Planetenjäger Erste "Kepler"-Fotos begeistern Astronomen

Das "Kepler"-Weltraumteleskop hat seine ersten Bilder zur Erde gefunkt. Wissenschaftler zeigten sich enthusiastisch: Sie erwarten, in den kommenden Jahren Hunderte von Planeten zu entdecken - und endlich auch eine zweite Erde.


Pasadena - "Kepler" ist der Hoffnungsträger der Planetenjäger: Mit der Hilfe des neuen Weltraumteleskops hoffen Forscher, erstmals erdähnliche Planeten aufspüren zu können. Die bisherigen Observatorien sind dazu technisch nicht in der Lage - sie können meist nur gigantische Gasplaneten entdecken, die nahe um ihre Heimatsterne kreisen und glühend heiße, lebensfeindliche Einöden sind. Kleine Felsplaneten von der Größe der Erde aber wurden bisher noch nicht gefunden.

Das "Kepler"-Teleskop soll das ändern. Im März hat die Nasa das Observatorium in die Umlaufbahn geschossen - und jetzt liegen die ersten Bilder vor. Rund 14 Millionen Sterne im Sternbild Schwan sind auf ihnen zu sehen, mehr als 100.000 von ihnen könnten nach Angaben der beteiligten Wissenschaftler erdähnliche Planeten beherbergen.

Die neuen Fotos seien "Ehrfurcht einflößend", schwärmte Lia LaPiana, Leiterin der "Kepler"-Mission im Hauptquartier der Nasa in der US-Hauptstadt Washington. "Es ist atemberaubend, Millionen von Sternen in einem einzigen Schnappschuss zu sehen." Während dieses Foto das gesamte Gesichtsfeld von "Kepler" umfasst, wurde für zwei weitere Bilder auf ein Tausendstel des Gesamtfelds eingezoomt.

"Es ist aufregend, diese Schatzkiste voller Sterne zu sehen", sagte "Kepler"-Chefwissenschaftler William Borucki. "Wir erwarten, Hunderte von Planeten im Orbit um diese Sterne zu finden. Und zum ersten Mal können wir nach Planeten von der Größe der Erde fahnden, die sich in den bewohnbaren Zonen um Sterne befinden, die unserer Sonne ähneln."



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