Neue Sternnamen Schau mal: Pipirima! Und da: Xamidimura!

Astronomen haben 86 Sterne getauft - manche Namen sind Jahrtausende alt.

Sternenhimmel im Teleskop
NASA / ESA / STScI / AURA / Hubble Collaboration

Sternenhimmel im Teleskop


Xamidimura, Pipirima oder Zubenelhakrabi - so heißen neuerdings Sterne, die am Nachthimmel leuchten. Es sind drei von 86 Namen, die die Arbeitsgruppe für Sternnamen der Internationalen Astronomischen Union (IAU) vergeben hat.

Die Arbeitsgruppe hat dafür weltweit nach Namen gesucht, die bereits traditionell zur Benennung der Sterne genutzt werden. So stammen die Namen unter anderem von den australischen Aborigines, den ägyptischen Kopten, den amerikanischen Mayas, aus China, Indien oder Polynesien.

Die neuen Namen ergänzen die astronomischen Bezeichnungen für diese Sterne, wie die IAU-Pressestelle in Garching bei München mitteilte.

"Augen des Löwen"

Xamidimura und Pipirima wurden für ein Doppelsternsystem im Sternbild Skorpion vergeben, das die astronomischen Bezeichnungen My1 Scorpii und My2 Scorpii (Skorpion) trägt.

Xamidura bedeutet in der Sprache des südafrikanischen Volkes der Khoikhoi "Augen des Löwen". Pipirima geht zurück auf eine mythologische Geschichte aus Tahiti. Sie handelt von Zwillingen, einem Jungen und einem Mädchen, die von ihren Eltern fortliefen und schließlich zu Sternen am Himmel wurden.

"Diese Namen helfen, sicherzustellen, dass das immaterielle astronomische Erbe von Himmelsbeobachtern auf der ganzen Welt und über die Jahrhunderte hinweg erhalten bleibt", sagt Eric Mamajek, Vorsitzender der IAU-Arbeitsgruppe für Sternnamen.

So wurden vier Sternnamen der australischen Ureinwohner in die Liste aufgenommen, darunter ein weiterer aus dem Sternbild Skorpion, Epsilon Scorpii, der nun Larawag heißt.

10.000 Jahre alter Name

Die Aborigines besitzen eine der ältesten durchgängigen Kulturen der Welt, vermutlich ist sie über 65.000 Jahre alt. "Einige der Namen könnten also mehrere 10.000 Jahre alt sein", betont IAU-Pressesprecher Lars Lindberg Christensen.

Er erläutert, dass es in der Vergangenheit häufig Verwirrungen um Sternbezeichnungen gegeben habe. Für manche Sterne gebe es in der Fachliteratur mehr als ein Dutzend Namen.

Allen Sternen einen Eigennamen zu geben, sei angesichts der Milliarden von Galaxien mit jeweils Milliarden von Sternen nicht möglich. "Aber wenn wir Astronomen uns bei den hellsten Objekten auf einen eindeutigen Namen einigen, erleichtert das unsere Arbeit enorm", sagt Lindberg Christensen.

Die IAU-Arbeitsgruppe nutzt dabei auch die Gelegenheit, doppelte Namen zu ersetzen. So gibt es im Sternbild Schwan und im Sternbild Rabe jeweils einen Stern namens Gienah. Zur Unterscheidung werden sie auch nach den lateinischen Namen der Sternbilder Gienah Cygni und Gienah Corvi genannt.

"Wir sind keine Namenspolizei"

Nach den neuen Namen gibt es Gienah nur noch im Sternbild Rabe, während sein Namensvetter im Sternbild Schwan nun Aljanah heißt. Dies stammt von "al-janah", was auf Arabisch "der Flügel" bedeutet. Von diesem Wort war ursprünglich auch Gienah abgeleitet worden.

Ob sich die neuen Namen unter den Astronomen allgemein durchsetzen werden, ist keinesfalls gewiss. "Wir sind ja keine Namenspolizei", stellt Lindberg Christensen klar. Dennoch hofft er, dass die IAU-Liste, die mit den 86 Neulingen nun insgesamt 313 Namen enthält, eine große Verbreitung erfährt.

Die im Mai 2016 eingesetzte Arbeitsgruppe für Sternnamen soll Richtlinien für Vorschläge und Auswahl von Sternbenennungen etablieren und den IAU-Katalog der Sternnamen führen.

Von Stefan Parsch, dpa/boj

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