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Plasmastürme nach Eruption: Doppelschlag von Sonnenfleck 1092

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Auf der Sonne hat es zwei mächtige Eruptionen gegeben. Plasmateilchen rauschen durchs All, eine erste Front hat die Erde schon erreicht. Diesmal sind die Folgen überschaubar, doch ein Supersturm ist nur eine Frage der Zeit - ist die Ruhephase des Sonnenfleckenzyklus vorbei?

SDO / NASA / AIA / EVE

Der kosmische Taktgeber schien einen kleinen Hänger zu haben. Eigentlich läuft unsere Sonne alle elf Jahre durch einen Sonnenfleckenzyklus: Auf eine Phase großer Aktivität folgt eine Zeit der Ruhe - dann geht es wieder von vorn los. Doch die letzte Ruheperiode war ungewöhnlich ausgeprägt und lang. Einige Forscher hatten schon begonnen, sich Sorgen zu machen.

Nun meldet sich unser Zentralgestirn zurück. Das US-Sonnenobservatorium "SDO" und sein japanisches Pendant "Hinode" berichten von zwei beeindruckenden Sonneneruptionen am vergangenen Sonntag. Juha-Pekka Luntama von der Europäischen Weltraumorganisation (Esa) bestätigt "einen erhöhten elektrischen Fluss in der Ionosphäre" - Ursache: ein erster von der Sonneneruption ausgelöster, hochenergetischer Teilchensturm (Flare), der unseren Planeten schon erreicht hat. Eine zweite Front weniger stark beschleunigter Teilchen ist noch unterwegs. Sie soll am Mittwoch ankommen - wobei "es sein könnte, dass wir nicht direkt getroffen werden", sagt Luntama mit Verweis auf das belgische Zentrum für Weltraumwetter.

Nach Angaben des Forschers handelte es sich um Ereignisse mittlerer Stärke: "Es ist nichts wirklich Ungewöhnliches passiert." Es sei noch mal alles glimpflich abgegangen: "Das war noch nicht der Sturm, vor dem sich einige Leute fürchten", sagt Esa-Mann Luntama.

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Nasa-Aufnahmen: Spektakuläre Sonnenstürme
Bei einem sogenannten Koronalen Massenauswurf schleudert die Sonne große Mengen heißen Plasmas ins All: Elektronen, Protonen und - in deutlich kleineren Mengen - auch Atomkerne zum Beispiel von Helium, Sauerstoff und Eisen. Schuld daran sind sogenannte magnetische Rekonnexionen, abrupte Änderungen in der Struktur des Magnetfeldes der Sonne. Genau dieses Phänomen dürfte am Sonntag gleich zweimal hintereinander aufgetreten sein. Ausgangspunkt kosmischer Stürme sind zumeist die Sonnenflecken, also kühlere Areale auf der Oberfläche des Sterns - diesmal handelte es sich um Sonnenfleck 1092.

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Polarlichter: Farbenspiele durch Sonnenstürme
Wenn die Flares unsere Erde erreichen, dellen sie vor allem die Magnetosphäre des Planeten ein. Wer tief im Süden oder hoch im Norden lebt, kann auf Polarlichter hoffen (siehe Fotostrecke) - wenn die Plasmateilchen, eingefangen vom Erdmagnetfeld, die Sauerstoff- und Stickstoffmoleküle der Luft zum Leuchten anregen.

Im Prinzip können Sonnenstürme auch Satelliten gefährlich werden, die hoch über der Erde kreisen. So ist im April der zwei Tonnen schwere "Intelsat Galaxy 15" ausgefallen, möglicherweise wegen Schäden durch solare Teilchen. Ähnliche Probleme scheint es diesmal nicht zu geben - laut Esa wurde keine größere Warnung für Satellitenbetreiber veröffentlicht.

