Los Angeles - Auf der Erde ist Methan ein gefürchtetes Treibhausgas. Auf dem Mars könnte das Gas ein Hinweis für Leben welcher Art auch immer sein. 2004 hatten mehrere Forscherteams parallel größere Mengen Methan in der Atmosphäre es Roten Planeten nachgewiesen.
Nun liegen die ersten Messungen des Mars-Rovers "Curiosity" vor. Den vorläufigen Ergebnissen zufolge gibt es keinerlei Spuren in der Marsluft. Die Testergebnisse seien noch nicht endgültig, teilte das mit der Analyse betraute Jet Propulsion Laboratory der Nasa mit. "Die Suche geht weiter", sagte Paul Mahaffy vom Goddard Space Flight Center der Nasa.
Das Analyseinstrument an Bord von "Curiosity" kann Methanmoleküle bis auf wenige ppb (parts per billion) nachweisen. Ein ppb entspricht einem Methanmolekül auf eine Milliarde Atmosphärenmoleküle. In der Atmosphäre der Erde hat Methan eine Konzentration von knapp 2000 ppb, was 2 ppm entspricht (parts per million). Das Spektrometer nutzt einen Laserstrahl, um die Marsluft zu untersuchen.
Ein Nachweis von Methan auf dem Mars würde von den Wissenschaftlern als Indiz darauf gewertet, dass es auf dem Planeten einst Leben gegeben haben könnte. Auf der Erde entsteht das Gas unter anderem als ein Nebenprodukt biologischer Prozesse. Doch auch bei Vulkanausbrüchen oder im Strahlenfeuer von Meteoriten kann Methan freigesetzt werden.
Erst im Mai hatten Wissenschaftler die Hypothese aufgestellt, dass das in der Marsatmosphäre nachgewiesene Methan zu einem großen Teil aus Meteoriten stammt. Die Forscher hatten im Labor Teile eines Meteoriten unter Marsbedingungen mit ultraviolettem Licht bestrahlt. Bei dieser Prozedur konnten sie Gasmoleküle beobachten.
"Curiosity" war am 6. August mit einer völlig neuartigen Technik sicher auf dem Roten Planeten gelandet. Der Roboter der US-Raumfahrtbehörde Nasa soll zwei Jahre lang den Mars erkunden und Spuren von organischem Leben suchen.
Inzwischen hat das rollende Labor schon mehrere spannende Untersuchungsergebnisse geliefert. Beispielsweise ähnelt der Sand auf dem Mars vulkanischem Gestein auf Hawaii. Außerdem hat "Curiosity" neue Hinweise dafür geliefert, dass es auf dem Mars einmal Wasser gegeben hat. Der Rover rollte durch ein ausgetrocknetes Flussbett und fotografierte dabei Kiesel, die nach Meinung der Wissenschaftler einst auf dem Grund eines flachen Wasserlaufs lagen.
hda/dapd
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