Video-Animation der "Dawn"-Sonde Zwergplanet in Messerscharf

Bald geht der Nasa-Sonde "Dawn" der Treibstoff aus. Kurz vor dem Ende der Mission zeigt eine 3D-Animation einen gewaltigen Einschlagkrater auf dem Zwergplaneten Ceres - so scharf wie nie zuvor.


Die Uhr für "Dawn" tickt: Bald wird der Raumsonde, die bislang als einziges Fluggerät zwei extraterrestrische Objekte umkreist hat, der Treibstoff ausgehen. Doch was die Nasa-Mission, die seit September 2007 läuft, geleistet hat, zeigt nun eine Video-Animation.

Veröffentlicht wurde sie vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Sie entstand aus den Daten, die das Kamerasystem an Bord der Sonde von der Oberfläche des Zwergplaneten Ceres gesendet hat. Seit 2015 wird der Kleinplanet im Asteroidengürtel von "Dawn" umkreist.

Der Clip zeigt etwa Occator, einen gewaltigen Einschlagskrater auf Ceres. Noch nie wurde seine Oberfläche in einer derart hohen Auflösung kartiert. Grundlage für das Video mit dem dreidimensionalen Höhenmodell sind über tausend Bilder der "Framing Camera", die das DLR mitentwickelt hat.

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Ceres: Im Tiefflug über den Zwergplaneten

"Wir haben seit vergangenem Jahr durch einen elliptischen Orbit Aufnahmen von bis zu drei Metern pro Bildpunkt erreichen können", sagt Ralf Jaumann vom DLR. Der Orbit brachte "Dawn" bis auf 35 Kilometer an die Oberfläche von Ceres heran.

Die bisher höchstaufgelösten Bilddaten erreichten nur 32 Meter pro Bildpunkt, sie stammen aus Kartierungsmessungen, die in einer Flughöhe von 370 Kilometern aufgenommen wurden.

"Dawn" wird nach Nasa-Berechnungen zwischen Mitte September und Mitte Oktober der Treibstoff ausgehen. Die Sonde ist mit Ionentriebwerken ausgestattet, die mithilfe des Edelgases Xenon arbeiten. Außerdem gibt es Triebwerke, die mit Hydrazin, einer Verbindung aus Stickstoff und Wasserstoff, angetrieben werden. Der Hydrazin-Vorrat ist am Ende.

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Versteckte Archäologie: Überraschung im Gebüsch

Zwar wird die Sonde noch viele Jahre in ihrer Umlaufbahn um den Zwergplaneten kreisen, aber eine Kommunikation mit der Erde ist dann nicht mehr möglich. Vor der Reise zu Ceres hatte "Dawn" schon den Asteroiden Vesta erkundet.

Die Mission hat etwa 470 Millionen Dollar (etwa 406 Millionen Euro) gekostet. Sie war ursprünglich für einen Zeitraum von neun Jahren geplant, wurde aber mehrmals verlängert.

joe

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