Der nächste Supersturm kommt bestimmt

Um in Zukunft noch besser über das Weltraumwetter Bescheid zu wissen, baut die Organisation gerade ein gemeinsames Beobachtungsnetzwerk auf, das sich auch um gefährlichen Weltraumschrott kümmern soll. Denn im Zweifelsfall können rechtzeitige Warnungen Millioneninvestitionen retten. Vor einem Sonnensturm können Systeme eines Satelliten heruntergefahren werden, und vor Weltraumschrott kann man sich durch Kurskorrekturen schützen.

Der solare Doppelschlag vom Wochenende dürfte erst der Auftakt zu einer Phase stärkerer Sonnenaktivität gewesen sein. Weitere Sonnenstürme werden folgen, unter Umständen auch deutlich stärkere als diesmal.

Im Prinzip können die Eruptionen auch Folgen auf der Erde haben und zum Beispiel Stromnetze lahmlegen. Die hohe Elektronendichte in der Ionosphäre kann in den Leitungsnetzen am Boden für Spannungsspitzen sorgen, sogenannte geomagnetisch induzierte Ströme. Diese wiederum könnten Transformatorenstationen lahmlegen. Nach einer Prognose der National Academy of Sciences könnten allein in den USA bis zu 130 Millionen Menschen tage- oder gar wochenlang wegen solcher Ereignisse von der Stromversorgung abgeschnitten sein. Außerdem können starke Sonnenstürme die Korrosion an Pipeline-Systemen beschleunigen.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 34 Beiträge
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1.
Gabri, 03.08.2010
Was soll die Panikmache? Seien wir doch froh, dass die Sonne nach der ungewöhnlich langen Ruhephase wieder in den normalen Sonnenfleckenzyklus eintritt. In Yahoo wird sogar vor Sonnen-Tsunamis gewarnt. Auweia!
2. Horror-sonne ZerstÖrt Erde!
Button, 03.08.2010
Tja, muss man diese Bedrohung nun ernst nehmen oder nicht? Man weiß es heutzutage nicht mehr...
3. Viele Risiken für die Zivilisation
rkinfo 03.08.2010
Zitat von GabriWas soll die Panikmache? Seien wir doch froh, dass die Sonne nach der ungewöhnlich langen Ruhephase wieder in den normalen Sonnenfleckenzyklus eintritt. In Yahoo wird sogar vor Sonnen-Tsunamis gewarnt. Auweia!
Nun im Prinzip harmlos ... aber inkompatibel zu unserem heutigen Stromnetz der Überlandleitungen. Die Sonnenstürme können uns leicht das elektrifizierte Leben zerstören. Und wir würden etwa 5-20 Jahre benötigen um uns davon wieder zu erholen. Wobei man dann Trafos u.ä. herstellen müßte ohne ein Stromnetz zu haben. Panik ist der falsche Begriff - bekanntes Risiko für die Zivilisation schon eher. Mit dezentraler Stromversorgung und geschützten Leitungen wie HGÜ bei Desertec sieht das schon deutlich besser aus. Die AKW Maschinentrafos hingegen würden erst nach Wiederanfahren der Stromversorgung und damit 10-20 Jahre nach so einem Ereignis Ersatz bekommen können. Willkommen im 21. Jahrhundert und einem Globus der viele Gefahren für die Zivilisation bereit hält.
4. Klimaerwärmung?
enlightenment 03.08.2010
Man darf auch nicht vergessen, dass die Alternativen zur CO2-Hypothese auf der Sonnenaktivität aufbauen - die Klimaerwärmung wird hier mit schwankender Sonnenaktivität erklärt - und für völlig normal gehalten. Auch in dieser Hinsicht könnte die wieder aufflammende Aktivität der Sonne manches Licht aufgehen lassen.
5. "Doppelschlag von Sonnenfleck 1092"
mavoe 03.08.2010
Zitat von sysopAuf der Sonne hat es zwei mächtige Eruptionen gegeben. Plasmateilchen rauschen durchs All, eine erste Front hat die Erde schon erreicht.*Diesmal sind die Folgen überschaubar, doch ein Supersturm ist nur eine Frage der Zeit - ist die Ruhephase des Sonnenfleckenzylkus vorbei? http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/0,1518,709835,00.html
geht jetzt die Welt WIEDER unter?
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