Neue Mars-Mission Nasa will Roten Planeten anbohren

In vier Jahren will die Nasa die nächste Sonde auf dem Mars absetzen: "InSight" soll das Innere des roten Planeten erkunden und unter anderem klären, ob der Mars einen flüssigen Kern hat. Auch ein in Deutschland gebautes Instrument wird mit an Bord sein.

"InSight" (Illustration): Die Sonde soll bis zu neun Meter tief in den Marsboden bohren
JPL / NASA

"InSight" (Illustration): Die Sonde soll bis zu neun Meter tief in den Marsboden bohren


Der Rover "Curiosity" ist gerade erst auf dem Mars gelandet, da kündigt die US-Weltraumbehörde Nasa schon die nächste Mission zum Nachbarplaneten an. Im September 2016 soll "InSight" dort landen. Die stationäre Sonde wird über mehrere Instrumente verfügen, die Informationen über das Innere des roten Planeten gewinnen sollen.

Bisher wissen Forscher noch nicht, ob der Kern des Mars flüssig ist wie der der Erde oder fest. Auch die Frage, wie stark die tektonische Aktivität auf dem Planeten ist, könnte mit Hilfe von "InSight" beantwortet werden. Neue Erkenntnisse über den Mars erweitern auch das Wissen über die Erde - denn sie helfen Wissenschaftern, die Entstehung von Gesteinsplaneten besser zu verstehen.

"Die Erkundung des Mars hat für die Nasa höchste Priorität", sagte Nasa-Chef Charles Bolden. "'InSight' sorgt dafür, dass wir die Geheimnisse des Roten Planeten weiterhin entschlüsseln und die Basis für eine zukünftige bemannte Mission schaffen."

Zwei in Europa konstruierte Messinstrumente sollen mit an Bord sein: Eine Sonde, die unter der Oberfläche den Wärmefluss misst, baut das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). "HP3" soll ihre Fühler bis zu fünf Meter tief in den Marsboden ausstrecken. Die französische Raumfahrtagentur CNES steuert einen Seismografen bei, der Erschütterungen im Marsinneren erfassen soll. Ein geodätisches Messinstrument, das das Jet Propulsion Laboratory der Nasa liefert, soll die Rotation des Planeten genauer untersuchen. Zusätzlich wird "InSight" über einen Roboterarm und zwei Kameras verfügen, damit die Forscher die Instrumente platzieren und überwachen können.

"InSight" werde Informationen über das Innere und die Struktur des Mars liefern, die mit den bisherigen Sonden auf der Oberfläche oder im Orbit nicht gewonnen werden konnten, sagte Nasa-Forscher John Grunsfeld. Die Sonde soll rund zwei Jahre auf dem Mars aktiv sein.

Die Mission soll umgerechnet nicht mehr als 342 Millionen Euro kosten. Sie ist Teil des sogenannten Discovery-Programms der Nasa, einer Reihe vergleichsweise günstiger Missionen. Zu ihnen zählen unter anderem der erste Mars-Rover "Pathfinder", der 1997 auf dem Roten Planeten landete, die Sonde "Dawn", der gerade den Asteroiden Vesta erkundet, sowie das "Kepler"-Teleskop. Für die technischen Details von "InSight" will die Nasa auf Erfahrungen mit der der "Phoenix"-Sonde zurückgreifen, die 2008 auf dem Mars gelandet und mehrere Monate erfolgreich im Einsatz war.

Zwei weitere Missionen - eine zum Saturnmond Titan oder eine in den Asteroidengürtel - hatte die Nasa ebenfalls in Betracht gezogen, sich aber schließlich für "Insight" entschieden. "InSight" steht für "Interior Exploration Using Seismic Investigations, Geodesy and Heat Transport".

wbr



insgesamt 36 Beiträge
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JuliusGrief 21.08.2012
1. Falsche Priorität
Für mich ist die verstärkte Forschung des Mars völlig unverständlich: JDW, janz wei draussen, wie der Berliner sagen würde, umkreist den Jupiter ein Mond aus Eis, in dessen inneren ein gewaltiger Ozean aus flüssigem Wasser (und evtl. Leben) sein könnte. Anstatt sich endlich aufzumachen und in das äussere Sonnensystem vorzudringen, wird ein so gut wie abgegraster Himmelskörper noch auf die kleinsten Details hin untersucht. Dieses Vorgehen ist für mich völlig unverständlich, auch wenn das oben präsentierte Projekt sicherlich auch interessante Ergebnisse liefern wird.
level 21.08.2012
2. Vielleicht ....
Zitat von JuliusGriefFür mich ist die verstärkte Forschung des Mars völlig unverständlich: JDW, janz wei draussen, wie der Berliner sagen würde, umkreist den Jupiter ein Mond aus Eis, in dessen inneren ein gewaltiger Ozean aus flüssigem Wasser (und evtl. Leben) sein könnte. Anstatt sich endlich aufzumachen und in das äussere Sonnensystem vorzudringen, wird ein so gut wie abgegraster Himmelskörper noch auf die kleinsten Details hin untersucht. Dieses Vorgehen ist für mich völlig unverständlich, auch wenn das oben präsentierte Projekt sicherlich auch interessante Ergebnisse liefern wird.
Vielleicht lässt sich das in der Wüste von Nevada nicht so einfach nachbilden.
chris_7599 21.08.2012
3. Rohstoffe
Zitat von JuliusGriefFür mich ist die verstärkte Forschung des Mars völlig unverständlich: JDW, janz wei draussen, wie der Berliner sagen würde, umkreist den Jupiter ein Mond aus Eis, in dessen inneren ein gewaltiger Ozean aus flüssigem Wasser (und evtl. Leben) sein könnte. Anstatt sich endlich aufzumachen und in das äussere Sonnensystem vorzudringen, wird ein so gut wie abgegraster Himmelskörper noch auf die kleinsten Details hin untersucht. Dieses Vorgehen ist für mich völlig unverständlich, auch wenn das oben präsentierte Projekt sicherlich auch interessante Ergebnisse liefern wird.
Mein Tipp für den "Mars-Hype": Rohstoffe! Nachdem bei uns langsam die seltenen Erden und Ähnliches knapp wird...
MarkInTosh 21.08.2012
4. "Die Erkundung des Mars hat für die Nasa höchste Priorität"
Für die Menschheit dürfte die Erkundung des Mars wohl die geringst mögliche Priorität haben. Das Geld, das nun weltweit (selbst in Indien) für zukünftige Marsmissionen rausgepfeffert wird, könnte so unglaublich viel sinnvoller in medizinische Forschung und soziale Projekte investiert werden...
MarkInTosh 21.08.2012
5.
Zitat von levelVielleicht lässt sich das in der Wüste von Nevada nicht so einfach nachbilden.
Dann nehmen sie halt die Pinguinanlage im Zoo von Orlando bei Nacht. ;-)
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