Nasa-Raumsonde "Juno" in Richtung Jupiter gestartet

Mit Solarenergie Richtung Jupiter: Die Nasa-Sonde "Juno" hat ihre Reise zum größten Planeten des Sonnensystems begonnen. Mit einer "Atlas"-Rakete schickte die US-Weltraumbehörde sie ins All. An Bord hat die Forschungssonde auch ein Gastgeschenk.

NASA/ JPL

Cape Canaveral - Der größte Planet des Sonnensystems bekommt Besuch: Am Freitag hat die Nasa eine Sonde zur Erforschung des Jupiters auf den Weg geschickt. Vom Weltraumbahnhof in Cape Canaveral (US-Bundesstaat Florida) ist die rund vier Tonnen schwere Sonde an Bord einer "Atlas"-Rakete abgehoben - mit fast einer Stunde Verspätung.

Diese leichte Verzögerung wird jedoch bei der Gesamtreisedauer keine Rolle spielen. Die solarbetriebene "Juno" wird bis August 2016 unterwegs sein, ehe sie den Jupiter erreicht. Während ihrer Forschungsmission soll die Sonde dem Planeten so nahe kommen wie bisher kein aktives Raumfahrzeug zuvor.

Die Wissenschaft verspricht sich von der 1,1 Milliarden Dollar (rund 770 Millionen Euro) teuren Mission neue Informationen darüber, wie Jupiters Atmosphäre zusammengesetzt ist. Das ermöglicht Rückschlüsse auf den Entstehungsprozess des Sonnensystems.

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Nasa-Sonde "Juno": Mit Solarkraft zum Jupiter
Nach ihrer Ankunft soll "Juno" in eine stark elliptische Umlaufbahn einschwenken, die über die Pole führt. 33 Mal - ein Jahr lang - wird die Sonde nach den Nasa-Plänen den Gasriesen Jupiter umkreisen. Dabei soll sie sich den äußersten Wolken des Planeten auf bis zu 5000 Kilometer nähern. Hat "Juno" ihre Runden absolviert, soll sie gezielt in den Planeten abstürzen.

Galilei-Plakette als Gastgeschenk

Jupiter ist mit einem Durchmesser von rund 143.000 Kilometern nicht nur der größte Planet im Sonnensystem - er hat auch am meisten Masse. Er ist außerdem der erste Planet, der sich nach der Entstehung der Sonne formte. Seine Struktur könnte daher wichtige Hinweise auf die Ursprünge des Sonnensystems geben. Jupiter besteht vor allem aus Wasserstoff und Helium. Mit seiner Anziehungskraft reinigte der Planet die Region bis zur heutigen Erdbahn von kleineren Himmelskörpern - ähnlich wie ein Staubsauger.

Der Orbiter soll vor allem den Wassergehalt in Jupiters Atmosphäre erkunden und herausfinden, ob der Planet einen festen Kern hat. Die Nasa will auch mehr über Jupiters Magnetfeld nahe den Polen erfahren.

Im Gepäck hat die Sonde quasi ein Gastgeschenk für Jupiter von der Menschheit: An Bord ist eine Plakette zu Ehren von Galileo Galilei. Der Astronom entdeckte 1610 die Jupiter-Monde Io, Europa, Ganymed und Kallisto.

"Juno" ist nicht die erste von der Erde stammende Besucherin des Gasplaneten. Unter anderem sammelten "Pioneer 10" 1973 und die beiden "Voyager"-Sonden 1979 im Vorbeiflug Daten von Jupiter. Die deutsch-amerikanische Weltraumsonde "Galileo" flog um den Planeten herum, stürzte 2003 wie geplant in die Jupiter-Atmosphäre und verglühte dort.

wbr/dpa

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