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Tektonik: Eisplatten driften über Jupitermond Europa

Hinweise auf Subduktionszone: Eisplatten formen die Oberfläche von Jupitermond Europa Zur Großansicht
NASA/ JPL/ UC of Arizona

Hinweise auf Subduktionszone: Eisplatten formen die Oberfläche von Jupitermond Europa

Plattentektonik wurde bislang nur auf der Erde nachgewiesen. Nun liefern Aufnahmen vom Jupitermond Europa Hinweise auf driftende Platten aus Eis.

Moscow/London - Auf dem Jupitermond Europa haben Astronomen Anzeichen für aktive Plattentektonik entdeckt. Der eisige Trabant wäre damit neben der Erde das einzige Objekt in unserem Sonnensystem, dessen Oberfläche durch die Bewegung tektonischer Platten geformt wird. Simon Kattenhorn von der Universität von Idaho in Moscow und Louise Prockter von der Johns-Hopkins-Universität in Laurel (US-Staat Maryland) stellen ihre Beobachtungen im britischen Fachblatt "Nature Geoscience" vor.

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Jupitermond Europa: Kalte Kruste, flüssige Tiefen

Das Forscherduo hatte Aufnahmen der Jupitersonde "Galileo" ausgewertet, die bis 2003 den Jupiter und seine Monde erkundet hat. Dabei stießen sie auf Spuren einer Subduktionszone auf der Nordhalbkugel des Mondes, an der offensichtlich Oberflächeneis in der Tiefe versinkt. Die Astronomen rekonstruierten die ursprüngliche Oberfläche der Region aus den zahlreichen tektonischen Spuren wie Brüchen, Gräben und Eis-Bergketten.

Es zeigte sich, dass ein etwa 20.000 Quadratkilometer großes Stück Eisoberfläche in der Subduktionszone verschwunden sein muss. Zudem identifizierten die Wissenschaftler Formationen, die sie als kalte Lava (Kryolava) eines eisigen Vulkanismus an der Plattengrenze deuten.

Zwar sei noch nicht klar, wie die Plattentektonik mit Eis statt Gestein auf Europa funktioniere, die Hinweise seien jedoch überzeugend, schreibt Michelle Selvans vom Smithsonian-Luft- und Raumfahrtmuseum in der US-Hauptstadt Washington in einem Begleitkommentar in "Nature Geoscience". "Der eisige Europa ist der felsigen Erde tektonisch möglicherweise ähnlicher als alle anderen uns bekannten planetaren Himmelskörper", meint sie.

Europa ist etwas kleiner als der Erdmond und vollständig von Eis bedeckt. Unter dem Eispanzer vermuten Astronomen einen bis zu 100 Kilometer tiefen Ozean, der mehr Wasser enthält als alle irdischen Meere zusammen

nik/dpa

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