"Antares": Privatrakete absolviert ersten Testflug ins All

REUTERS

Erfolg für die private Raumfahrt: Die Rakete "Antares" hat ihren ersten Testflug ins All absolviert und eine leere Raumkapsel in den Orbit gebracht. Damit ist der Weg frei für Transportflüge zur Internationalen Raumstation.

Nach zweimaligem Aufschub hat eine Rakete des privaten US-Unternehmens Orbital Sciences erfolgreich ihren ersten Testflug absolviert. Die zweistufige Trägerrakete "Antares" startete am Sonntagabend vom Raumfahrtzentrum Wallops auf einer Insel vor der Küste des US-Bundesstaates Virginia ins All. Zehn Minuten später brachte sie eine Kopie ihres künftigen Frachttransporters "Cygnus" in eine Umlaufbahn in knapp 260 Kilometern Höhe.

Im Kontrollraum der Mission brach Beifall aus, Nasa-Chef Charles Bolden gratulierte zum "Bilderbuchstart" der Rakete. Mit dem Test sei auch gleichzeitig der jüngste Weltraumbahnhof der USA für Flüge zur Internationalen Raumstation (ISS) eingeweiht worden, erklärte Bolden. Er sprach von einem "bedeutenden Meilenstein" im Plan der Nasa, künftig Versorgungsgüter und Astronauten von privaten Firmen zur ISS bringen zu lassen.

Ursprünglich war der Testflug der Rakete für den vergangenen Mittwoch geplant, wegen technischer Probleme und starker Winde musste er aber zweimal verschoben werden. Nach dem erfolgreichen Start soll nun in drei Monaten ein Testflug zur ISS folgen. Noch vor Jahresende will Orbital Sciences erstmals Fracht zur Raumstation bringen.

Geschichte geschrieben

Die 40 Meter lange "Antares" soll vor allem "Cygnus"-Transporter ins All bringen. Die Frachter sollen im Auftrag der Nasa in voraussichtlich acht Missionen insgesamt 20 Tonnen Fracht zur ISS liefern - darunter Vorräte, Ersatzteile und Materialien für wissenschaftliche Experimente.

Orbital Sciences ist neben SpaceX eine von zwei privaten US-Firmen, die im Auftrag der US-Raumfahrtbehörde Nachschub zur ISS bringen sollen. Orbital Sciences hat bereits einen 1,9 Milliarden Dollar (rund 1,5 Milliarden Euro) schweren Auftrag für acht Versorgungsflüge im Jahr 2016.

Die Nasa hatte 2011 ihr Space-Shuttle-Programm eingestellt und verfügt damit nicht mehr über eine eigene Weltraumflotte. SpaceX hatte vergangenen Mai Geschichte geschrieben, als seine unbemannte Raumkapsel "Dragon" als erstes privates Raumschiff an die ISS andockte. Anders als "Cygnus" kann "Dragon" Fracht von der ISS auch wieder zur Erde zurückbringen.

boj/AFP/dpa

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1. Soooo ...
H.Lorenz 22.04.2013
... und wo ist nun der Informationsgehalt? Welche US-Firmen sind an dem privaten Raumfahrtprogramm beteiligt? Welche Rolle kommt nun der NASA zu? Wie sollen Kosten reduziert werden? Allein die private Betreibung wird die Raumfahrtkosten nicht reduzieren können. Und "Dragon"?! Wow, er kann auch Transportgut wieder auf die Erde zurückbringen. Nochmal "Wow"! (Ironie) Der Spiegelbericht suggeriert, hier haben private Invenstoren grandiose, beachtliche Neuentwicklungen im Bereich Weltraumtransport geschaffen. Nach dem zur Verfügung stehenden Informationsgehalt handelt es sich aber bei dem Ding mit dem tollen Namen "Dragon" um ein Gefährt, das die Sowjetunion und später die RF unter dem Namen "Sojus" bereits seit 1967 (!) als Raumschiff/-frachter erfolgreich nutzt.
2. Na ja, so ganz privat ist das auch nicht ...
ihawk 22.04.2013
... mit Milliarden schweren Staatsaufträgen soll die Vorherrschaft der US Wirtschaft gesichert werden und die globale Überwachungstechnik übernimmt Google - privatwirtschaftliche Umgehung von "moralischen" Gesetzen ist doch wohl eher das Ziel.
3. nörgel nörgel und paranoia
77b1hts 22.04.2013
mehr fällt mir zu den Kommentaren 1 und 2 nicht ein :) Ist doch gut das die das geschafft haben :-) Jede weitere Firma die den Weltraum als neues Geschäftsfeld entdeckt erhöht die Chancen das wir endlich mal ein paar Schritte weiter kommen Richtung "Eroberung des Weltraums"
4. Danke für die Infos
KnoKo 22.04.2013
Zitat von H.Lorenz... und wo ist nun der Informationsgehalt? Welche US-Firmen sind an dem privaten Raumfahrtprogramm beteiligt? Welche Rolle kommt nun der NASA zu? Wie sollen Kosten reduziert werden? Allein die private Betreibung wird die Raumfahrtkosten nicht reduzieren können. Und "Dragon"?! Wow, er kann auch Transportgut wieder auf die Erde zurückbringen. Nochmal "Wow"! (Ironie) Der Spiegelbericht suggeriert, hier haben private Invenstoren grandiose, beachtliche Neuentwicklungen im Bereich Weltraumtransport geschaffen. Nach dem zur Verfügung stehenden Informationsgehalt handelt es sich aber bei dem Ding mit dem tollen Namen "Dragon" um ein Gefährt, das die Sowjetunion und später die RF unter dem Namen "Sojus" bereits seit 1967 (!) als Raumschiff/-frachter erfolgreich nutzt.
Das dürfte erklären, warum der Kurs keine größeren Ausschläge zeigt.
5. Statt zum Mond zur ISS, NK-33
varesino 22.04.2013
Na da ist das NK-33 doch noch zu etwas nuetzlich. Waere Schade um so ein tolles Triebwerk, Jahrgang 1960. So war auch Kistlers K1 noch zu etwas nuetzlich. Antares (Rakete) (http://de.wikipedia.org/wiki/Antares_(Rakete)#Erste_Stufe) Gruss Varesino
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