Nach Sonnensturm Polarlichter faszinieren Hobby-Astronomen

Nach dem großen Sonnensturm vom Sonntag haben Astro-Fans in Europa und Nordamerika spektakuläre Polarlichter beobachten können. In Norddeutschland war das himmlische Schauspiel zum ersten Mal seit fünf Jahren zu sehen.

DPA / Shawn Malone

Berlin - Nach den mächtigen Eruptionen auf unserer Sonne am Sonntag rasten zwei Teilchenfronten durch das All. Ein Sturm aus Elektronen erreichte die Erde relativ bald, und ließ sich als erhöhter elektronischer Fluss in der Ionosphäre nachweisen. Eine zweite Woge von langsamen Teilchen erreichte unseren Planeten dann in der Nacht zum Mittwoch - und ließ am Himmel über Nordeuropa und Nordamerika grünliche, lila und weiße Polarlichter leuchten.

Plasmateilchen, eingefangen vom Erdmagnetfeld, bringen in diesem Fall die Sauerstoff- und Stickstoffmoleküle der Luft zum Leuchten. Normalerweise ist von diesem Effekt in unseren Breiten kaum etwas zu sehen. Doch diesmal war es anders, zum ersten Mal seit Jahren habe man auch in Norddeutschland Polarlichter sehen können, jubilierte der Arbeitskreis Meteore.

Polarlichter zu fotografieren ist gar nicht so einfach - und erfordert Glück und Können gleichermaßen. Lange Belichtungszeiten sind dabei ebenso wichtig wie ein guter Standplatz mit möglichst wenig Lichtverschmutzung aus der Umgebung. Wenn dann noch das Wetter stimmt, kann man das lautlose Himmelsschauspiel auf Bildern konservieren.

Und tatsächlich: In speziellen Internetforen tauschten Astro-Enthusiasten schnell die ersten Bilder der aktuellen Polarlichter aus. Beobachtungen gab es unter anderem in Schleswig, Elmshorn sowie bei Rostock und Greifswald: Am Nordhimmel konnten Fotoenthusiasten einen sanft grün leuchtenden Bogen sowie weißliche Strahlen ausmachen. Auch aus Norwegen, Dänemark, den USA und Kanada gibt es aktuelle Mondlichtfotos, unter anderem beim Internetdienst Spaceweather.com.

Eigentlich wären besonders hoch im Norden die besten Aufnahmen zu erwarten. Doch weil es dort um diese Jahreszeit nicht richtig dunkel wird, sind die beeindruckenden Lichtschauspiele nicht zu sehen. Etwas weiter im Süden hoffen die Astro-Fans währenddessen darauf, dass schon bald ein weiterer Teilchensturm über die Ionosphäre der Erde hinweg ziehen könnte.

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Himmelsbeobachtung: Geheimnisvolle Polarlichter

Die Sonne ist in einem Zyklus von etwa elf Jahren mehr oder weniger aktiv. Das vergangene Sonnenmaximum gab es 2001. Die neue Eruption sei die erste wirklich bedeutende in Richtung Erde seit längerer Zeit, erklärte das Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics in Cambridge. "Diese Eruption ist eines der ersten Zeichen, dass die Sonne aufwacht und ein neues Maximum ansteuert", schreibt das Institut.

chs/dpa



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