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Abschleppmission: Nasa will Asteroiden-Stück zum Mond bugsieren

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DPA/ JAXA

Felsbrocken Itokawa: "Asteroiden sind ein wichtiges Thema"

Die US-Weltraumbehörde möchte einen Felsblock aus einem Asteroiden schlagen und in eine Mondumlaufbahn befördern. Im Jahr 2025 könnten Astronauten den Brocken dann bei einem Weltraumspaziergang inspizieren.

Trifft es Itokawa, Bennu oder 2008 EV5? Diese drei Asteroiden gelten als aussichtsreiche Kandidaten für die weiteren Erkundungen des Weltraums. Wie die US-Weltraumbehörde Nasa am Mittwoch bekannt gab, soll mit einem unbemannten Raumschiff aus einem dieser Felsbrocken ein etwa vier Meter großer Felsbrocken herausgeschlagen werden. Diesen will die Nasa dann in eine Umlaufbahn um den Mond schieben. Dort könnte der Brocken auch von Astronauten besucht werden.

Mit der Asteroid Redirect Mission (ARM) will die Nasa die Erkundung des Weltraums und die eigenen Fähigkeiten, im All mit Asteroiden zu arbeiten, vorantreiben. Der Start ist für Dezember 2020 geplant, die gesamte Mission soll rund 1,25 Milliarden US-Dollar kosten.

Sechs Jahre bis zum Mond

"Die Mission wird ein erster Test von Technologien sein, die wir benötigen, um Astronauten tiefer in den Weltraum zu schicken", sagte Nasa-Mitarbeiter Robert Lightfoot. Die Möglichkeit, einen Felsblock von einem Asteroiden wegzubewegen, werde eine neue Ära der Raumfahrt einläuten.

Zuallererst müssen die Forscher der Nasa einen geeigneten Asteroiden auswählen. Dazu werden unter anderem Größe, Rotation, Form und die präzise Umlaufbahn bestimmt. Bisher gelten die Asteroiden Itokawa, Bennu und 2008 EV5 als aussichtsreiche Kandidaten. Die Nasa rechnet damit, dass noch weitere Kandidaten im Vorfeld der Mission hinzukommen. Bennu ist auch das Ziel der Mission "Osiris Rex", bei der 2018 eine Landung auf dem Asteroiden geplant ist.

Asteroid "Itokawa"
Ist der richtige Asteroid erst einmal gefunden und nach einem geglücktem Robotereinsatz um einen passenden Felsblock ärmer, werde es rund sechs Jahre dauern, diesen in die richtige Umlaufbahn um den Mond zu bugsieren, berichten die Nasa-Mitarbeiter auf einer Pressekonferenz. In dieser Zeit könne man neuen Technologien testen.

Neue Techniken, neue Raumanzüge

Der Ionenantrieb (Solar Electric Propulsion) etwa gilt als wichtige Alternative zu herkömmlichen Antriebssystemen. Er nutzt Solarstrom, um einen Ionenstrahl zu erzeugen. Der Rückstoß dieses Strahls treibt das Raumschiff an. Diese Methode ist zwar langsamer als herkömmliche Antriebe, doch könnten die Raumschiffe während Erkundungsmissionen deutlich günstiger betrieben werden.

"Asteroiden sind ein wichtiges Thema", sagte Jim Green, Direktor des Nasa Planetary Science Programms. "Nicht nur, weil sie eine Gefahr für die Erde sein könnten. Ihr wissenschaftlicher Wert für die Raumfahrt ist immens."

Wenn die Pläne der Weltraumbehörde aufgehen, wird etwa 2025 eine Raumsonde der Nasa starten und zwei Astronauten zum Asteroidenbrocken bringen. Rund 25 Tage sollen sie Zeit haben, dessen Oberfläche bei Außenbordeinsätzen zu studieren und Proben zu sammeln.

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nik

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insgesamt 27 Beiträge
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1. Die Waffe der Zukunft
danido 26.03.2015
Und wenn die Nasa wieder inch und meter verwechselt schlägt das Ding eben auf Mutter Erde ein. Aber der Ami wird schon dafür sorgen, dass es die richtige Stelle trifft. Vorzugsweise Russland oder Iran ;)
2. und wenn der Mond nicht
Bin_der_Neue 26.03.2015
Und wenn der Brocken warum auch immer größer ausfällt als 4 Meter und/oder der Mond nicht fängt..? Oops, daneben?
3. Department Of Acronym-Language and Other Things
Bueckstueck 26.03.2015
Da hat sich das DOALOT aber ziemlich hängen lassen - ARM? Ist das alles? So eine ambitionierte Mission schreit doch geradezu nach einem flotten Acronym. Da hätte man sich richtig austoben können!
4. Hm ...
mustermannfrau 26.03.2015
Wäre es nicht einfacher, den Klumpen – ich weigere mich eine 1 m große Klamotte von einem anderen Himmelskörper Asteroid zu nennen – in einer Erdumlaufbahn zu bringen und dort zu untersuchen, da spart man sich den Weg zum Mond? Noch einfacher wäre es, hätte man noch das Shuttle. Dann könnte man den Klumpen einfach einladen und zur Erde bringen und dort untersuchen. Und noch mehr einfacher wäre es, im Rahmen der Mission einfach den Klumpen direkt auf die Erde zu schießen – aber halt, das macht "Mutter Natur" eh von sich aus ... Nun mal ernsthaft: Eine Mission zu einem erdnahen Asteroiden war ja für Mitte der 20er Jahre geplant. Aber so? Da fehlt der NASA wohl das Geld, wo ist das bloß hin verschwunden?
5. Dafür!
InfiniteSpace 26.03.2015
Ich bin immer dafür, wenn es darum geht, unseren Horizont zu erweitern, um neue Erkenntnisse zu gewinnen! Und falls gleich die Frage kommt, wozu das nützen soll, und man lieber die Arbeitslosigkeit bekämpfen sollte: so wie wir grade unseren Planeten behandeln, brauchen wir viell. in mittlerer Zukunft Alternativen. Um unsere Art zu erhalten.
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