Planet Uranus "Hubble" erspäht zwei neue Ringe

Der Planet Uranus ist von 13 Ringen umgeben - und nicht von elf, wie bisher vermutet. Eines der kaum sichtbaren Staubbänder wird permanent von einem Mond mit Material aufgefüllt, vermuten Astronomen.


Die beiden bislang unbekannten Ringe seien sehr blass und erstmals 2004 bei Beobachtungen mit dem "Hubble"-Teleskop gesichtet worden, erklärte Mark Showalter vom kalifornischen Seti Institute.

Planet Uranus: Zwei neue Ringe
NASA/ESA/M. Showalter (SETI Institute)

Planet Uranus: Zwei neue Ringe

Die Wissenschaftler verglichen ihre Beobachtungen anschließend mit Uranus-Fotos der Raumsonde "Voyager 2" aus dem Jahr 1986. Tatsächlich stellte sich dabei heraus, dass die Ringe sehr schwach auch auf diesen Fotos zu erkennen waren.

Die neu entdeckten Ringe liegen außerhalb der bislang bekannten Uranus-Ringe, jedoch innerhalb der Umlaufbahnen der großen Monde des Gasplaneten, schreiben die Wissenschaftler im Magazin "Science". Einer der beiden Ringe werde offenbar von einem jüngst entdeckten Mond mit Staub gespeist. Der zweite Ring sei möglicherweise bei der Kollision kleinerer Himmelskörper entstanden.

Die US-Sonde "Voyager 2" hatte 1986 Tausende Fotos des Uranus zur Erde gefunkt, auf denen Astronomen zehn bis dahin unbekannte Monde identifizierten. Insgesamt sind knapp 30 Monde des Gasplaneten bekannt, der fast 15-mal so schwer ist wie die Erde.

Der äußere der beiden neu entdeckten Ringe ist der "spektakulärere", wie Jack Lissauer vom Nasa Ames Research Center in Moffet sagte. Der Ring befindet sich im selben Orbit wie der Mond Mab. "Wir glauben, dass das kein Zufall ist", erklärte Lissauer.

Ringe und Mondorbits: "Wir glauben, dass das kein Zufall ist"
NASA/ESA/A. Feild (STScI)

Ringe und Mondorbits: "Wir glauben, dass das kein Zufall ist"

Mab habe genau die richtige Größe, um einen Staubring zu fabrizieren. Der Mond sei klein und habe nur eine geringe Gravitation. Aufgewirbelter Staub falle deshalb nicht zurück auf die Oberfläche, die groß genug sei, um von Meteoriten getroffen zu werden.

Der Staubring hat jedoch nur eine begrenzte Existenz. Langfristig bewege sich sein Material in Richtung Uranus oder werde von Monden wie Mab wieder eingefangen, sagte Lissauer.

Der zweite Ring, der sich zwischen zwei Mondumlaufbahnen befindet, könnte von einem bislang unbekannten kleinen Mond gespeist werden. Oder aber er ist das Ergebnis einer Kollision kleinerer Brocken.



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