Raketentest Nordkorea-Satellit erreicht Umlaufbahn

Er kreist in der Erdumlaufbahn: Nordkoreas umstrittene Langstreckenrakete hat offenbar erfolgreich einen Satelliten abgesetzt. Aus den USA jedoch kommen skeptische Stimmen.

Satellit Kwangmyongsong-3: Testrakete lieferte ihn gut 500 Kilometer über der Erde ab
AFP/ KCNA via KNS

Satellit Kwangmyongsong-3: Testrakete lieferte ihn gut 500 Kilometer über der Erde ab


Seoul - Es könnte ein verborgener Waffentest sein: Nordkorea ist der umstrittene Start einer Weltraumrakete geglückt. Das bestätigte das südkoreanische Verteidigungsministerium am Donnerstag in Seoul. Demnach umkreist der von der Rakete abgesetzte Satellit die Erde in einer Höhe zwischen 505 und 580 Kilometern.

Welche Funktion der Satellit übernehmen soll sei noch unklar, sagte Ministeriumssprecher Kim Min Seok. Auch könne erst nach zwei Wochen gesagt werden, ob der Satellit fehlerfrei arbeite. Derzeit sei das jedoch der Fall. Die Umlaufzeit auf einer elliptischen Bahn um die Erde betrage 95,4 Minuten. Kim berief sich auf Daten des Nordamerikanischen Luft-Verteidigungskommandos (NORAD).

Amerikanische Medien betrachten das Projekt der Nordkoreaner als weniger erfolgreich: Der US-Sender NBC berichtet auf seiner Website, das von der nordkoreanischen Rakete ausgesetzte Objekt im All scheine "außer Kontrolle zu geraten". Nordkorea hatte trotz aller Warnungen zum zweiten Mal in diesem Jahr eine Unha-3-Rakete gestartet. Das kommunistische Land sprach von einem Satellitenstart zu Forschungszwecken.

Die USA, Südkorea und andere Staaten sehen in dem Experiment jedoch einen verschleierten Waffentest, mit dem die Entwicklung von Interkontinentalraketen vorangebracht werden soll. Eine solche Rakete ist das wichtigste Trägermittel für atomare Sprengköpfe. Der UN-Sicherheitsrat verurteilte das Vorgehen Nordkoreas scharf. Im April war eine Unha-3-Rakete kurz nach dem Start explodiert.

China jedoch hat eine "umsichtige" Reaktion des UN-Sicherheitsrats auf den nordkoreanischen Raketentest gefordert. Jegliche Reaktion "sollte umsichtig und angemessen sein und zu Frieden und Stabilität auf der koreanischen Halbinsel beitragen", sagte der Sprecher des Außenministeriums in Peking, Hong Lei, am Donnerstag. Schärferen Sanktionen gegen Nordkorea erteilte das Land eine Absage.

Nordkoreas Raketentest verstößt laut Sicherheitsrat gegen die UN-Resolution 1874. Diese war nach einem nordkoreanischen Atomwaffentest im Jahr 2009 verabschiedet worden und verbietet dem Land den Test von Langstreckenraketen. Der Westen vermutet hinter dem Start einen unzulässigen Raketentest für das nordkoreanische Atomprogramm. Ungeachtet der internationalen Kritik betonte Pjöngjang am Mittwoch sein "legitimes Recht, Satelliten ins All zu befördern".

jme/dpa/afp



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insgesamt 26 Beiträge
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Thomas Mank 13.12.2012
1. Todessatellit
Vielleicht ist das ja ein Todesstern wie in "Moonraker"; am 20. Dezember werden tödliche Strahlen freigesetzt, die alles menschliche Leben auf der Erde vernichten bis auf Nordkorea . Anschließend besiedeln die Nachkommen des dicken Diktators die freigewordene Erde.
bbb34 13.12.2012
2. Tiefflieger
"Satellit Kwangmyongsong-3: Eine Testrakete lieferte ihn gut 500 Meter über der Erde ab" Aus der Hoehe wird er aber sehr, sehr bald wieder zurueckkommen.
herkurius 13.12.2012
3.
Jetzt wird mir klar, wie die so oft verunglimpften Nordkoreaner diesmal mit dem Projekt klargekommen sind: es muss sich um einen Drachen mit 500 mtr. langer Schnur handeln.
rkoppen@gmail.com 13.12.2012
4. Rakete test
.................und die Bevoelkerung hungert. Unglaublich!
dirk_eire 13.12.2012
5. 500m?
Die Bildunterschrift sagt: "Eine Testrakete lieferte ihn gut 500 Meter über der Erde ab" Da muss ich aber bei meinem nächsten Urlaubsflug dem Piloten Bescheid geben, damit wir nicht mit dem Ding kollidieren!
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