Neue Ziele: Mondbasis-Plan der Nasa wackelt

Mars statt Mond: Die Nasa hat eine Kurskorrektur verkündet. Die US-Weltraumbehörde plant nun nicht mehr, auf dem Mond eine permanente Basis zu errichten. Stattdessen wolle man sich lieber gleich auf den Mars konzentrieren.

Groß hatte die Nasa ihr Comeback auf dem Mond geplant: Bis zum Jahr 2020 - rund ein halbes Jahrhundert, nachdem sie erstmals den Erdtrabanten erreicht hatten - sollten US-Astronauten wieder ihren Fuß auf den Mond setzen. Damit nicht genug: Bis zum Jahr 2024 sollte eine permanente Mondbasis errichtet werden. Forciert wurden die Pläne von Ex-Präsident George W. Bush, der das ambitionierte Mondprogramm 2004 erstmals angekündigt hatte. Der ehemalige Nasa-Chef Mike Griffin trieb das Mondprogramm voran. Mit dem Einzug Barack Obamas ins Weiße Haus zeichnete sich aber in der US-Weltraumbehörde ein Wechsel ab: Der Bush-treue Griffin nahm seinen Hut, Chris Scolese übernahm kommissarisch die Leitung der Nasa. Noch hat Obama keinen Nachfolger ernannt.

Auch das ambitionierte Mondprogramm scheint den neuen Plänen zum Opfer zu fallen. Wie das Wissenschaftsmagazin "New Scientist" berichtet, kündigte Scolese vor dem Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten nun eine Richtungsänderung in den Mondplänen an. Scolese konnte offenbar nicht klar zusichern, dass die Nasa ihre Mondpläne bis 2020 mit dem vorgeschlagenen Budget für 2010 verwirklichen kann. Die Aussagen Scoleses legten nahe, dass die Pläne auf dem Prüfstand stünden. Man wolle möglicherweise keine Basis mehr auf dem Mond errichten und stattdessen das Hauptaugenmerk auf den Mars richten.

"Es wird womöglich weniger als eine Basis auf dem Mond sein", sagte Scolese. Er betonte, dass - im Gegensatz zu den Apollo-Missionen - das ursprüngliche Ziel der vergangenen Jahre nicht nur der Mond gewesen sei, sondern der Mars und weiter entferntere Ziele, beispielsweise Asteroiden.

Außerdem hat die Nasa beschlossen, die Besatzung in ihren neuen "Orion"-Raumschiffen von sechs auf vier zu verkleinern. Diese Maßnahme soll helfen, das vorgegebene Ziel zu halten, die Space-Shuttle-Flotte bis zum Jahr 2015 zu ersetzen. Wie der für "Orion" verantwortliche Programm-Manager Jeff Hanley versicherte, wolle man das ursprüngliche Ziel der sechs Plätze weiterhin umsetzen, allerdings zu einem späteren Zeitpunkt.

Ein viersitziges "Orion"-Raumschiff böte größere Transportkapazitäten. So könnten mehr Versorgungsgüter zur Internationalen Raumstation (ISS) transportiert werden, sagte Hanley. Allerdings würde die Reduzierung der Besatzung vermutlich auch bedeuten, dass die ISS auf ein weiteres Raumschiff, etwa eine russische Sojus-Kapsel, angewiesen sein wird - damit im Notfall alle sechs ISS-Astronauten in Sicherheit gebracht werden können. In einer Sojus-Kapsel finden drei Astronauten Platz.

lub

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