Heute Nacht Die totale Superblutmondfinsternis

Vollmond, Supermond, Blutmond - heute Nacht kommt alles zusammen. Und dann verdunkelt sich der Mond auch noch. Alles, was Sie zu dem seltenen Ereignis wissen müssen.

WetterOnline

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1) Was gibt's zu sehen?

Heute Nacht schiebt sich die Erde zwischen Mond und Sonne. Der Schatten der Erde wandert über den Mond: Zunächst verdeckt er den Rand, später liegt der ganze Mond im Schatten - es herrscht totale Mondfinsternis, allerdings eine ganz besondere.

2) Was ist daran so besonders?

Die totale Mondfinsternis findet ausgerechnet statt, wenn der Mond extrem groß erscheint: Er schwebt derzeit in nur 356.000 Kilometern Entfernung, etwa 50.000 Kilometer näher als in seiner fernsten Position. Der Supermond kommende Nacht wirkt deshalb um ein Siebtel größer und um ein Drittel heller als jener. Der Effekt ist mit bloßem Auge allerdings kaum zu erkennen.

3) Warum färbt sich der Mond?

Der Mond schimmert kupferrot: Nicht alles Licht der Sonne wird von der Erde abgeschirmt, langwelliges Licht biegt sich um die Erde, es beleuchtet den Mond dunkelrot.

4) Wann muss man aufstehen?

Um 3:07 geht's los, dann fällt der erste Schatten der Erde auf den Mondrand. Von 4:11 Uhr bis 5:23 herrscht totale Mondfinsternis. Um 6:27 Uhr wird wieder der gesamte Mond sichtbar.

5) Kann der Supermond Fluten auslösen?

Alle Vollmonde und Neumonde sorgen für höhere Gezeiten. Der Grund: Sonne, Mond und Erde liegen dann auf einer Geraden, weshalb die Schwerkraft von Sonne und Mond besonders stark zerrt. In den Ozeanen bauen sich dann höhere Gezeitenwellen auf. An den meisten Küsten läuft das Wasser aber nur ein paar Zentimeter höher auf, sodass der Effekt kaum sichtbar ist.

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6) Sind Erdbeben und Vulkanausbrüche zu erwarten?

Der Supermond löst keine Katastrophen aus. In manchen Gegenden zeigen Messungen indes, dass Vollmonde und Neumonde die Aktivität erhöhen können: Gas speiende Vulkane speien mitunter mehr Gas. Und das kontinuierliche Zittern in manchen Erdbebenregionen kann unmerklich stärker werden. Dass der Mond jedoch starke Beben oder einen Vulkanausbruch ausgelöst hätte, ist nicht bekannt.

7) Warum heißt dieser Mond auch Erntemond?

Das pralle Licht des Vollmonds im Herbst haben Landwirte früher für die Ernte genutzt. Der Vollmond am nächsten zum Herbstanfang heißt deshalb Erntemond; in Nordamerika Harvest Moon.

8) Was fliegt denn da vor dem Mond herum?

Die Internationale Raumstation ISS schwebt heute Nacht vorüber: Von Deutschland aus ist die bemannte Station ab 4.32 Uhr für fünf Minuten als kleiner Punkt sichtbar, der sich zügig vor dem Mond über den Nachthimmel bewegt. Die ISS umkreist die Erde in etwa 400 Kilometern Entfernung - der Mond ist also ungefähr 900-mal weiter entfernt.

9) Wie würde man das Ereignis auf dem Mond erleben?

Astronauten auf dem Mond würden heute Nacht eine Sonnenfinsternis sehen: Die Erde schiebt sich vor die Sonne, ein strahlend roter Leuchtring flimmert um den Planeten. Weil den Erdtrabanten keine isolierende Atmosphäre umgibt, sorgt der Erdschatten auf dem Mond für einen Temperatursturz. Vor der Sonnenfinsternis herrschen ungefähr 130 Grad, später im Erdschatten 100 Grad unter Null - es kühlt sich auf dem Mond also um gut 200 Grad ab.

10) Wo sind die besten Plätze zum Gucken?

Am besten lässt sich das Himmelsschauspiel abseits künstlicher Lichtquellen besichtigen, also auf dem Land. Aber auch von Großstädten aus wird die Mondfinsternis gut sichtbar. Sie findet im Westen statt - freier Blick in diese Richtung wäre also empfehlenswert. Warme Kleidung scheint ratsam, heute Nacht soll die Luft auf zwei bis neun Grad abkühlen; nur an den Küsten bleibt es wohl ein wenig milder.

11) Stören Wolken oder Nebel die Sicht in Deutschland?

Wetterdienste sagen wolkenarmes Hochdruckwetter vorher. Allerdings könnte es Nebel geben. Nebel lässt sich kaum vorhersagen; Meteorologen sprechen vom Nebel-Lotto. Am ehesten müsse an der Nordseeküste, in den nördlichen Mittelgebirgen, im nördlichen Stau des Erzgebirges und des Thüringer Waldes mit Nebel oder Hochnebel gerechnet werden, prophezeit der Deutsche Wetterdienst. In den meisten Regionen stehen die Chancen also gut, die Supermondfinsternis beobachten zu können.

12) Wann kann man so etwas wieder sehen?

Die nächste totale Mondfinsternis ist am 27. August 2018 von Deutschland aus sichtbar. Die nächste totale Superblutmondfinsternis kommt 2033. Eine totale Superblutmondfinsternis zur Erntezeit aber gibt es erst in 595 Jahren wieder.

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Anmerkung der Redaktion: In einer vorigen Version des Artikels hieß es, der Supermond sei um ein Siebtel größer als im Durchschnitt. Wir haben die Angabe korrigiert und bedauern den Fehler.



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insgesamt 64 Beiträge
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Seite 1
leserich 27.09.2015
1. Drei Uhr
schrillt der Wecker :-)
Spiegelleser22 27.09.2015
2. Die Grafik stimmt absolut nicht!
Die rote Farbe kann man nur in der Zeit der totalen Bedekung sehen (ca. 1 1/4 Stunden) Sobald der Mond aus dem Kernschatten der Erde tritt überstrahlt das Sonnenlicht den rötlichen Schimmer der Erdatmospähre absolut! Bitte ändern!
Untertan 2.0 27.09.2015
3. Mords-Gaudi
Das wird ein echt langer Montag. Sicher gibts noch mehr Unfälle als beim normalen Vollmond, so müde wie viele Leute sein werden...
laurelnetz 27.09.2015
4. Unfassbar
schlechte und falsche Grafik. Nicht zu fassen.
noalk 27.09.2015
5. Keine Gerade!
"Alle Vollmonde und Neumonde sorgen für höhere Gezeiten. Der Grund: Sonne, Mond und Erde liegen dann auf einer Geraden, weshalb die Schwerkraft von Sonne und Mond in eine Richtung wirkt ..." --- Nur bei Mond-oder Sonnenfinternis liegen Sonne, Erde und Mond auf einer Geraden. Bei "normalem" Voll- oder Neumond liegen sie nicht auf einer Geraden, sondern nur in einer Ebene, die senkrecht auf der Ebene der Umlaufbahn der Erde um die Sonne steht.
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