Neue Panne "Phoenix" verschluckt sich schon wieder - an Daten

Erneute Panne bei der US-Marssonde "Phoenix": Der Planetengräber hat sich an einem Datenpaket verschluckt. Zahlreiche Bilder gingen verloren, die Grabungsarbeiten im Marsboden mussten zeitweilig gestoppt werden. Die Nasa ist "genervt".


Washington - So recht will die "Phoenix"-Mission nicht in Tritt kommen. Nach wiederholten Kommunikationsstörungen und Problemen bei der Analyse von Bodenproben hat sich die Sonde nun an einem Datenpaket verschluckt.

45.000-mal sendete die "Phoenix" ein ganz bestimmtes Datenpaket zur Erde, das den Nasa-Ingenieuren zu Routine-Testzwecken dient. Dadurch kamen andere Aufgaben zu kurz, beispielsweise das Sichern der tagsüber aufgenommenen Fotos im Zwischenspeicher der Sonde. Umgebungs- und Atmosphärenbilder eines gesamten Tages gingen verloren.

"Es ist unschön, auch nur ein kleines bisschen Wissenschaftsdaten zu verlieren", sagte Nasa-Wissenschaftler Ray Arvidson. Allerdings seien die verlorengegangenen Bilder nicht allzu spektakulär gewesen. "Wir sind ziemlich genervt", gestand Projektmanager Barry Goldstein trotzdem ein.

Um den Datenspeicher der Sonde nicht zu überlasten, wurden die Grabungsarbeiten im Marsboden für einen Tag ausgesetzt. Zuvor hatte "Phoenix" die Wissenschaftler mit der Entdeckung einer weißen Substanz in Verzückung versetzt. Doch ob es sich dabei um Eis oder Salz gehandelt hat, ist weiterhin nicht klar. Doch selbst wenn es sich "nur" um Salz handeln sollte, wäre die Entdeckung ein bedeutsamer Hinweis auf das einstige Vorhandensein von Wasser. Salz würde zurückbleiben, wenn Wasser im Boden verdunstet wäre.

In ihrem Ofen hatte die Sonde letzte Woche eine Sandprobe erhitzt und analysiert. Vorläufige Ergebnisse zeigten jedoch keine Spuren von Wasser oder Eis. Die Wissenschaftler planen, die Probe nochmals auf knapp tausend Grad Celsius zu erhitzen.

chs/AP



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