Mit zunehmender Distanz würden die Formen der abgebildeten Galaxien immer chaotischer, berichteten Astronomen. Verhältnismäßig nahe Galaxien besäßen vor allem ausgereifte elliptische und Spiralformen. Entferntere seien kleiner, dunkler und irregulär geformt. An diesen Aufnahmen lasse sich daher die Galaxienentwicklung der vergangenen zwölf Milliarden Jahre verfolgen.
Je weiter die abgebildeten Galaxien entfernt sind, desto früher haben sie existiert. Mit dem tiefen Blick ins All schaut "Hubble" also in die Vergangenheit des Universums. Die ältesten abgebildeten Galaxien seien auf der neuen Aufnahme in einem Zustand etwa 600 bis 800 Millionen Jahre nach dem Urknall zu sehen, erklärte die US-Weltraumbehörde Nasa. Forscher Ivo Labbe von den Carnegie Observatories in Passadena (US-Bundesstaat Kalifornien) erklärte, die Bildung der entsprechenden Sterne müsse schon mehrere hundert Millionen Jahre zuvor stattgefunden haben. Das verschiebe den Zeitpunkt der frühesten Sternentstehung im Universum nach vorn.
Das Universum ist etwa 13,7 Milliarden Jahre alt. Bereits im Dezember hatten "Hubble"-Forscher eine Aufnahme des Weltraumteleskops veröffentlicht, die so tief in die kosmische Vergangenheit reichte wie nie zuvor. Die Kamera hatte die Bilder in einem Gebiet des Weltalls gemacht, das die Forscher Ultra Deep Field ("ultratiefes Feld") nennen. Dort war "Hubble" bereits vor fünf Jahren im Einsatz gewesen, jedoch nicht mit solch einer modernen Kamera.
chs/dpa/AP
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