehungskraft der Erde wesentlich stärker ist: Zunächst drehte sich der Mond schneller als heute, doch die Schwerkraft der Erde hat ihn so weit gebremst, dass seine Drehung mittlerweile vollkommen von der Erde bestimmt wird.

China National Space Administration/HANDOUT/EPA-EFE/REX

Erst 1959 bekamen Menschen erstmals eine Vorstellung von der Rückseite des Mondes: Die sowjetischen Sonde "Lunik 3" schickte 29 Bilder.

Dennoch fantasierten die Musiker von Pink Floyd 1973 auf ihrem Album "The Dark Side of the Moon" weiterhin von einer "dunklen Seite des Mondes". Doch die Sonne bescheint den Mond im Laufe eines Monats von allen Seiten.

Nur bei Vollmond liegt die Rückseite des Mondes komplett im Schatten, und seine gesamte Vorderseite leuchtet im Sonnenlicht.

boj



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