Österreich Forscher präsentieren Anzug für den Mars

Allein das Material kostet rund 20.000 Euro. Experten haben einen neuen Raumanzug für den Mars entwickelt. Zu dem Planeten fliegen wird mit ihm aber niemand.

Mars-Anzug (künstlerische Darstellung)
Bernhard Kaliauer Design Studio/ÖWF/dpa

Mars-Anzug (künstlerische Darstellung)


Das Österreichische Weltraum Forum (ÖWF) hat in Wien einen neuen Raumanzug vorgestellt, mit dem eine bemannte Marsmission simuliert werden soll.

"Unser Simulator ist weltweit einer der am besten entwickelten Anzüge und auch bei der Nasa auf große Resonanz gestoßen", erklärte der ÖWF-Direktor Gernot Grömer in Wien.

Mit der neuen Technologie können Astronauten von der Rückseite aus in den Anzug einsteigen, statt wie bisher die Teile einzeln anlegen zu müssen. Die Einstiegszeit verringert sich dadurch laut Grömer um die Hälfte - auf ungefähr eine Stunde.

Zudem seien die Simulationsanzüge, deren Materialkosten bei rund 20.000 Euro pro Stück lägen, leichter als herkömmliche Modelle und hätten einen besseren Tragekomfort. "Forscher aus Österreich und Europa leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Erforschung des Roten Planeten", sagte Grömer.

Training für den Mars in der Wüste

Mindestens zwei dieser Marsanzug-Prototypen, die das ÖWF in Kooperation mit Forschungseinrichtungen und Unternehmen entwickelt hat, sollen bis Ende Sommer 2019 fertiggestellt werden.

Zum Einsatz kommen sie erstmals 2020 bei einer simulierten Marsmission mit sogenannten Analog-Astronauten. Dabei trainieren das ÖWF und andere Organisationen regelmäßig Einsätze in marsähnlichen Gebieten, beispielsweise in Wüsten in Oman oder Marokko.

Unter anderem waren Forscher 2018 im Rahmen der Simulation "Amadee 18" in der Wüste des Oman unterwegs. Diese Mars-Crew testete unter anderem ein aufblasbares Gewächshaus, die zeitversetzte Kommunikation mit der simulierten Missionskontrolle auf der Erde und Fahrzeuge mit Elektroantrieb. Damals trugen die Tester 50 Kilogramm schwere Raumanzüge.

Video: Training in der Wüste: Leben (wie) auf dem Mars

REUTERS

Von einer Reise zum Mars träumen Wissenschaftler schon lange. Der Nachbarplanet der Erde ist durchschnittlich rund 200 Millionen Kilometer entfernt. Ungeklärt ist, ob es auf dem Planeten zwischen Kratern, Canyons, Geröll und Staub auch Leben gibt. Bis eine Mars-Mission mit Menschen stattfindet, wird es jedoch noch dauern. Die technischen Herausforderungen und die Anforderungen für die Crew sind hoch.

Derzeit erkunden mehrere Rover den Planeten, wobei sich der Roboter "Opportunity" seit einem heftigen Staubsturm nicht mehr meldet. Im Mai 2018 ist ein weiterer Mars-Lander zu dem Planeten gestartet. "Insight" soll im November ankommen und unter anderem den Wärmefluss auf dem Mars untersuchen und Erdbeben messen. Anders als beispielsweise die Rover "Opportunity" und "Curiosity" kann "InSight" nicht rollen, sondern bleibt stationär an einem Ort.

jme/dpa



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