Triumphale "Opportunity"-Mission Das Auto, das Wasserspuren auf dem Mars entdeckte

Die Nasa hat eine ihrer erfolgreichsten Missionen beendet, der Mars-Rover "Opportunity" funkt nicht mehr. In 15 Jahren hat er Sensationen zur Erde gesendet.

"Opportunity"
Nasa/dpa

"Opportunity"


Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat die Mission des Mars-Rovers "Opportunity" offiziell für beendet erklärt, weil es seit Monaten kein Lebenszeichen mehr von dem Roboter gibt. Nasa-Experten erklärten im Raumfahrtzentrum in Pasadena in Kalifornien, sie hätten trotz aller Bemühungen keine Signale mehr von dem Rover empfangen, ihr "geliebter" Roboter sei stumm geblieben.

Am 10. Juni hatte "Opportunity" seine bislang letzte Nachricht geschickt. Danach überzog ein gigantischer Staubsturm den Planeten - und der Roboter verstummte und war für das Kontrollzentrum nicht mehr zu erreichen.

Im Juli 2003 war "Opportunity" an Bord einer Trägerrakete vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida gestartet und rund ein halbes Jahr später, am 25. Januar 2004, auf dem Mars gelandet.

Die Rekordfahrt

Seitdem rollte der rund 185 Kilo schwere, sechsrädrige Roboter 45 Kilometer weit über den Mars - nicht ohne Pannen, aber mit bemerkenswertem Durchhaltevermögen. Eigentlich war seine Mission nur auf 90 Tage angelegt. Am Ende wurden es 5498 Tage - laut Nasa ein Rekord.

Während seiner langen Erkundungsphase lieferte "Opportunity" zahlreiche Erkenntnisse darüber, wie die Mars-Oberfläche beschaffen ist. Der Rover entdeckte dabei auch Minerale, die darauf schließen lassen, dass es Wasser auf dem Mars gegeben hat.

Es war eine Premiere: Zum ersten Mal wurden außerhalb der Erde vor Ort Spuren flüssiger Wasservorkommen entdeckt - Wasser gilt als Voraussetzung für die Entstehung von Leben auf dem Planeten.

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Mars-Rover "Opportunity": Das wird nix mehr

Im März 2004 meldeten Detektoren an Bord von "Opportunity" hohe Schwefelkonzentrationen im Marsgestein. Solche Mengen an Schwefel finden sich in Gips oder Anhydrit, nachdem Wasser verdampft ist und die Substanzen zurückgelassen hat. Auch Eisen-Schwefel-Minerale, die im Wasser entstehen, entdeckte das Mars-Auto.

Spuren eines Gewässers

Die Kartierung der Bodenschichtung hatte ebenfalls Wasserspuren offenbart: Anhand Hunderter Fotos von "Opportunity" gelang es Forschern, Muster im Sediment zu entdecken, die von Wasser erzeugt werden, sogenannte Schrägschichtung.

"Opportunity" sendete mehr als 200.000 Fotos, die eine Vorstellung davon geben, wie der Rote Planet aus der Nähe aussieht.

2007 hatte der Rover einen noch viel größeren Sturm überstanden. Doch von dem jüngsten Staubsturm erholte sich der Rover nicht. "Opportunity" brauchte Sonnenenergie, um seine Batterien aufzuladen - und der Sturm ließ so gut wie keine Sonne mehr durch. Deswegen versetzte sich der Rover in den Ruhemodus, aus dem er nicht mehr aufwachte.

Projektmanager John Callas sagte, man habe jeden zumutbaren technischen Aufwand betrieben, um den Roboter zu retten. Doch die Wahrscheinlichkeit, noch ein Signal von ihm zu empfangen, sei bei Weitem zu gering, diese Bemühungen fortzusetzen.

Ende im "Tal der Ausdauer"

Unter dem Hashtag #ThanksOppy postete die Nasa am Mittwoch mehrere Tweets zum Abschied von ihrem Roboter.

US-Vizepräsident Mike Pence schrieb bei dem Kurznachrichtendienst, der Rover habe "das Land stolz gemacht".

Zu ähnlicher Zeit wie "Opportunity" war ein baugleicher Rover namens "Spirit" auf dem Mars gestartet, quasi ein Zwilling. Dessen Einsatz endete allerdings schon 2011.

Die Erkundung des Mars geht aber auch in Zukunft weiter. 2012 war dort der Rover "Curiosity" gelandet und erst im vergangenen Jahr hatte die Nasa einen weiteren Lander, "Insight", auf den Weg zum Roten Planeten geschickt, der Ende November dort ankam.

"Opportunity" hingegen hat sich zur Ruhe gesetzt. An einem symbolträchtigen Ort des Mars kam der Rover zum Stillstand: im "Tal der Ausdauer".

boj/dpa



insgesamt 3 Beiträge
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Hackwar 14.02.2019
1. RIP Oppy
Vielen Dank für fast 15 Jahre Forschung und Abenteuer. Ich habe den Weg des Kleinen immer wieder gerne verfolgt. Eine wirklich tolle technische Leistung von allen und in einer Reihe mit den anderen großen wie Voyager 1 und 2.
quark2@mailinator.com 14.02.2019
2.
Wir müssen da erstmal paar Roboter hinschicken, die ne Fabrik bauen, die Roboter baut, die dann Terraforming machen ... ach halt ... zuerst brauchen wir ein Magnetfeld ... zu dumm. Aber schon schade, daß das kleine Kerlchen jetzt nicht mehr mitspielen will. Eine tolle Mission.
Senf-o-Mat 17.02.2019
3. Oppy
"Oppy" war auch der Spitzname von Julius Robert Oppenheimer während des Manhattan-Projects, bei dem die ersten Nuklearwaffen entwickelt wurden, daher finde ich den Namen im Zusammenhang mit dieser friedlichen Mission etwas unpassend. Abgesehen davon war es eine tolle Leistung, dass ein für lediglich drei Monate konzipierter Roboter 15 Jahre lang Daten sammeln konnte. Die nächste Generation ist ja bereits aktiv und an der folgenden wird bestimmt auch schon gebastelt... Von Grundlagenforschung auf der Raumstation abgesehen denke ich, dass bemannte Raumfahrt unsinnig ist und man derlei bis auf Weiteres Robotern überlassen sollte. Es würde mich nicht wundern, wenn noch zu meinen Lebzeiten heraus käme, dass zumindest einfaches Leben (bzw. chemische Evolution) viel häufiger ist, als vielfach angenommen wird, immerhin wurden in den vergangenen 20 Jahren viele Entdeckungen gemacht, die kaum jemand erwartet hatte (Haüfigkeit von Planeten, Neandertaler-DNA, Vögel sind Dinosaurier usw.). Vielleicht gibt es ja wirklich Spuren davon auf dem Mars, auch wenn er etwas zu trocken zu sein scheint. Warten wir es ab, spannandes Thema. Und jeden Cent wert, um es vorweg zu nehmen, man kennt ja die einschlägigen Kommentare.
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