Satellitenbild der Woche Hundstage in Peking

Alles hübsch geordnet: So sieht Peking aus dem All aus. Tatsächlich ist die Stadt derzeit ziemlich ausgestorben. In China hat gerade erst das neue Jahr begonnen. Auf den Hahn folgt nun der Hund.

Satellitenbild von Peking
Copernicus Sentinel Data/ ESA

Satellitenbild von Peking


Es ist die größte Reisewelle der Welt: Zum Neujahrsfest besuchen Millionen Chinesen ihre Verwandten. Anders als in Europa hat dort das neue Jahr nicht am 1. Januar begonnen, sondern am 16. Februar. Das Datum verschiebt sich in jedem Jahr leicht, da das Neujahrsfest von den Mondzyklen abhängt. Es fällt immer zwischen den 21. Januar und den 20. Februar. Die Feierlichkeiten dauern bis zu zwei Wochen.

Passend zum Fest hat die Europäische Weltraumbehörde (Esa) ein Satellitenbild der chinesischen Hauptstadt veröffentlicht. Aus dem All wirkt Peking sehr geordnet. Die Stadt folgt einem strikten Aufbau in mehrere Quadrate. Das hat einen Grund: Peking gilt als eine der ältesten Städte, die auf dem Reißbrett entworfen wurde. Die heutige Form der Stadt entstand bereits während der frühen Ming-Dynastie zwischen 1368 und 1644. Ursprünglich sollte sie nur aus wenigen Straßen bestehen - neun, die von Norden nach Süden verlaufen und weitere neun, die von Osten nach Westen führen.

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Satellitenbild der Woche: Schnappschüsse aus dem All

Auf der Aufnahme des Satelliten "Sentinel 2" ist deutlich die 600 Jahre alte Verbotene Stadt im Zentrum zu sehen. Dort liegt der ehemalige Kaiserpalast. Über 72 Hektar erstreckt sich die Anlage mitten in Peking. Die Zahl der Zimmer wird mit 9999 angegeben, was den Buckingham-Palast der Queen in London mit 600 Räumen bescheiden wirken lässt. Südlich der Verbotenen Stadt liegt der Platz des Himmlischen Friedens - ebenfalls auf dem Satellitenbild zu sehen. Er gilt als der größte befestigte Platz der Welt.

Heute leben in Peking mehr als 21 Millionen Menschen. Über die Feiertage verlassen jedoch viele die Stadt, um ihre Verwandten auf dem Land zu besuchen. Böller und Raketen sind in der Hauptstadt streng verboten. Zu groß ist die Angst vor Smog und Feuer. Die Stadt ist ohnehin bekannt für ihre schlechte Luftqualität. Der übermäßige Gebrauch von Feuerwerk hatte Peking in der Vergangenheit immer wieder für Stunden in dichten Smog gehüllt - zusätzlich zu den Abgasen von Heizungen, Industrie und Verkehr.

389 Millionen Zugreisen

Behörden rechnen rund um die Feiertage mit 389 Millionen Zugreisen in China sowie 65 Millionen Reisen mit dem Flugzeug. Die Regierung sagte voraus, dass Reisende während des Neujahrsfestes bis zu 476 Milliarden Yuan, umgerechnet mehr als 60 Milliarden Euro ausgeben werden. Das ist ein Anstieg um 12,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

2018 ist in China das Jahr des Hundes. Laut chinesischen Astrologen bringt er trübe Aussichten mit. Es werde deshalb zu harten Auseinandersetzungen und Zusammenstößen in den internationalen Beziehungen kommen, prophezeien die Astrologen.

koe/dpa



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