Partielle Sonnenfinsternis: Himmelsspektakel über Deutschland

Das Jahr beginnt mit einem seltenen Himmelsschauspiel über Mitteleuropa: Am Dienstagmorgen schiebt sich der Mond vor die aufgehende Sonne. Bis zu drei Viertel des Zentralgestirns werden bei dieser partiellen Sonnenfinsternis verdeckt.

Sonnenfinsternis: Am 15. Januar 2010 verdunkelte sich der Himmel über China Zur Großansicht
REUTERS

Sonnenfinsternis: Am 15. Januar 2010 verdunkelte sich der Himmel über China

Ein beeindruckendes Naturschauspiel gleich zu Beginn des neuen Jahres: Am Dienstagmorgen können Himmelsgucker Zeugen einer partiellen Sonnenfinsternis werden, bei der in unseren Breiten ein beträchtlicher Teil der Sonnenscheibe verdunkelt wird. Wer nach Sonnenaufgang und bei klarem Wetter Richtung Südosthorizont blickt, wird die Sonne an diesem Morgen als Sichel sehen. Je höher das Tagesgestirn anschließend am Morgenhimmel aufsteigt, desto größer wird der verfinsterte Teil der Sonne.

Der größte Bedeckungsgrad wird gegen 9.20 Uhr Mitteleuropäischer Zeit erwartet - in dieser Phase werden Experten zufolge in Süddeutschland knapp 70 Prozent der Sonnenscheibe verfinstert sein, im Norden der Republik sogar rund drei Viertel. Gegen 10.45 Uhr steht die Sonne wieder wie gewohnt als kreisrunder Lichtball am Firmament. Die Chancen stehen gut, dass das Wetter es zulässt, die Sonnenfinsternis in ganz Deutschland zu beobachten.

Eine Sonnenfinsternis entsteht, wenn sich der Neumond von der Erde aus gesehen vor die Sonne schiebt. Dabei wirft er einen Schatten auf bestimmte Regionen der Erde - mit der Folge, dass sich dort der Himmel verdunkelt, mal mehr und mal weniger. Der Mond verdeckt die Sonne entweder partiell, also teilweise, oder aber bei manchen Finsternissen auch komplett - je nachdem, ob der sogenannte Kernschatten des Mondes die Erde lediglich streift oder aber auf ihre Oberfläche trifft.

Eine totale Sonnenfinsternis ist ein sehr seltenes Ereignis. In Deutschland war dies zuletzt im August 1999 zu bewundern. Für wenige Minuten wurde der Tag zur Nacht, Vögel verstummten, am Taghimmel leuchteten Sterne und Planeten auf. Die nächste totale Sonnenfinsternis wird hierzulande erst wieder im September 2081 zu sehen sein. Auch eine partielle Verdunkelung ist eher selten zu beobachten: Von Mitteleuropa aus ist nur diese eine am 4. Januar zu sehen.

Die Sonnenfinsternis am Dienstag ist laut Lübecker Sternwarte nirgends auf der Welt total zu sehen, da der Mondschatten unseren Planeten nur streift. Auch wenn sie bei weitem nicht so spektakulär wird wie das Erlebnis der "schwarzen Sonne" vor gut elf Jahren: Wie stets bei Sonnenfinsternissen warnen Experten nachdrücklich davor, die Finsternis bei wolkenlosem Himmel ohne ausreichenden Schutz für die Augen zu verfolgen.

Nicht ohne Schutz in die Sonne blicken

Auf keinen Fall sollten Himmelsgucker vermeintlichen Geheimtipps vertrauen und eine verfinsterte, aber immer noch blendende Sonne durch rußgeschwärzte Glasscheiben, belichtete Filme oder Sonnen- und Gletscherbrillen betrachten - schlimme Verletzungen der Augen können die Folge sein. Wer gar durch ein Fernglas oder Teleskop ohne Spezialfilter auf die Sonne blickt, nimmt seine Erblindung in Kauf. Geeignet seien dagegen Sonnenfinsternis-Brillen oder spezielle Schutzfolien

Unerfahrene Sonnenbeobachter, die das Naturereignis fotografieren oder mit einem Teleskop verfolgen wollen, sollten zuvor unbedingt fachmännischen Rat einholen, beispielsweise bei einer Volkssternwarte oder einem Astronomieverein.

wbr/AFP

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