Neue Astronauten: Fünf Männer und eine Frau für Europa

Elektrotechnik, Robotik, Tauchen, Sozialkompetenz - der Stundenplan für die neuen europäischen Astronautenkandidaten war prall gefüllt. Nun haben die fünf Männer und eine Frau ihre Grundausbildung abgeschlossen. Bis jemand von ihnen fliegen darf, wird es aber noch zwei Jahre dauern.

Neue Astronauten: Pesquet, Peake, Parmitano, Mogensen, Gerst und Chritoforetti (v.l.) Zur Großansicht
dapd

Neue Astronauten: Pesquet, Peake, Parmitano, Mogensen, Gerst und Chritoforetti (v.l.)

Sie setzten sich gegen mehr als 8400 Bewerber durch, doch dann fingen die Herausforderungen erst richtig an. Europas neue Astronautenkandidaten haben stressige Monate hinter sich, in denen es vor allem um eines ging: Sie mussten extrem viel lernen. Nun können die Mitglieder der Gruppe vor dem Weiterbüffeln zumindest kurz durchatmen. Sie haben ihre Grundausbildung abgeschlossen.

Mit den sechs neuen Raumfahrern verfügt die Esa jetzt nach eigenen Angaben über 13 aktive Astronauten. Neu dabei sind:

  • Alexander Gerst (34, Deutschland)
  • Samantha Cristofforetti (33, Italien)
  • Luca Parmitano (34, Italien)
  • Timothy Peake (38, Großbritannien)
  • Thomas Pesquet (32, Frankreich)
  • Andreas Mogensen (34, Dänemark)

Bis die neuen Astronauten erstmals ins All dürfen, werden allerdings noch mindestens zwei Jahre vergehen. An das jetzt absolvierte Basistraining schließt sich nun eine weitere Ausbildung an, wie Gerst erläuterte. Für den aus Künzelsau in Baden-Württemberg stammenden Wissenschaftler geht mit dem absehbaren Flug ins All ein Traum in Erfüllung. "Ich habe mich schon als Kind für Raumfahrt interessiert und meine Eltern mit Fragen gelöchert."

Gerst geht nach eigenen Angaben davon aus, frühestens im Jahr 2014 zur Internationalen Raumstation (ISS) zu fliegen. Er wäre dann der elfte Deutsche im All und der dritte Deutsche auf der ISS. Vor ihm hatten Thomas Reiter 2006 und Hans Schlegel 2008 auf der Station gearbeitet. Die ISS ist derzeit permanent mit sechs Astronauten aus verschiedenen Ländern besetzt.

"Die jungen Männer und Frauen repräsentieren Europas Ambitionen und große Erfahrung in der bemannten Weltraumfahrt und der Erforschung des Weltalls", lobte die Esa-Direktorin für bemannte Raumfahrt, Simonetta Di Pippo, die neuen Astronauten. Die Esa müsse nun ihre weitere Beteiligung an internationalen Weltraumprogrammen sicherstellen, damit die neuen Astronauten auch hinreichende Einsatzmöglichkeiten bekämen. Esa-Direktor Jean-Jacques Dordain versprach, dass jeder aus der Gruppe auch ins All fliegen werde.

Im Europäischen Astronautenzentrum (EAC) in Köln trainieren die Esa-Astronauten, auch die der nichteuropäischen Partner, für ihre Aufgaben und Arbeiten mit und an den Europäischen Elementen des ISS-Programms. Dafür stehen ein mit der ISS-Ausrüstung identischer Satz an Trainingsgeräten und Simulatoren zur Verfügung.

chs/dapd

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