Erste private Raumkapsel: "Dragon" ist zurück aus dem All

Die erste private Raumfrachter hat seine Premiere erfolgreich bestanden: "Dragon" ist unbeschadet im Pazifik gelandet. An Bord hatte die Kapsel Forschungsmaterial von der Internationalen Raumstation - und soll nun noch mindestens ein Dutzend weitere Flüge absolvieren.

"Dragon"-Kapsel: Erfolgreiche Landung im Pazifik Fotos
REUTERS / SpaceX

Es war der erste private Transportflug ins All überhaupt - und er hat funktioniert: Der Raumfrachter "Dragon" ist am späten Sonntag vollbeladen von der Internationalen Raumstation (ISS) auf die Erde zurückgekehrt. Das Raumschiff landete mit Hilfe von Fallschirmen wohlbehalten im Pazifik vor der mexikanischen Halbinsel Baja California. Nach Angaben der Weltraumbehörde Nasa brachte er unter anderem 400 Kilogramm Forschungsmaterial von der ISS zurück.

Mit seiner Rückkehr ist der erste von wenigstens zwölf geplanten Flügen des "Dragon" im Auftrag der Nasa erfolgreich abgeschlossen. Charles Bolden, der Leiter der Weltraumbehörde, sprach von einer historischen Mission. "Nur ein Jahr, nachdem wir den Space Shuttle in den Ruhestand geschickt haben, ist wieder ein Transportflug zur Internationalen Raumstation gelungen - nicht mit unserem eigenen Transporter, sondern mit dem eines Privatunternehmens." Für Bolden ist das auch ein persönlicher Erfolg: Eines seiner Ziele ist es, mit der Stärkung der privaten Raumfahrt einen Teil der dringend benötigten Kosteneinsparungen bei der Nasa umzusetzen.

"Dragon", der bereits im Mai einen erfolgreichen Testflug absolviert hatte, wurde nach der Landung auf ein Schiff gehoben und sollte in einen Hafen in der Nähe von Los Angeles gebracht werden. Dort wird wichtiges wissenschaftliches Material, darunter tiefgefrorene Proben, entnommen und an die Weltraumbehörde geschickt. Die Proben sollen auch die Wirkung längerfristiger Ausflüge ins All auf den menschlichen Körper verstehen helfen.

Die restliche Ladung geht zusammen mit der Kapsel zur Testanlage von SpaceX in Texas. Das US-Unternehmen stellt den Transporter gegen Entgelt für den Transport von Ersatzteilen, Labormaterial und die Versorgung der ISS-Crew zur Verfügung.

mbe/dpa

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1. Gratulation an SpaceX
JaguarCat 29.10.2012
Gratulation an SpaceX zu diesem Erfolg. Allerdings ist die Mission nicht ganz so perfekt, abgelaufen, wie es aussieht: Eine zweite Nutzlast, die die Falcon-Rakete neben Dragon an Bord hatte, wurde im falschen Orbit ausgesetzt. Grund hierfür war wohl ein Triebwerksausfall an der Unterstufe während des Flugs, wegen dem sich der Treibstoffverbrauch erhöhte (mit weniger Triebwerken kann die Rakete nur langsamer beschleunigen, so dass sie länger gegen die Gravitation anarbeiten muss, als bei der vorgesehenen Beschleunigung). So war dann nach dem Aussetzen der "Dragon" nicht mehr genug Reservetreibstoff an Bord, um "Orbcomm" zum vorgesehenen Orbit zu bringen. Jag
2. Kann die ESA da mithalten?
pseudo nym 29.10.2012
Glückwunsch dem Privatunternehmen SpaceX! Ein wiederverwendbarer, hoffentlich auch kostengünstiger Raumfrachter? Und sogar bemannte Flüge sind geplant! Ob die ESA mit dem teuren Einweg-Raumschiff ATV da wohl konkurrenzfähig bleibt?
3.
hk1963 29.10.2012
Zitat von pseudo nymGlückwunsch dem Privatunternehmen SpaceX! Ein wiederverwendbarer, hoffentlich auch kostengünstiger Raumfrachter? Und sogar bemannte Flüge sind geplant! Ob die ESA mit dem teuren Einweg-Raumschiff ATV da wohl konkurrenzfähig bleibt?
Ob ein Kombi mit einem LKW konkurrieren kann kommt darauf an, was man eigentlich machen will.
4. Äpfel & Birnen
Wagnerf 29.10.2012
Zitat von pseudo nymGlückwunsch dem Privatunternehmen SpaceX! Ein wiederverwendbarer, hoffentlich auch kostengünstiger Raumfrachter? Und sogar bemannte Flüge sind geplant! Ob die ESA mit dem teuren Einweg-Raumschiff ATV da wohl konkurrenzfähig bleibt?
Das ATV kann 7,5 Tonnen zur ISS transportieren. 3 ATV Flüge entsprechen also dem SpaceX-Vertrag mit der NASA. Außerdem dient das ATV auch zum Anheben der ganzen Station in einen höheren Orbit. Die Dragon hat gerade mal genug Treibstoff zur Verfügung um anzudocken und wieder einzutreten. Das ATV hat somit ein völlig anders Einsatzsprektrum als die Dragon: 1-2 Mal im Jahr eine große Menge Fracht liefern und die Station anheben. Die Dragon hingegen soll häufig wenig Fracht liefen. Weiterhin kann das ATV automatisch andocken. Die Dragon muss manuell per Roboterarm eingefangen werden.
5. Dragon gut - ATV auch
Markus Landgraf 29.10.2012
Zitat von pseudo nymGlückwunsch dem Privatunternehmen SpaceX! Ein wiederverwendbarer, hoffentlich auch kostengünstiger Raumfrachter? Und sogar bemannte Flüge sind geplant! Ob die ESA mit dem teuren Einweg-Raumschiff ATV da wohl konkurrenzfähig bleibt?
Ja, locker. ATV bringt 7 Tonnen, Dragon 3.3 Tonnen. ATV dockt vollautomatisch (auch bei Fehlfunktionen), Dragon muss "per Hand" gefangen werden. Dragon ist nicht wiederverwendbar. Das Design von Dragon finde ich auch gut und es schliesst die Lücke, die durch den Wegfall der Shuttles gerissen wurde: die Probenrückführkapazität. Falls das Vehikel noch weiter entwickelt wird, als mit parzieller Wiederverwendung (den Hitzeschild muss man immer wegwerfen) und/oder auch bemannt, dann ist das eine klasse Leistung. Nicht vergessen darf man hier aber, dass die NASA in die Entwicklung von Dragon einiges investiert hat. ATV kann aber auch weiter entwickelt werden. Pläne dafür liegen den Europäischen Weltraumministern zur Entscheidung Ende November vor. Hoffen wir, dass sie die richtige Entscheidung treffen. Ad Astra!
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