Mini-Labor auf Komet Tschuri "Philae" geht der Saft aus

Die Raumsonde "Philae" sendet keine Signale mehr. Die Batterien sind leer. Doch es gibt Hoffnung: Die Forscher konnten das Labor kurz vor dem Blackout um 35 Grad drehen. Die Solarzellen sollen so mehr Licht einfangen.

ESA/ Rosetta/ Philae/ CIVA

Darmstadt - Die Batterien sind leer. "Philae" musste auf dem Kometen Tschuri in der Nacht zum Samstag die Arbeit bis auf Weiteres einstellen. "Signalverlust, keine weitere Kommunikation mehr", twitterte die Weltraumagentur Esa. Zwei Tage nach der spektakulären Landung auf dem Kometen "67P/Tschurjumow-Gerassimenko" habe der Lander seine Instrumente abgeschaltet. Alle wissenschaftlichen Daten seien aber erfolgreich heruntergeladen worden.

Die Batterie des Labors war auf zweieinhalb Tage ausgelegt. Da es nach einer holprigen Landung auf einer schattigen Stelle des Kometen Tschuri aufgekommen war, war ein Nachladen über Solarzellen nicht möglich. Den Kontrolleuren beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln gelang es am späten Freitagabend noch einmal, mit dem Lander zu kommunizieren und ihn um 35 Grad zu drehen. Ob das reichen wird, um mehr Licht einzufangen, muss sich nun zeigen.

Das Labor ist jetzt in einem Ruhemodus. Möglicherweise kann es wieder Energie tanken, wenn sich der Komet der Sonne nähert. "Das wird aber wahrscheinlich nicht in den nächsten zwei Monaten sein", sagte der technische Leiter des Landers, Koen Geurts vom DLR-Kontrollzentrum.

"Wir sollten aufhören, zu überlegen, was wir hätten tun können, wenn alles funktioniert hätte und uns lieber darauf konzentrieren, was wir erreicht haben", sagte Flugdirektor Andrea Accomazzo. "Das ist einzigartig und wird für immer einzigartig bleiben."

Experten hatten es schon am Mittwoch nach dem Aufsetzen von "Philae" als Erfolg bezeichnet, wenn das Gerät etwa 60 Stunden durchhalten könne. Trotz der misslichen Position am Rand eines Kraters konnten laut DLR alle zehn Instrumente des Labors aktiviert werden. Kurz vor dem Blackout konnte "Philae" sogar noch Bodenproben entnehmen und ein Thermometer des Instrumentes "Mupus" rund 35 Zentimeter tief in den Kometen rammen, um die Festigkeit des Bodens zu testen und Informationen über seine Wärme zu bekommen.

Wissenschaftler hoffen bei der Analyse der Daten auf Hinweise über die Entstehung des Sonnensystems vor 4,6 Milliarden Jahren - ein Blick in die tiefste Vergangenheit des Universums. Erwartet werden auch Indizien darauf, wie Leben möglich wurde, etwa durch den Nachweis von organischen Molekülen.

"Philae" war von der Raumsonde "Rosetta" in einer fast zehnjährigen Reise durchs All zum Kometen gebracht worden.

vet/dpa/AP

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insgesamt 88 Beiträge
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Seite 1
rexromanus 15.11.2014
1. Bild 4
"Avisierte Landeregion aus 30 Kilometer Abstand: Im roten Fadenkreuz ist gut der fünf Meter große Brocken zu erkennen, der im vorherigen Bild groß zu sehen war" Sicher dass das 30 Kilometer sind ?!
Walther Kempinski 15.11.2014
2. Aha
Und wie haben Sie den Lander um 35 Grad gedreht? Oder wurden nur die Solarpanel gedreht? Was bringt das, wenn Philae ohnehin von Felsen umgeben ist? Somit wären die Medienmeldungen von gestern falsch, wonach Philae immerhin 1,5 Stunden Sonne (statt 8) abbekommt. Denn mit etwas über einer Stunde Sonne, könnte man die Batterien wenn auch langsamer mit etwas Wartezeit irgendwann wieder voll kriegen...wenigstens um Funken zu können. Dies ist aber nicht der Fall. Den Telemetriedaten zu Folge, hat Philae zuvor schon nicht mal eine Minute Sonne abbekommen. Die Medien schreiben echt nen Käse zusammen. Das kann man durch Kombinieren von diversen Meldungen sich selbst ausmalen. Und die ESA bekleckert sich auch nicht gerade mit Ruhm mit ihrer tröpfchenweisen Informationspolitik.
ivanogor 15.11.2014
3. trotzdem ein erfolg
die erkenntnisse aus der mission werden sehr hilfreich sein, damit zukünftige besser klappen werden. wie das fahrrad fahren lernen. darüber mal nachdenken, bevor die ganzen „steuerverschwendung“-postings kommen ;)
gesetzesmensch 15.11.2014
4.
Wirklich sehr
gesetzesmensch 15.11.2014
5.
Es ist einfach unglaublich schade, dass diese Mission schief gelaufen ist. Wie viel Wissen hätten wir doch daraus gewinnen können. Hoffentlich gibt es in absehbarer Zeit eine ähnliche erfolgreiche Mission.
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