Nichelle Nichols und die Nasa Uhura hebt ab - aber schwebt nicht

In ihrer Rolle als Lieutenant Uhura hat Schauspielerin Nichelle Nichols Erfahrung mit den unendlichen Weiten des Weltraums gesammelt. Nun will sie den Sternen noch näher kommen - in einem ganz besonderen Flugzeug.

DPA

So einen Jumbojet gibt es nur einmal auf der Welt: Die US-Weltraumbehörde Nasa und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) betreiben gemeinsam die fliegende Sternwarte "Sofia". Die Boeing 747-SP hat ein 2,5-Meter-Spiegelteleskop an Bord. Dank ihm können Astronomen über störenden Wolkenschichten tief ins All blicken. Im Flug wird dazu eine massige Seitentür geöffnet, damit das 17 Tonnen schwere Teleskop freie Sicht nach draußen hat.

In wenigen Wochen soll "Sofia" nun einen erlesenen Gast bekommen. Das Magazin "People" berichtet, dass Schauspielerin Nichelle Nichols auf einem der kommenden Flüge dabei sein wird. Nichols, 82, war als Lieutenant Uhura in der Fernsehserie "Star Trek" bekannt geworden. Am 15. September will sie nun mit dem fliegenden Observatorium wieder einmal einen Blick ins All werfen.

Dabei wird Nichols aber nicht etwa schweben. In der "Sofia"-Kabine gibt es normale Flugzeugsitze. Etwa 40 Plätze sind nach dem Einbau des Teleskops übriggeblieben. Zum Glück für die Passagiere waren es die Sitze der Business Class aus den Siebzigern. Samt Aschenbechern in der Armlehne.

"Leider nicht ins All"

Weiter als etwa 13 Kilometer entfernt sich der Jet auch nicht von der Erdoberfläche. Nichols ist das durchaus bewusst - ohne dass ihre Begeisterung ernsthaft darunter leiden würde.

"Sofia" fliegt leider nicht ins All", zitiert "People" die rüstige Nichols. Bereits im Jahr 1977 sei sie mit dem "Kuiper Airborne Observatory" der Nasa, einem umgebauten Lockheed-Transportflugzeug, geflogen. Es sei eine faszinierende Erfahrung gewesen. Die Perspektive aus dem Flugzeug unterscheide sich stark von der auf der Erde.

Nichols hat nach ihrer Schauspiel-Karriere, wo sie als Lieutenant Uhura auch mit dem ersten TV-Kuss zwischen einer Schwarzen und einem Weißen Fernsehgeschichte schrieb, bei der Nasa gearbeitet. Dabei war sie unter anderem für die Anwerbung von jungen Astronauten zuständig. Auch ein Asteroid ist nach ihr benannt.

Dass sie überhaupt mit "Sofia" auf Entdeckungsmission gehen kann, verdankt Nichols einem glücklichen Umstand. Eigentlich wollte die Nasa den Flieger aus Kostengründen einmotten - schon unmittelbar nach dessen Indienststellung. Doch Forschern gelang es, die Führung der Weltraumbehörde zum Weitermachen zu überreden.

chs



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