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"Nimbus": Nasa veröffentlicht uralte Satellitenbilder

"Nimbus"-Bilder: Schatten der Vergangenheit Fotos
NSIDC

Sie lagen vergessen im Nasa-Archiv: Wissenschaftler haben Satellitenbilder aus den Sechzigerjahren entdeckt. Ein großes Loch im Arktis-Eis, riesige Schneemengen, intakte Seen - die Bilder bieten so manche Überraschung.

Hamburg - Im Archiv der US-Weltraumbehörde Nasa sind Bilder der "Nimbus"-Satelliten aus den Sechzigerjahren aufgetaucht - "aus der Urzeit des Satellitenzeitalters", wie Forscher sagen. Die Fotos bieten einen Blick auf Landschaften, die sich mittlerweile stark verändert haben.

Sie hätten Daten der "Nimbus"-Mission über Grönland bei der Nasa angefragt, erklärte David Gallaher vom National Snow and Ice Data Center an der University of Colorado in den USA. Doch die Nasa habe sie nicht liefern können. "Die Bilder der Satelliten waren auf Filmrollen", berichtet der Wissenschaftler. Er und seine Kollegen hätten jedes einzelne der 250.000 Fotos digitalisieren müssen. "Jetzt können wir sie für die Forschung nutzen", freut sich Gallaher. Er komme sich vor wie ein Paläontologe, der Dinosaurierknochen ausgegraben habe.

Der erste "Nimbus"-Späher wurde vor 50 Jahren gestartet. Entsprechend alt wirken die Fotos der Satelliten. Der ungeschulte Betrachter benötigt eine Weile, um die Landschaften zu erkennen. Damals erweiterten die Satelliten jedoch den Blick der Menschheit auf entscheidende Weise: Das Wettergeschehen auf der Erde konnte live verfolgt werden.

Die bislang interessantesten Beobachtungen der Wissenschaftler:

  • In der Arktis trieben in den Sechzigerjahren erheblich mehr Eisschollen als heute. Indes: "Ein großes Loch im Eis hat uns überrascht, wir können es uns nicht erklären", sagt Gallaher.
  • Auch vor der Antarktis bedeckte Meereis eine größere Fläche als heute.
  • Der Aralsee in Zentralasien hatte einen hohen Wasserstand. Seither wurde er ausgiebig angezapft für die Bewässerung der Landwirtschaft - und schrumpfte auf ein Zehntel seiner Größe.
  • Die frühesten öffentlichen Satellitenbilder Europas zeigen große Schneemengen in Norwegen und den Pyrenäen.

Doch die Bilder bieten mehr als wissenschaftliche Vergleiche. Sie ermöglichen nostalgische Blicke in die Vergangenheit. Als "Nimbus" 1964 seine ersten Fotos schoss, wurde in der Sowjetunion Präsident Chruschtschow überraschend abgesetzt. In den USA erhielten schwarze Bürger dieselben Rechte wie weiße. In der DDR rollte der erste Trabant 601 im VEB Sachsenring Automobilwerke Zwickau vom Band. Und in der Bundesrepublik warben Tankstellen mit "Pack den Tiger in den Tank!". Ein Liter Normalbenzin kostete 57 Pfennig. Das entspräche inflationsbereinigt heute rund 80 Cent.

boj

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insgesamt 30 Beiträge
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1. der Spritpreis-Vergleich hinkt gewaltig,
ironische_butterfliege 04.11.2014
denn die Stundenlöhne unterscheiden sich ca. um den Faktor 10 Oder anders: 1964 musste man durchschnittlich 10 Minuten für einen Liter Sprit arbeiten, heute nur noch 5 Minuten
2.
zauselfritz 04.11.2014
Zitat von ironische_butterfliegedenn die Stundenlöhne unterscheiden sich ca. um den Faktor 10 Oder anders: 1964 musste man durchschnittlich 10 Minuten für einen Liter Sprit arbeiten, heute nur noch 5 Minuten
Hey, jetzt hör' aber auf hier Tatsachen zu verkünden! Das verdirbt den Nörglern noch den Tag...
3. 1. + 2. liegen FALSCH
Mr Bounz 04.11.2014
Mindestlohn 8,5€ pro 60min, sind in 5min 0,708 € Bei uns kostet der Diesel momentan ca. 1,28 € Da fehlt dann aber noch was ..... UND ich habe die Steuern und Sozialabgaben/Krankenversicherung auch nicht abgezogen. Da haben Sie sich aber echt was schön gerechnet!! Ach ja, zur Info der Mindestlohn kommt erst noch UND dann nicht mal für alle!! ... merkst de was?
4. Fragen
thcEthciNdniSneideMeiD 04.11.2014
Es stellt sich die Frage wann sie genau aufgenommen wurden. Denn es gibt auch ein arktischen Sommer, wobei dann wesentlich weniger Eis vorhanden ist! Das wird dann meistens von der Klimakirche als Klimawandel (den es schon vor dem Menschen gab) herangezogen! Noch mal in aller Deutlichkeit: 0,038 % (Null Komma Null Drei Acht Prozent) Kohlendioxid (CO²) befinden sich in der Luft der irdischen Atmosphäre gleichmäßig verteilt (nicht als "dichte Schicht" wie ein "Kochtopf-Deckel"!) DAVON entstehen 96 % (Sechsundneunzig Prozent) auf natürliche Weise NUR 4 % (vier Prozent) werden künstlich vom Menschen erzeugt. 4 % (vier Prozent) von 0,038 % sind 0,00152 % (Null Komma Null Null Eins Fünf Zwei Prozent). Von diesen 0,00152 % stammen 3,1 % (Drei Komma Eins Prozent) aus Deutschland. 3,1 % von 0,00152 % sind 0,00004712 % (Null Komma Null Null Null Null Vier Sieben Eins Zwei Prozent). Angenommen Deutschland würde den CO²-Ausstoß KOMPLETT,also auf NULL herunterfahren, hätte das gerade einmal einen Effekt von 0,00004712% auf die Zusammensetzung der Luft auf der Erde. Aber solche Kommentare wie dieser, sind ja von der Ölindustrie gesponsert - ja neee, is klar!
5.
Zereus 04.11.2014
Zitat von Mr BounzMindestlohn 8,5€ pro 60min, sind in 5min 0,708 € Bei uns kostet der Diesel momentan ca. 1,28 € Da fehlt dann aber noch was ..... UND ich habe die Steuern und Sozialabgaben/Krankenversicherung auch nicht abgezogen. Da haben Sie sich aber echt was schön gerechnet!! Ach ja, zur Info der Mindestlohn kommt erst noch UND dann nicht mal für alle!! ... merkst de was?
Der Mindestlohn ist nicht der Durchschnittslohn. Dieser liegt in Deutschland bei etwa 16,5€/Stunde, womit 1+2 dann eben doch recht haben.
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