Zwergplanet Pluto Neues Foto enthüllt rätselhafte Eis-Ebene

Schlieren überziehen die Ebene, wahrscheinlich wurden sie vom Wind geformt: Die Nasa-Sonde "New Horizons" hat ein neues Pluto-Foto zur Erde gesendet. Es zeigt eine eisige Fläche inmitten eines hellen Herzens.

AFP/ NASA/ JHUAPL/ SWRI

Die Nasa-Sonde "New Horizons" enthüllt immer mehr Details von der Oberfläche des Zwergplaneten Pluto. Ein neues Foto zeigt eine große, eisige Ebene. Die Region, die auf einer am Freitag veröffentlichten neuen Nahaufnahme zu sehen ist, erinnere auf den ersten Blick an gefrorenen Schlamm, erklärte die US-Raumfahrtbehörde Nasa.

Die Ebene ist nach ersten Einschätzungen der Forscher wahrscheinlich noch keine 100 Millionen Jahre alt und wird wahrscheinlich immer noch von geologischen Kräften geformt. Auf der Oberfläche zeichnen sich Schlieren ab, die vom Wind stammen könnten.

"Dieses Terrain ist nicht einfach zu erklären", sagte Nasa-Wissenschaftler Jeff Moore. Die Entdeckung "übertreffe alle Erwartungen". Die Wissenschaftler tauften die Fläche, die mitten in einer Art hellem Herz auf der Oberfläche des Pluto liegt, "Sputnik-Ebene".

Zuvor hatte die Sonde "New Horizons" bereits mehr als 3000 Meter hohe, eisige Berge auf der Oberfläche des Pluto entdeckt und auch erste hochaufgelöste Fotos von den Monden Charon und Hydra zur Erde geschickt.

Zwergplanet Pluto: Die entdeckte Ebene liegt inmitten einer hellen Region, die einem Herzen ähnelt
AFP/ NASA/ JHUAPL/ SWRI

Zwergplanet Pluto: Die entdeckte Ebene liegt inmitten einer hellen Region, die einem Herzen ähnelt

"New Horizons" rast schon weiter

Nach mehr als neun Jahren und fünf Milliarden Kilometern war "New Horizons" am Dienstag als erster irdischer Flugkörper am Pluto vorbeigeflogen und hatte ihn mit sieben wissenschaftlichen Instrumenten untersucht. Mittlerweile hat die Sonde Pluto mit ihrer Geschwindigkeit von 50.000 Kilometern pro Stunde schon weit hinter sich gelassen. Derzeit rast sie in die Region des sogenannten Kuipergürtels hinein.

Bis alle beim Vorbeiflug aufgenommenen Daten und Fotos zur Erde geschickt sind, wird es noch 16 Monate dauern. "Mit dem Vorbeiflug ist eine fast ein Jahrzehnt lange Reise zu Ende gegangen - aber der wissenschaftliche Ertrag beginnt gerade erst", sagte Nasa-Manager Jim Green. "Die Daten von 'New Horizons' werden die Wissenschaft noch für Jahre befeuern."

Die bisherigen Erkenntnisse seien nur der Anfang, sagte auch sein Kollege Alan Stern. "Es scheint jetzt schon klar, dass bei der Ersterkundung des Sonnensystems das Beste für den Schluss aufgehoben worden ist."

irb/dpa



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 63 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
toledo 18.07.2015
1. ...
Vom Wind geformt..? Habe nicht geahnt, dass es bei Minus 230 Grad irgendeine Atmosphäre gibt..
westerwäller 18.07.2015
2. Interessant ...
"Schlieren, die der Wind verursacht" ... Aus was besteht denn die Atmosphäre des Pluto, die diesen Wind trägt? Bisher war es m.E. gängige Lehrmeinung, dass Pluto keine Atmosphäre haben könne. Z.B. schon deswegen, weil es dort - wegen der Temperatur - (fast) keine Gase geben könne
rkinfo 18.07.2015
3. Wo kam die Wärme für Eisflächen her ?
Beim Mars gibt's auch Eisflächen aber hier haben wir 'nur' -60 Grad statt fast absoluten Nullpunkt. Wobei auch tiefe Mondkrater Wassereisflächen aufweisen. Pluto ist mehr als nur ein weit entfernter Geröllbrocken. Man kann also an noch mehr Stellen im Sonnensystem und Galaxien mit planetarer Vielfalt rechnen ... wobei der Übergang Planeten/Kleinplaneten zu Meteoriten und Kometen eher fliessend erscheint.
kai kojote 18.07.2015
4.
Gibt es eine Chance dass es auch noch Bilder von Objekten im Kuiper-Gürtel gibt oder fliegt New Horizons jetzt wie Voyager "planlos" aus dem Sonnensystem?
the_dodger 18.07.2015
5. Wikipedia
Zitat von westerwäller"Schlieren, die der Wind verursacht" ... Aus was besteht denn die Atmosphäre des Pluto, die diesen Wind trägt? Bisher war es m.E. gängige Lehrmeinung, dass Pluto keine Atmosphäre haben könne. Z.B. schon deswegen, weil es dort - wegen der Temperatur - (fast) keine Gase geben könne
Die Wikipedia sagt das hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Pluto#Atmosph.C3.A4re Also eine N/CO/CH4 Atmosphäre zwischen -170° und -220°. Brr, frisch...
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.