"Neowise" Reaktiviertes Teleskop spürt Asteroiden auf

Man muss sich das kosmische Geschoss vorstellen wie ein riesiges Stück Kohle: Ein wieder in Betrieb genommenes Nasa-Teleskop hat seinen ersten neuen Asteroiden beobachtet. Er könnte der Erde in einiger Zeit durchaus nahe kommen.

Zusammengesetzte "Neowise"-Aufnahme: 2013 YP139 ist rot markiert
DPA / Nasa

Zusammengesetzte "Neowise"-Aufnahme: 2013 YP139 ist rot markiert


Washington - Ein eigentlich schon eingemottetes und zur Asteroidensuche reaktiviertes Weltraumteleskop der US-Raumfahrtbehörde Nasa hat bei seiner neuen Mission einen ersten bislang unbekannten Himmelskörper entdeckt. Das fliegende Infrarot-Observatorium "Neowise" habe bereits vor rund einer Woche den Asteroiden 2013 YP139 aufgespürt, teilte die Nasa mit.

2013 YP139 sei sehr schwarz, vergleichbar mit einem fliegenden Stück Kohle, und habe einen Durchmesser von etwa 650 Metern. Er befinde sich zurzeit rund 43 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Es sei möglich, dass der Asteroid eines Tages bis auf rund 480.000 Kilometer an unseren Planeten herankomme. Das wäre nur etwas weiter entfernt als der Mond. Allerdings werde das in den nächsten 100 Jahren wohl nicht passieren, so die Nasa.

Forscher der University of Arizona konnten die Neuentdeckung mit dem Spacewatch-Teleskop am Kitt Peak National Observatory inzwischen bestätigen. Auch der britische Amateurastronom Peter Birtwhistle vom Great Shefford Observatory in West Berkshire spürte den neu entdeckten Asteroiden zur Kontrolle noch einmal auf.

Nasa hofft auf weitere Entdeckungen

Die Nasa hofft darauf, dass die Mission "Neowise" noch Hunderte weitere, bisher unbekannte Asteroiden finden wird. Eine bessere Charakterisierung der erdnahen Asteroiden erlaube auch verlässlichere Gefahrenabschätzungen, sagte Tommy Grav vom Planetary Science Institute, der auch zum Wissenschaftsteam von "Neowise" gehört. Es geht um die Frage, wie häufig größere Asteroiden unsere Erde treffen könnten. Ein Einschlag eines größeren Objekts könnte katastrophale Folgen haben.

Die US-Weltraumbehörde hatte das Teleskop im vergangen September nach 31 Monaten reaktiviert. In seinem ersten Leben hatte es als "Wise" aus insgesamt 2,7 Millionen Einzelbildern eine Himmelskarte von ungekannter Präzision gefertigt. Dabei hatte das Observatorium unter anderem zweieinhalb Millionen Schwarze Löcher entdeckt. Dann waren jedoch wegen fehlendem Kühlmittel wichtige Sensoren ausgefallen - und "Wise" war zeitweilig schon einmal zur Asteroidensuche abgestellt worden. Dabei hatte das Teleskop in den Jahren 2010 und 2011 34.000 Exemplare neu entdeckt und insgesamt 158.000 untersucht.

chs/dpa



insgesamt 5 Beiträge
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jorge123 08.01.2014
1. Warum konnte/hat man ihn...
....jetzt wieder aktivieren, wenn das Kühlmittel fehlt? Neues hat er ja nicht dazu bekommen. weiß das jmd ?
Spiegeluniversum 08.01.2014
2.
Zitat von jorge123....jetzt wieder aktivieren, wenn das Kühlmittel fehlt? Neues hat er ja nicht dazu bekommen. weiß das jmd ?
http://www.latimes.com/science/sciencenow/la-sci-sn-wise-asteroid-20130822,0,5195850.story
felisconcolor 08.01.2014
3. es gibt an Bord des Satelliten
noch weitere optische Instrumente dir keine oder nur kaum Kühlung brauchen. Diese werden für die Neowise Mission benutzt. Die hochauflösenden Instrumente für die ursprüngliche Kartografierungsarbeit sind allerdings nicht mehr in Betrieb zu nehmen. Aber das stand schon einmal in einem früheren Bericht.
blackpride 08.01.2014
4. Hochbrisant
Ein veralteter Satelit, den man nochmal eingeschaltet hat, hat einen Steinklumpen in den Tiefen des Weltalls gesichtet. Wenn der der Erde nicht "bedenklich nahe" kommen würde, wäre an der Geschichte nichts interessantes dran.
jfkk 09.01.2014
5. In den unendlichen Weiten
Zitat von blackprideEin veralteter Satelit, den man nochmal eingeschaltet hat, hat einen Steinklumpen in den Tiefen des Weltalls gesichtet. Wenn der der Erde nicht "bedenklich nahe" kommen würde, wäre an der Geschichte nichts interessantes dran.
der Horror- und Schreckenszenarien, in denen sich die geneigte Leseserschaft dieses oder anderer Publikationen über die zahlreichen Varitationen einer möglichen Vernichtung unseres Planeten kundig machen können. Das besagt nur, dass es neben den verschiedenen Formen der Sucht eben auch die Angstsucht gibt. Scheinbar ist Sucht unverzichtbar, um die Erregungszustände herbei zu führen, die für das Überleben des Organismus Mensch unverzichtbar ist. Anders ist das wohl nicht plausibel zu erklären. Also ist dieser Beitrag ein Mittel zur Lebensaufrechterhaltung. Immer noch besser, als zu McDonalds zu gehen und Junkfood in sich hinein zu stopfen.
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