Zerschellte Sonden, Apollo-Mobil, Golfbälle Unser Astro-Müll auf dem Mond

Schon vor der Landung der chinesischen Sonde "Chang'e 4" haben Menschen so manches auf den Mond gebracht, darunter sogar Golfbälle und eine Bibel. 2012 listete die Nasa 748 solcher Astro-Importe.

US-Astronaut James Irwin Ende Juli 1971 während der Apollo-15-Mission auf dem Mond
DPA

US-Astronaut James Irwin Ende Juli 1971 während der Apollo-15-Mission auf dem Mond


Mit der am Donnerstag geglückten Mondlandung der Chinesen vergrößert sich nicht nur das Wissen über den Erdtrabanten - sondern auch die Müllmenge, die Menschen dort hinterlassen.

Hunderte Ausrüstungsgegenstände, Sonden und andere Werkzeuge haben die bisherigen Missionen bis heute auf den Mond gebracht und dort zurückgelassen. Dazu zählen Kameras, Messgeräte und zerschellte Raumsonden.

Doch die Hinterlassenschaften zeugen nicht nur von diversen wissenschaftlichen Untersuchungen, sondern auch von einer Menge Symbolik: So liegen im Mondstaub eine Bibel, die Feder eines Falken und ein Olivenzweig aus Gold - als Symbol für Frieden - sowie zwei herrenlose Golfbälle.

1971 schlug der Astronaut Alan Shepard die Bälle auf dem Mond. Er wollte wissen, wie weit sie bei der dort geringen Schwerkraft fliegen - wesentlich weiter als auf der Erde, so die knappe wissenschaftliche - wie vorhersehbare - Erkenntnis aus dem sportlichen Feldversuch.

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Die fremden Teile auf dem Mond stammen vor allem von den zwölf Astronauten, die bei den US-Apollo-Missionen den Erdtrabanten betreten haben.

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat die bis zum Jahr 2012 zurückgelassenen Objekte in einer Liste zusammengefasst, damals waren es 748 Teile. Seither gab es weitere Missionen, bei denen Geräte auf dem Mond landeten - etwa das chinesische Mondfahrzeug "Yutu", das seit 2014 als verschollen gilt.

Bislang gab es rund 80 Missionen in den Mondorbit oder zur Mondoberfläche. Für die kommenden Jahre sind eine Vielzahl weiterer Projekte geplant - die Müllmenge auf dem Trabanten dürfte stetig größer werden.

boj/dpa

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insgesamt 50 Beiträge
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anachronismus 03.01.2019
1. Artefakte
Bei den hinterlassenen Gegenständen handelt es sich um Artefakte, meinetwegen auch Kulturgüter, nicht um Müll. Wir reden hier von Hochtechnologie oder Mitbringseln symbolischer Tragweite, nicht von Bananenschalen und Joghurtbechern.
permissiveactionlink 03.01.2019
2. Stilvolles Einlochen
Ein wirklich guter Golfspieler erreicht mühelos Abschlaggeschwindigkeiten von vo = 80ms^-1. Ob das auch im Raumanzug funktioniert ? Keine Ahnung. Auf dem Mond gibt es aber bekanntlich keine Atmosphäre, weshalb die Dellen auf den Golfbällen ("Dimples") dort auch keine Bedeutung haben : Der Strömungswiderstand ist sowieso null, also cw = 0. Die Gravitationsbeschleunigung beträgt 1,62ms^-2. Bei Vernachlässigung der Mondkrümmung erhält man dann die maximal erzielbare Weite bei einem Abschlagwinkel von 45° gegen die Mondoberfläche. sx,max = ((vo^2)*sin(2alpha))/g = 3950,62m. Dabei wird die maximale Flughöhe von sy,max = ((vo^2)*((sin(alpha))^2))/2g = 987,65m erreicht.
bauklotzstauner 03.01.2019
3.
Vielleicht hätte man in dem Artikel auch den mit 14 Tonnen Material größten einzelnen Müllhaufen erwähnen sollen, der je von Menschen auf dem Mond abgeworfen wurde - und das im wörtlichen Sinne. Er stammt ausgerechnet von Apollo13 - jener Mission, die gar nicht auf dem Mond landete. Auf der NASA-Liste steht er sogar: "S-IVB" Das Kürzel steht für die dritte Raketenstufe der Saturn-V-Startrakete, die das Apollo-Raumschiff samt Mondlander aus der Erdumlaufbahn herauskatapultierte und in Richtung Mond beschleunigte. Diese dritte Stufe wurde normalerweise in den freien Weltraum geschickt. Bei der Apollo13-Mission jedoch ließ man sie gezielt auf dem Mond einschlagen, um das so erzeugte Mondbeben (9000 Km/h Aufprallgeschwindigkeit entsprachen einem TNT-Äquivalent von 10 Tonnen!) mit einem durch Apollo12 aufgestellten Seismometer zu messen. Ein sehr "amerikanisches" Experiment... Vielleicht sollte man sich also ausgerechnet zum heutigen Zeitpunkt einer (bösen?) chinesischen Forschungsmission Artikel über Schrott auf dem Mond verkneifen? Nur so eine Idee.... Hier sieht man übrigens den Krater, den der Einschlag hinterließ: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/46/Apollo13-booster-crater.jpg
1970er 03.01.2019
4. Nicht von mir
ich habe meinen Müll getrennt eingesammelt und zu Hause entsorgt.
The Restless 03.01.2019
5.
Eine Bibel ist allerdings eher peinlich. Sollten Aliens diese irgendwann einmal als einzig überlebendes Buch der Menschheit finden, dann könnten die sich schon denken, mit welchem IQ die Menschen ausgestattet waren.
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