Versteigerung bei Sotheby's 855.000 Dollar für drei Krümel vom Mond

Drei kleine Steinchen so groß wie Reiskörner wechselten gestern beim Auktionshaus Sotheby's in New York für eine sechsstellige Summe den Besitzer. Das Besondere: Sie stammen vom Mond.

Versteigertes Mondgestein in Reiskorngröße
AFP

Versteigertes Mondgestein in Reiskorngröße


Den Gegenwert eines schicken Eigenheims machte ein Kunde des New Yorker Auktionshauses Sotheby's locker, um die angeblich einzigen Steine vom Mond zu besitzen, die auf dem freien Markt erhältlich sind. Für 855.000 Dollar wurden die reiskorngroßen Steinchen gestern versteigert. Der Name des Käufers wurde dabei nicht bekannt gegeben.

Alle Proben von Mondgestein sind normalerweise in der Hand der Regierungen in Moskau oder Washington. Die drei versteigerten Exemplare sind die einzige Ausnahme, deren Herkunft einwandfrei dokumentiert ist. Sie stammen von der unbemannten sowjetischen "Luna 16"-Mission aus dem Jahr 1970. Sie wurden zu Ehren des vier Jahre zuvor verstorbenen Vaters des sowjetischen Raumfahrtprogramms, Sergej Pawlowitsch Koroljow, dessen Witwe Nina Iwanowna geschenkt.

Der Mond als Marke

Gestein kann mit Raumschiffen vom Mond zur Erde gebracht werden, was sehr teuer ist. Oder es fällt buchstäblich vom Himmel - als Mondmeteorit. Solches Material wird bei Einschlägen anderer Gesteinsbrocken vom Mond abgesprengt und legt dann die etwa 380.000 Kilometer zur Erde zurück. Erst vor wenigen Wochen hatte ein Käufer bei einer Versteigerung eines Mondmeteoriten mehr als 600.000 Dollar bezahlt.

Dieses "Mondpuzzle" genannte Gestein besteht nach Angaben des Auktionshauses RR Auction aus sechs Einzelteilen, die zusammen fast 5,5 Kilogramm wiegen. Der Meteorit war 2017 in einem abgelegenen Wüstengebiet in Mauretanien im Nordwesten Afrikas entdeckt worden. Nach Angaben des in Boston ansässigen Auktionshauses soll er nun Teil einer Touristenattraktion in der vietnamesischen Provinz Ha Nam werden.

Bezahlt wird vor allem für Symbolik

Die drei kleinen nun verkauften Steine vom Mond wurden schon zum zweiten Mal versteigert. Die Summe, die Käufer zu zahlen bereit sind, ist dabei gestiegen: Als sie 1993 zum ersten Mal, ebenfalls bei Sotheby's, gehandelt wurden, erzielten sie 442.500 Dollar. Ihr diesmaliger Schätzwert lag zwischen 700.000 und einer Million Dollar.

Bezahlt wird aber vor allem für das, wofür die Steine stellvertretend stehen. "Die Erkundung des Weltraums betrifft die ganze Welt", sagte Expertin Cassandra Hatton im Vorfeld der Auktion der Nachrichtenagentur AFP. "Jeder kann in den Himmel schauen und sich darüber begeistern, deshalb haben wir viele Interessenten aus aller Welt und in allen Altersklassen."

stu/afp



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