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Weltraumwetter: Teleskop "Iris" filmt heftige Sonneneruption

NASA/ LMSAL/ IRIS/ SDO/ Goddard

Der heiße Strom schießt mit einer Geschwindigkeit von rund 2,5 Millionen Kilometern pro Stunde aus der Sonne heraus: Das Teleskop "Iris" liefert faszinierende Aufnahmen einer Sonneneruption.

Das Nasa-Teleskop "Iris" blickt ständig Richtung Sonne. Trotzdem ist es nicht einfach, den Späher so auszurichten, dass er genau eine heftige Eruption auf dem Zentralgestirn beobachten kann, einen sogenannten koronalen Massenauswurf (CME). Denn die Nasa-Mitarbeiter müssen mindestens einen Tag im Voraus festlegen, welche Sonnenregionen "Iris" ins Visier nimmt.

"Wir konzentrieren uns auf aktive Regionen und dann warten und hoffen wir, dass wir eine Eruption ("Flare") oder einen CME erwischen", sagt Bart De Pontieu, der die "Iris"-Mission betreut.

Am 9. Mai hat das Teleskop erstmals einen CME direkt gefilmt, wie ein jetzt von der US-Weltraumbehörde veröffentlichtes Video zeigt. Das Material wird nach Angaben der Nasa mit einer Geschwindigkeit von rund 2,5 Millionen Kilometern pro Stunde von der Sternenoberfläche weggeschleudert.

Die dunkle Linie im unteren Drittel des Bildes ist der Eintrittsspalt für den Spektrografen von "Iris", der genauere Untersuchungen der beobachteten Materie ermöglicht. So können die Forscher etwa Temperatur, Geschwindigkeit und Dichte ermitteln.

Warum ist die Korona so heiß?

Das rund 140 Kilogramm schwere Teleskop "Iris" ist im Juni 2013 in einen Erdorbit befördert worden. Ende Juli veröffentlichte die Nasa die ersten Bilder, die das Teleskop von der Sonnenatmosphäre aufgenommen hat.

"Iris" umkreist die Erde in einer Höhe von rund 620 bis 670 Kilometern in einem sonnensynchronen Orbit, der sie nah über die Pole führt.

Der Satellit liefert hochauflösende Fotos der bislang wenig erforschten tiefen Atmosphäre der Sonne, die zwischen der Oberfläche des Sterns und seiner Korona liegt. Die Korona breitet sich über mehrere Millionen Kilometer aus. In der tieferen Atmosphäre dahinter entstehen die UV-Strahlen der Sonne, die sich auf das Klima der Erde auswirken. Außerdem ist die Region Ursprung der Sonnenwinde aus geladenen Teilchen.

Mithilfe von "Iris" wollen Forscher endlich klären, warum sich die Sonnenkorona auf bis zu zehn Millionen Grad aufheizt, während in den niedrigeren Atmosphärenschichten des Sterns nur einige Tausend Grad heiß ist.

wbr

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insgesamt 7 Beiträge
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1. Interessant
FairPlay 01.06.2014
Außer der Geschwinidkeit der Sonneneruption wäre noch interessant wie weit diese Eruption in den Weltraum hinein geschleudert wurde.
2. Protuberanzen
Frank Miskar 01.06.2014
Zitat von FairPlayAußer der Geschwinidkeit der Sonneneruption wäre noch interessant wie weit diese Eruption in den Weltraum hinein geschleudert wurde.
Protuberanzen werden bis zu hunderttausend Kilometer weit in den Weltraum geschleudert. Waren diese Eruptionen in diesem Sinn auch Protuberanzen?
3.
lordax 02.06.2014
Zitat von FairPlayAußer der Geschwinidkeit der Sonneneruption wäre noch interessant wie weit diese Eruption in den Weltraum hinein geschleudert wurde.
Da die Geschwindigkeit, mit der die Materie ausgestoßen wurde, weit oberhalb der Fluchtgeschwindigkeit der Sonne liegt, wird sie irgendwann das Sonnensystem verlassen. Und sofern sie nicht von anderen Massen (Sternen oder so) eingefangen wird, "auf ewig" weiterfliegen. Sozusagen "bis zur Unendlichkeit und noch viel weiter."
4. Verständnisfrage, 2. Versuch
hopenhauer 02.06.2014
Wie sieht ein Orbit aus, der sowohl sonnensynchron ist als auch über beide Pole führt?
5. Sonnensynchron
der_pit 02.06.2014
Zitat von hopenhauerWie sieht ein Orbit aus, der sowohl sonnensynchron ist als auch über beide Pole führt?
Wenn man die Umlaufbahn als Ebene nimmt, zeigt die Senkrechte darauf, also die 'Rotationsachse', genau auf die Sonne. So bleibt die Sonne immer sichtbar, es gibt keinen Schattendurchgang.
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